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Es war einer dieser Abende im Falmouth-Stadion, an denen man schon beim Einlaufen der Mannschaften ahnte: Heute wird’s laut, heute wird’s wild. 63.201 Zuschauer sahen, wie die Falmouth Villagers Duhaney Park mit 3:1 bezwangen - und wie Aki Lampi mit einem Doppelschlag das Spiel praktisch im Alleingang entschied. Von Beginn an gaben die Villagers Gas. Trainer Hermann Tüllinghoff hatte seine Elf offensiv eingestellt, "Pressing bis in die Stadionkantine", wie er später lachend sagte. Schon in der ersten Minute prüfte der junge Theo Boyle den gegnerischen Keeper Rene Payne - ein Vorgeschmack auf die kommenden 90 Minuten, die für Duhaney Park eher wie eine Dauereinladung zur Abwehrarbeit wirkten. 20 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz und eine Tacklingquote jenseits der 55 Prozent - die Statistiken erzählen die Geschichte einer Mannschaft, die das Spiel dominierte. Und doch dauerte es bis zur 41. Minute, bis der Bann fiel: Marcio Morte stieß in zentraler Position durch, sah den startenden Lampi und legte quer. Der Finne blieb eiskalt - 1:0. "Ich hatte das Gefühl, ich könnte heute drei schießen", grinste Lampi später. Er irrte sich nur minimal. Nach der Pause versuchte Duhaney Park, sich aus der Umklammerung zu befreien. Coach Elisa Fernanda gestikulierte wild an der Seitenlinie, während ihr Team weiter auf Konter lauerte. Doch das Risiko blieb überschaubar - zu groß war der Respekt vor den schnellen Flügeln der Villagers. In der 56. Minute schlug dann die rechte Seite zu: Connor Fairchild, der unermüdliche Antreiber, setzte sich durch und flankte punktgenau auf Robert Desjardins. Der Kanadier nickte ein - 2:0. "Das war wie im Training, nur dass diesmal 60.000 Leute zugeschaut haben", witzelte Desjardins nach Abpfiff. Duhaney Park wirkte nun angezählt, und Falmouth spielte mit der Selbstverständlichkeit eines Tabellenführers. Elf Minuten später der nächste Streich: Wieder Fairchild, wieder Lampi - 3:0. Ein Tor, das das Stadion in ein Tollhaus verwandelte. "Da wusste ich, dass wir sie haben", erklärte Trainer Tüllinghoff mit einem zufriedenen Grinsen. Doch wer nun dachte, die Gäste würden sich ergeben, sah sich getäuscht. In der 86. Minute nutzte Eduardo Ramallo die erste echte Unachtsamkeit der Villagers-Abwehr. Nach Zuspiel von Linksverteidiger Jamie Blanchet traf der 36-Jährige mit der Routine eines alten Fuchses zum 3:1. "Ich wollte wenigstens nicht mit leeren Händen heimfahren", meinte Ramallo später. Die Schlussminuten wurden dann zur kleinen Kartenparade. Blanchet, der schon in der ersten Halbzeit Gelb gesehen hatte, sah in der 88. Minute Gelb-Rot, und auch auf beiden Seiten blitzte das Kartonlager der Schiedsrichterin auf. "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens kämpfend", kommentierte Duhaneys Coach Elisa Fernanda trocken. Einziger Wermutstropfen für Falmouth: Innenverteidiger Bailey Williamson musste in der 75. Minute verletzt ausgewechselt werden. "Er hat sich wohl am Knöchel vertreten, aber ich hoffe, es ist nichts Ernstes", gab Tüllinghoff Entwarnung. Die Villagers spielten das Ergebnis souverän herunter, auch wenn Noah Rose sich in der Nachspielzeit noch eine überflüssige Gelbe abholte - wohl mehr aus Langeweile als aus Notwendigkeit. Nach Abpfiff feierten die Fans ihr Team mit Sprechchören, die bis in die Nachbarschaft hallten. "Das war heute ein Statement", fasste Kapitän Fairchild zusammen. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur schön, sondern auch effektiv spielen können." Duhaney Park dagegen wird sich fragen müssen, warum aus fünf Torschüssen nur einer den Weg ins Netz fand. Vielleicht, weil Keeper Ernesto Ferrer einen dieser Abende hatte, an denen selbst der Ball Respekt zeigt. Hermann Tüllinghoff brachte es später auf den Punkt: "Das war kein perfektes Spiel, aber ein ehrliches. Wir haben gearbeitet, gerannt, und Aki hat eben zweimal getroffen. Was will man mehr?" Ein Abend voller Energie, Emotionen und - zumindest für die Fans der Villagers - purer Freude. Und irgendwo auf der Tribüne dürfte ein kleiner Junge mit Falmouth-Schal gedacht haben: Wenn ich groß bin, will ich Aki Lampi werden. Schlusswort: In Falmouth feiert man noch, in Duhaney Park sucht man nach Antworten. Fußball kann manchmal grausam ehrlich sein - aber genau das macht ihn so schön. 10.04.643987 01:45 |
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