Jamaica News Bulletin
+++ Sportzeitung für Jamaica +++

Falmouth Villagers tanzen Kingston Boys schwindelig - 4:1!

Ein lauer Abend im Januar, 68.889 Zuschauer, und ein Spiel, das so heiß war wie der Asphalt in der Mittagssonne von Falmouth. Die Villagers legten beim 4:1 gegen die Kingston Boys eine Show hin, die irgendwo zwischen Straßenfußball, Samba und taktischer Lehrstunde lag. Trainer Hermann Tüllinghoff grinste später breit: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben - und wenn dabei vier Tore rauskommen, beschwer ich mich sicher nicht."

Von Beginn an war klar, dass die Hausherren in Spiellaune waren. Schon nach wenigen Minuten prüfte der junge Theo Boyle den Kingston-Keeper Bernd Meister - noch ohne Erfolg, aber mit Ansage. Die Gäste, von Mahatma Haathi mit gewohnt offensiver Marschroute ins Rennen geschickt, wollten eigentlich kontern. Doch sie liefen sich fest wie ein alter Traktor im Zuckerrohrfeld.

In der 17. Minute dann der Doppelschlag, der das Stadion beben ließ. Erst Noah Rose, der mit einem trockenen Schuss unter die Latte traf, nach feinem Zuspiel von Connor Fairchild. Und kaum hatte sich Kingston neu sortiert, war Rose schon wieder da. Diesmal bediente ihn Linksverteidiger Jelle Van Buren, und Rose jagte den Ball aus fast identischer Position ins Netz. Zwei Tore in 60 Sekunden - das nennt man wohl eine Rose-Show. "Ich hatte einfach das Gefühl, dass heute alles reingeht", lachte der 30-Jährige später. "Und als der Ball zum zweiten Mal kam, dachte ich: Warum nicht gleich nochmal?"

Die Kingston Boys wirkten konsterniert. Ihre Antwort bestand aus zwei Gelben Karten - Miguel Andrade in der 4. und Thomas Guillory in der 44. Minute - und einem verzweifelten Versuch, das Spiel wieder zu öffnen. Doch kurz vor der Pause legte Falmouth noch einmal nach: Finlay Hannigan, eben noch unauffällig, wuchtete nach Vorlage von Sebastien Gagne den Ball zum 3:0 ins Tor. Trainer Tüllinghoff ballte die Faust, während sein Gegenüber Haathi sich mit verschränkten Armen abwandte. "Wir haben in der ersten Halbzeit alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", knurrte er später.

Nach der Pause versuchten die Kingston Boys, wenigstens den Anschluss zu erzwingen. Und tatsächlich: In der 61. Minute gelang es Thomas Guillory, nach feinem Pass von Frederic Balzac, den Ball an Ernesto Ferrer vorbei ins Netz zu schieben. Ein Hoffnungsschimmer - kurz, aber hell. "Da dachte ich, jetzt kippt das Spiel vielleicht", meinte Haathi. Doch Falmouth ließ sich nicht beirren.

In der 75. Minute sorgte Innenverteidiger Caio Veloso für den Schlusspunkt - und das auf kuriose Weise. Nach einer Ecke von Jose Fernandes stand Veloso plötzlich mutterseelenallein am Fünfer und drosch den Ball so humorlos in die Maschen, dass selbst die Fans der Kingston Boys anerkennend pfiffen. "Ich wollte eigentlich nur klären", grinste der Abwehrmann hinterher. "Aber dann war der Ball halt drin. Passiert."

Die letzten Minuten gerieten zur Kür. Stephane Prinsloo tänzelte am Flügel, der eingewechselte Guy Young durfte ein paar Sprinteinlagen hinlegen, und Noah Rose bekam Standing Ovations, als er in der 84. Minute ausgewechselt wurde. Dass Veloso kurz darauf auch noch Gelb sah, passte ins Bild - ein bisschen Dreck unter den Nägeln gehört eben zu einem echten Arbeitssieg.

Statistisch gesehen war das Spiel fast ausgeglichen - 49 Prozent Ballbesitz für Falmouth, 51 für Kingston -, doch die Villagers hatten mit 15 Torschüssen klar mehr Zug zum Tor als die zahnlosen sechs Versuche der Gäste. "Ballbesitz ist schön", meinte Tüllinghoff augenzwinkernd, "aber Tore sind besser. Wir haben uns heute für die richtige Statistik entschieden."

Die Kingston Boys hingegen verließen das Feld mit hängenden Köpfen - und einer Bilanz von vier Gelben Karten, aber nur einem Treffer. Mahatma Haathi fasste trocken zusammen: "Wir waren aggressiv, aber vor allem gegen uns selbst."

Als die Flutlichter erloschen und die Fans noch immer Noah-Rose-Sprechchöre anstimmten, blieb das Fazit: Die Villagers haben nicht nur gewonnen, sie haben begeistert. Ein 4:1, das nachwirkt - und ein Abend, an dem Falmouth kurzzeitig wie das Fußballzentrum der Karibik wirkte.

Hermann Tüllinghoff verabschiedete sich mit einem Zwinkern: "Wenn wir weiter so spielen, muss ich bald Eintritt bezahlen, um das von der Seitenlinie zu sehen." Ein Satz, der die Stimmung perfekt traf: locker, triumphal und ein bisschen selbstironisch - ganz so, wie dieser magische Fußballabend in Falmouth.

03.05.643987 12:58
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ausblick, Ausblick, warum denn immer einen Ausblick? Worauf denn? Vielleicht einen Ausblick auf dieses Interview hier?
Christoph Daum
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager