Jamaica News Bulletin
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Falmouth Villagers schießen Harbour View aus dem Stadion - 8:0!

Ein 8:0, das man auch als Liebesbrief an den Offensivfußball lesen könnte - oder als Horrorroman für die Verteidiger von Harbour View. Die 57.754 Zuschauer im Falmouth-Stadion bekamen jedenfalls ein Spektakel, das irgendwo zwischen Samba, Presslufthammer und Slapstick schwankte. Trainer Hermann Tüllinghoff grinste nach Abpfiff: "Ich wollte, dass die Jungs Spaß haben. Aber dass sie gleich eine kleine Torparty feiern, überrascht selbst mich."

Von Beginn an war klar, dass dieser Abend kein gemütlicher Spaziergang für Harbour View werden würde. Schon in der 7. Minute klingelte es zum ersten Mal: Ethan Thuringer, 34 Jahre jung, stellte mit einem satten Schuss klar, wer hier das Kommando hatte. Aaron MacKay hatte ihn mit einem butterweichen Pass bedient, der die Abwehr in zwei Hälften schnitt - und zwar so präzise, dass man fast chirurgische Instrumente vermuten durfte.

Thuringer legte in der 25. Minute nach, diesmal nach Vorarbeit von Moritz Brun. "Ethan war heute einfach überall - wahrscheinlich hat er auch noch die Parkplätze vor dem Stadion markiert", witzelte Mitspieler Marcio Morte später.

Doch die Villagers hatten noch lange nicht genug. Stephane Prinsloo machte in der 34. Minute das 3:0 - ein Tor, so elegant, dass man fast vergessen konnte, dass Fußball eigentlich ein Kontaktsport ist. Marcio Morte lieferte den Pass, und Prinsloo schlenzte den Ball ins lange Eck, als würde er in der Karibik die Sonne anmalen. Vier Minuten später durfte dann auch der Taktgeber Brun ran und traf zum 4:0. Für ihn gab’s danach prompt Gelb - vermutlich wegen Übermotivation beim Jubel.

Zur Pause wirkte Harbour View wie ein Team, das dringend eine Landkarte gebraucht hätte, um den eigenen Strafraum wiederzufinden. Ihre zwei kümmerlichen Torschüsse in 45 Minuten sprachen Bände. Trainer Tüllinghoff hingegen wechselte entspannt: Torwart Seiler kam für Lalonde, Lucas Duverger ersetzte Choutos. Selbst diese Personalrochaden schienen das Offensivfeuerwerk nicht zu bremsen.

Die zweite Halbzeit begann etwas ruhiger - vermutlich gönnten sich die Villagers kurz eine mentale Kokosnuss. Dann, in der 84. Minute, traf der junge Joel Marshal zum 5:0. "Ich hatte einfach Lust, auch mal einen reinzumachen", sagte der 21-Jährige später lachend. Kaum war der Jubel verklungen, stand Thuringer wieder bereit - und haute in der 85. Minute seinen dritten Treffer des Abends ins Netz. Ein Hattrick, bei dem selbst der Linienrichter kurz die Fahne zum Applaudieren hob.

Aber auch danach war Schluss machen kein Thema. Prinsloo (93.) und MacKay (94.) erhöhten auf 8:0 - ein Ergebnis, das selbst in der Videospielabteilung des Stadions für ungläubige Blicke sorgte. "Wir wollten einfach Spaß haben, und irgendwie hat sich der Ball ständig in Richtung Tor verirrt", sagte MacKay mit einem Grinsen, das zwischen Stolz und Mitleid pendelte.

Statistisch gesehen war das Spiel fast schon unverschämt einseitig: 25 Torschüsse für Falmouth, nur zwei für Harbour View. 55 Prozent Ballbesitz für die Villagers - und das, obwohl sie phasenweise aussahen, als würden sie mit Tempo 200 durch die Mitte kontern. "Wir hatten uns vorgenommen, offensiv zu spielen", erklärte Harbour-Coach (dessen Name die Presseabteilung lieber unter den Teppich kehrte). "Aber offenbar hat das auch Falmouth beschlossen - nur eben erfolgreicher."

Thuringer wurde natürlich zum Mann des Abends gewählt. "Ich fühl mich 24, nicht 34", rief er den Fans zu und verabschiedete sich mit einem Augenzwinkern. Trainer Tüllinghoff lobte das gesamte Team: "Wir haben stark gepresst, obwohl wir offiziell gar kein Pressing spielen. Das ist schon fast paradox."

Harbour View dagegen wirkte so, als wolle man die Heimreise möglichst unauffällig antreten. Einige Spieler sollen bereits auf dem Weg in die Kabine gescherzt haben: "Nächstes Mal versuchen wir’s mit Elf Mann."

Nach 94 Minuten und acht Toren blieb das Publikum begeistert zurück - und ein Stadion, das wohl noch Tage vom Rauschen der Netze träumen wird.

Und irgendwo in der Karibik sitzt jetzt ein Verteidiger von Harbour View, schaut aufs Meer und murmelt: "Vielleicht wäre Cricket doch die bessere Wahl gewesen."

18.06.643987 12:44
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