Jamaica News Bulletin
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Falmouth Villagers lassen Bull Bay alt aussehen - 3:0 und keine Gnade

Wenn 71.200 Zuschauer in der Arena von Falmouth schon nach neun Minuten stehen, klatschen und kichern, dann weiß man: Entweder ist ein Weltstar eingewechselt worden - oder Bull Bay hat wieder mal den Wecker überhört. Am 30. Spieltag der 1. Liga Jamaica sorgten die Falmouth Villagers für ein kleines Fußballfest, das weniger an taktische Feinkunst erinnerte, sondern eher an eine sonntägliche Dorfschützenparade: laut, direkt und zielsicher.

Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da zappelte der Ball schon im Netz. In der dritten Minute tankte sich Connor Fairchild über rechts durch, bekam den Ball von Mario Zaera serviert und drosch ihn in die kurze Ecke - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", lachte Fairchild später, "aber der Ball hatte andere Pläne." Zaera grinste daneben und fügte an: "Wir trainieren das so. Chaos mit System."

Bull Bay wirkte zu diesem Zeitpunkt, als hätten sie die Anreise noch in den Beinen. Kaum hatten sie den Ball, war er auch schon wieder weg. Falmouth presste früh, aggressiv, mit langen Bällen und vollem Einsatz, während die Gäste eher auf gepflegtes Ballhalten setzten - 55 Prozent Ballbesitz, aber kaum Ertrag. Zwei kümmerliche Torschüsse standen am Ende zu Buche, beide in der Schlussphase.

Neun Minuten waren gespielt, als die Villagers erneut zuschlugen. Wieder Zaera als Strippenzieher, diesmal nach einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld. Sein Pass fand José Maria Longas, der aus halblinker Position trocken abschloss. 2:0, und das Publikum sang bereits von der Meisterschaft, obwohl es dafür wohl noch ein paar Spieltage zu früh ist. "Wir waren einfach nicht wach", knurrte Bull-Bay-Trainer Sports Mann nach dem Spiel. "Zwei Mal gepennt, zwei Mal bestraft. Fußball eben."

Danach kontrollierte Falmouth das Geschehen, ohne sich zu verausgaben. 16 Torschüsse insgesamt sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn Trainer Hermann Tüllinghoff nach der Partie betonte: "Wir hätten das zehnte Tor auch noch machen können - wenn wir eines gewollt hätten." Der Mann hat Humor.

Nach der Pause startete Bull Bay einen halbherzigen Versuch der Wiedergutmachung. Sie standen höher, hielten den Ball, aber Falmouth blieb brandgefährlich. In der 51. Minute sorgte Finlay Hannigan für den endgültigen Knockout. Fairchild, wieder über rechts, legte quer - Hannigan musste nur noch einschieben. 3:0, und der Rest war Schaulaufen. "Ich dachte, er schießt selbst", sagte Hannigan lachend über Fairchild. "Aber Connor ist ein Gentleman. Meistens."

Ab da wurde das Spiel zum Schaulaufen. Die Villagers wechselten klug: Zaera durfte zur Pause raus, Oldie José Fernandes übernahm das Mittelfeld und verteilte die Bälle, als wäre er der Bürgermeister von Falmouth. Später kam Youngster Guy Young für Aki Lampi, der bis dahin mit drei vergebenen Chancen eher an seinem eigenen Glück verzweifelt war.

In der 72. Minute gab’s dann doch noch eine kleine Szene fürs Poesiealbum: Innenverteidiger Caio Veloso holte sich Gelb - wohl mehr aus Nostalgie als aus Not. "Ich wollte einfach mal wieder in die Statistik", meinte er nach dem Spiel schmunzelnd. Weniger amüsant war dann die 77. Minute, als Torschütze Fairchild nach einem Zweikampf liegen blieb. "Leichte Zerrung", beruhigte Tüllinghoff. "Er hat mehr gelitten, als nötig war."

Bull Bay brachte in der Schlussphase noch drei frische Kräfte, darunter Nachwuchsstürmer Franck Claude, der aber kaum einen Ball sah. Erst in der 85. und 86. Minute verzeichneten die Gäste ihre einzigen gefährlichen Abschlüsse - ein Weitschuss von Moritz Jahn und ein Versuch des 18-jährigen Lewis Celine, die beide von Keeper Ernesto Ferrer locker pariert wurden. Dessen größte Herausforderung blieb, in der Schlussphase nicht einzuschlafen.

Als der Schlusspfiff ertönte, rissen die Villagers die Arme hoch, als hätten sie gerade den Pokal gewonnen. Vielleicht war es auch einfach Erleichterung - schließlich hatte man Bull Bay in den letzten drei Begegnungen keinen Sieg abringen können. "Heute war’s einfach unser Abend", sagte Trainer Tüllinghoff mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Schadenfreude lag.

Fazit: Ein überzeugendes 3:0, das deutlicher wirkte als die nackten Zahlen. Falmouth spielte mit Herz und Humor, Bull Bay mit Ballbesitz und Bedauern. Oder, wie es der Stadionsprecher beim Abpfiff trocken kommentierte: "Das war dann wohl eindeutig."

Und wer in Falmouth am Sonntagmorgen durch die Straßen läuft, wird den ein oder anderen Spruch hören - vielleicht etwas in der Art: "Zaera liefert, Fairchild trifft, und Bull Bay schaut zu." Fußball kann manchmal so einfach sein.

01.01.643988 05:33
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