Jamaica News Bulletin
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Falmouth Villagers feiern Galaabend gegen Spanish Town - 3:0 und Applaus im Stehen

Wer am Samstagabend im Stadion der Falmouth Villagers saß, der bekam für sein Eintrittsgeld (und das waren immerhin 66.391 Zuschauer) ein Fußballfest geboten. 3:0 hieß es am Ende gegen ein überfordert wirkendes Spanish Town - und das Ergebnis war, man darf es ruhig sagen, noch schmeichelhaft für die Gäste.

Die Villagers legten los, als wollten sie sämtliche Zweifel an ihrer Offensivkraft schon in den ersten Minuten zerstreuen. Trainer Hermann Tüllinghoff hatte seine Mannschaft klar auf Angriff gebürstet: aggressiv, offensiv, mit langem Passspiel und Pressing, das einem Zuschauer auf der Haupttribüne die Worte entlockte: "Die haben ja gar keine Lust, uns atmen zu lassen!" Der Gast aus Spanish Town, unter der Leitung des stoisch wirkenden Ioannis Exis, wirkte phasenweise wie ein Schülerteam auf Klassenfahrt - bemüht, aber ohne echten Plan.

Die ersten Chancen gehörten erwartungsgemäß den Hausherren. Finlay Hannigan prüfte schon in der dritten Minute den gegnerischen Keeper Davib Wyler, der sich mit einer Glanzparade auszeichnen durfte. Kurz darauf donnerte Ricardo Velasco einen Ball aus 25 Metern an die Bande - ein Schuss, der so weit vorbeiging, dass er vermutlich in einem anderen Landkreis landete.

Doch die Villagers blieben dran. Nach ein paar ruppigen Szenen - Jelle Van Buren sah früh Gelb, vermutlich um sicherzugehen, dass der Schiedsrichter seinen Namen lernt - übernahmen sie endgültig das Kommando. Und dann kam die 38. Minute: Connor Fairchild flankte von rechts, mit der Präzision eines Uhrmachers, und Sebastien Gagne vollendete volley. 1:0. Das Stadion bebte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Gagne später, "und gehofft, dass er nicht in den Parkplatz fliegt."

Spanish Town wirkte überrascht, fast empört, dass die Villagers tatsächlich Tore schießen wollten. In der Pause diskutierte Trainer Exis wild gestikulierend mit seinen Assistenten, doch was auch immer sie beschlossen - es half nichts.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: mit Falmouth im Vorwärtsgang. Gagne, inzwischen der unangefochtene Publikumsliebling, legte in der 69. Minute nach - erneut nach Vorarbeit von Fairchild. Ein klassischer Konter, so lehrbuchhaft, dass man ihn in der nächsten Trainerausbildung zeigen könnte. "Wir haben das trainiert", sagte Tüllinghoff hinterher mit einem süffisanten Grinsen. "Zweimal die Woche. Manchmal sogar mit Ball."

Spanish Town hatte in dieser Phase immerhin ein paar Schüsse - sechs insgesamt über das ganze Spiel, laut Statistik - aber keiner davon zwang Keeper Ernesto Ferrer ernsthaft zu einer Parade. Der Mann hätte vermutlich auch im Liegestuhl bleiben können. "Ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt noch eingetragen bin", witzelte Ferrer nach dem Spiel.

Das 3:0 in der 79. Minute war dann die endgültige Entscheidung: Hannigan, der sich zuvor mehrfach vergeblich versuchte, schob nach einer feinen Ablage von Aki Lampi ins lange Eck. Es war ein Tor der Sorte "verdient und fällig". Die Zuschauer jubelten, Lampi lachte, und selbst der Stadionsprecher klang, als wolle er eine Zugabe ansagen.

Die letzten Minuten boten dann noch ein paar taktische Wechsel und gelbe Karten - Mario Zaera und Ricardo Velasco holten sich ihre Erinnerungsstücke für die Sammlung ab. Tüllinghoff wechselte Gagne aus, wohl auch, um ihm den verdienten Applaus zu gönnen. "Er hat heute zwei gemacht, mehr als genug", meinte der Coach. "Außerdem wollte ich sehen, ob Robert Desjardins auch noch weiß, wo das Tor steht."

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 16 Torschüsse zu 6, 50,3 Prozent Ballbesitz, sechs Gelbe (fünf davon für Falmouth - offenbar ein Missverständnis des Begriffs *Fair Play*). Trotzdem: Der Sieg war nie gefährdet.

Trainer Exis wirkte nach dem Spiel gefasst. "Wir haben einen Plan gehabt", sagte er, "aber die Villagers hatten offenbar einen besseren." Und während Tüllinghoff noch auf dem Rasen seine Spieler umarmte, begann auf den Rängen schon der ausgelassene Gesang.

Ein 3:0, das die Falmouth Villagers wieder in die Spur bringt. Und wenn sie diese Form halten, dann wird es in der 1. Liga Jamaica bald eng für so manchen Gegner. Oder, wie Fairchild es trocken zusammenfasste: "Heute war’s einfach. Nächste Woche machen wir’s schwerer - fürs Publikum."

Ein Abend, wie man ihn in Falmouth liebt: laut, leidenschaftlich, und mit einem Ergebnis, das selbst den Trainer schmunzeln ließ.

16.11.643987 00:38
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Wenn für Ze Roberto jemand 30 Millionen bietet, kann er sein Auto putzen und dann ab über die Alpen.
Rainer Calmund
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