Jamaica News Bulletin
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Falmouth Villagers zünden Feuerwerk gegen Fire-House FC

Das "Feuer-Haus" kam, sah - und verbrannte sich. Mit einem 2:0-Sieg am 10. Spieltag der 1. Liga Jamaica haben die Falmouth Villagers vor 68.370 Zuschauern ein Ausrufezeichen gesetzt. Zwei Tore, viel Leidenschaft, ein bisschen Chaos - und ein Trainer, der nach Abpfiff über seine Taktik lachte, als wäre sie gerade aus dem Lehrbuch für kontrolliertes Risiko gefallen.

Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass hier niemand zum Tee trinken gekommen war. Beide Teams starteten offensiv, die Villagers mit vollem Pressing und langen Bällen, Fire-House FC mit gepflegtem Kurzpassspiel - zumindest in der Theorie. In der Praxis rollte der Ball mehr über die Köpfe als über die Füße. "Wir wollten sie hoch anlaufen", erklärte Villagers-Coach Hermann Tüllinghoff später und grinste: "Und wenn das nicht klappt, dann hauen wir ihn halt lang. Hat ja funktioniert."

In der 18. Minute dann die erste Explosion auf der Tribüne: Ashton Bradshaw, der wendige Linksaußen der Villagers, traf nach Vorarbeit von Armandos Fotilas zum 1:0. Ein Tor, das so elegant war, dass selbst der Linienrichter kurz vergaß, die Fahne zu heben. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Bradshaw mit einem Schulterzucken. "Wenn man schießt, kann was passieren - wenn nicht, passiert garantiert nichts."

Die Reaktion von Fire-House FC ließ nicht lange auf sich warten. Marcel Girard prüfte in der 22. Minute den gegnerischen Keeper Ernesto Ferrer mit einem satten Schuss - doch der parierte wie ein Mann, der sein Wohnzimmer verteidigt. Nach und nach übernahmen die Gäste sogar leicht die Initiative, hatten zur Pause 14 Schüsse auf das Tor gesammelt, während die Villagers nur neun verzeichneten. Doch Effizienz schlägt Statistik - und so ging es mit einem 1:0 in die Kabinen.

Tüllinghoff nutzte die Pause, um seine Männer daran zu erinnern, dass man ein Spiel auch gewinnen kann, ohne den Ball ständig zu haben. 51 Prozent Ballbesitz reichten ihm völlig. "Wir sind keine Ballbesitz-Missionare", knurrte er später. "Wir sind Pragmatiker."

In der zweiten Hälfte kam Fire-House FC mit zwei frischen Offensivkräften - Benjamin Armstrong und Rafael Da Cru - und versuchte, den Druck zu erhöhen. Coach Dottore Caballero gestikulierte wild an der Linie, rief "Más rápido!" und "Pressing, por favor!", während seine Spieler offenbar überlegten, ob das vielleicht ein Trick war. Sie pressten - aber ins Leere.

In der 65. Minute fiel dann die Entscheidung: Connor Fairchild, der rechte Mittelfeldspieler der Villagers, fasste sich ein Herz und schlenzte den Ball aus gut 20 Metern ins linke Eck. Keeper Sergio Fortun streckte sich vergeblich, und Tüllinghoff jubelte wie ein Mann, der seine Stromrechnung vergessen hatte: spontan, laut, unkontrolliert.

"Das war so ein Schuss, den man nur trifft, wenn man nicht nachdenkt", grinste Fairchild später. "Ich hab einfach gehofft, dass keiner lacht, wenn er in die Wolken geht."

Fire-House warf in der Schlussphase alles nach vorn. Rafael Da Cru hatte zwischen der 76. und 92. Minute gleich drei gute Gelegenheiten, scheiterte aber jedes Mal an Ferrer, der einen dieser Abende erwischt hatte, an denen selbst ein Medizinball hängen geblieben wäre.

Zwischendurch gab’s auch Farbe: Armandos Fotilas sah schon in der 19. Minute Gelb, wenig später folgte Jelle Van Buren (29.). "Unsere Jungs wollten einfach zeigen, dass sie wach sind", kommentierte Tüllinghoff trocken.

Caballero hingegen wirkte nach Abpfiff wie ein Mann, der sich fragt, warum seine Feuerzeuge leer sind. "Wir hatten Chancen, viele Chancen", seufzte er. "Aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Heute war Falmouth einfach zynischer."

Die Statistik erzählte eine andere Geschichte: 14 Schüsse für Fire-House, 9 für die Villagers, fast ausgeglichener Ballbesitz. Und doch stand am Ende 2:0. Vielleicht, weil Fußball eben kein Mathe ist.

Als die Sonne über Falmouth unterging und die Fans noch immer sangen, stand Tüllinghoff mit einem Papierbecher Kaffee am Spielfeldrand. "Wir haben nicht schön gespielt", sagte er, "aber schön gewonnen." Dann drehte er sich um, zwinkerte und fügte hinzu: "Und das ist mir ehrlich gesagt viel lieber."

Das Feuer-Haus brannte hell - aber nur kurz. Die Villagers hingegen bauen weiter an ihrem kleinen Fußballmärchen, eines, das in Falmouth gerade erst begonnen hat.

11.09.643990 01:55
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Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
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