Jamaica News Bulletin
+++ Sportzeitung für Jamaica +++

Falmouth Villagers stolpern im Heimspiel über clevere Gäste aus Barbican

64399 Zuschauer strömten am Samstagabend ins Falmouth Stadium, um ihre Villagers gegen den Barbican FC jubeln zu sehen - und gingen mit gemischten Gefühlen nach Hause. Am Ende stand ein 1:2 (1:1) auf der Anzeigetafel, das mehr über Effizienz als über Leidenschaft erzählte.

Schon die Anfangsphase machte klar, dass Barbican nicht gekommen war, um sich die Sonne auf den Rücken scheinen zu lassen. In der 11. Minute fasste sich Andrew Forsythe, der zentrale Mittelfeldantreiber der Gäste, ein Herz und zog nach feinem Zuspiel von Koenraad Van Zandt aus gut 20 Metern ab. Der Ball zischte flach ins rechte Eck, und Torhüter Ernesto Ferrer sah nur noch die Staubspur. "Ich hab den Schuss kommen sehen, aber er war einfach perfekt getroffen", brummte Ferrer nach dem Spiel, während er noch die Handschuhe auswrang.

Doch Falmouth antwortete - und wie. Nur elf Minuten später, in der 22. Minute, zirkelte Noah Rose von links einen Ball in den Strafraum, wo Ashton Bradshaw lauerte. Mit der Ruhe eines erfahrenen Strandurlaubers legte er den Ball ins lange Eck und ließ Keeper Christophe Martineau keine Chance. "Ich hab einfach instinktiv den Fuß hingehalten", grinste Bradshaw später, "und gehofft, dass der Ball mich mag."

Danach entwickelte sich ein Spiel, das so offen war wie ein jamaikanischer Markt - viel Bewegung, wenig Struktur, und ständig das Gefühl, dass gleich etwas Unvorhersehbares passiert. Die Villagers, von Trainer Hermann Tüllinghoff mit offensiver Ausrichtung und langen Bällen geschickt, versuchten es immer wieder über den schnellen Aki Lampi. Doch dessen Chancen in der 36. und 58. Minute blieben ungenutzt. "Aki rennt, als gäbe es Rabatt auf Kilometer", witzelte ein Fan auf der Tribüne, "aber der Ball will heute einfach nicht mit."

Barbican spielte ruhiger, fast stoisch. Kurze Pässe, viel Ballkontrolle - 54,8 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache. In der 66. Minute folgte die entscheidende Szene: Forsythe, diesmal als Vorlagengeber, legte den Ball clever in den Lauf von Cristobal Mendez. Der rechte Mittelfeldspieler nahm Maß und traf trocken zum 1:2. Ein Schuss, so präzise, dass man ihn auch mit Lineal hätte ziehen können. "Wir haben daran gearbeitet, geduldig zu bleiben", erklärte Barbican-Coach Peter Heinze später. "Manchmal ist weniger Sturm, mehr Wirkung."

Die Villagers warfen in der Schlussphase alles nach vorn - taktisch blieb’s bei "offensiv und hoffen". In der 85. Minute versuchte es Sebastien Gagne mit einem wuchtigen Abschluss, doch Martineau fischte den Ball mit einer Hand aus dem Winkel. Kurz darauf brachte Tüllinghoff den jungen Guy Young (20) und später sogar den 18-jährigen Leon Savard. "Ich wollte frischen Wind, kein laues Lüftchen", kommentierte der Trainer trocken. Der Wind blieb jedoch aus.

Gelbe Karten würzten die Partie: Van Zandt sah in der 54. Minute Gelb, weil er den Ball etwas zu leidenschaftlich zurückspielte - samt Gegenspieler. Mario Zaera revanchierte sich in der 77. mit einem rustikalen Einsteigen, das mehr an Rugby erinnerte. Und ganz zum Schluss, in der Nachspielzeit, erwischte es auch noch Barbicans James Peltier. "Das war kein Foul, das war ein Missverständnis zwischen Schuh und Schienbein", grinste er nach Abpfiff.

Statistisch betrachtet war Barbican das reifere Team: 11 Torschüsse gegenüber 8, leichte Vorteile im Zweikampf (52 zu 48 Prozent) und schlicht die bessere Chancenverwertung. Falmouth dagegen kämpfte, rannte, presste - aber wirkte oft wie ein Musiker, der sein Instrument vergessen hat.

"Wir haben Leidenschaft gezeigt, aber Leidenschaft allein schießt keine Tore", räumte Tüllinghoff später ein. Sein Gegenüber Heinze nickte und fügte hinzu: "Ich nehme den Sieg gern, auch wenn er nicht schön war. Schönheit gibt’s morgen im Training."

Als die Flutlichter erloschen, blieb der Eindruck eines Spiels, das alles hatte - Tempo, Emotionen, ein paar fragwürdige Grätschen - aber am Ende die nüchterne Erkenntnis: Fußball ist kein Wunschkonzert, auch nicht in der 1. Liga Jamaica.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Die Villagers spielen mit Herz, aber der Gegner hatte heute die bessere Landkarte." Und so bleibt Falmouth der Trost, dass auch Niederlagen Geschichten erzählen - manchmal sogar die spannenderen.

04.10.643990 05:31
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Sie sollen nicht glauben, dass sie Brasilianer sind, nur weil sie aus Brasilien kommen.
Paul Breitner über die Dortmunder Dede und Evanilson
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager