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Duncan, 16. Januar 2026 - 50.000 Zuschauer im tosenden "Duncan Dome" sahen ein Spiel, das zunächst nach einem Heimsieg aussah und am Ende in eine kleine Tragödie für die Duncan Destroyers mündete. Die Falmouth Villagers, von Trainer Hermann Tüllinghoff mit gewohnt forscher Offensive auf den Rasen geschickt, gewannen nach Rückstand noch mit 2:1 - und das, obwohl sie zur Pause wie der sichere Verlierer aussahen. Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Gastgeber. In der 15. Minute setzte sich Julien Bethune, der quirlig-schnelle Rechtsaußen der Destroyers, nach schönem Zuspiel von Jacob Guillory durch und hämmerte den Ball mit links unter die Latte. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du nachdenkst, ist der Ball eh weg", grinste Bethune später und ahnte da wohl schon, dass seine Worte prophetisch klingen würden. Denn ab der Pause war vom gnadenlosen Druck der ersten halben Stunde nicht mehr viel zu sehen. Die Gäste aus Falmouth, die zuvor ihre Chancen reihenweise vergeben hatten - allein Sebastien Gagne prüfte dreimal den Keeper Alessandro Pietro - kamen frischer aus der Kabine. Tüllinghoff hatte anscheinend die richtigen Worte gefunden. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon 20 Mal aufs Tor schießt, dann darf einer ruhig reingehen", verriet der Coach mit einem Augenzwinkern. Und tatsächlich: In der 63. Minute fiel das 1:1. Connor Fairchild, der unermüdliche Rechtsmittelfeldmann, traf nach einer verlängerten Flanke von Innenverteidiger Bailey Williamson - ein Treffer, der so gar nicht ins Schema passte, aber umso mehr Wirkung zeigte. Die Destroyers verloren den Faden, der Ballbesitz (47,9 Prozent) kippte nun endgültig zu Gunsten der Villagers (52,1 Prozent). Als ob das nicht genug gewesen wäre, schwächten sich die Gastgeber selbst. Der junge Mason Young, gerade einmal 20, ließ sich in der 70. Minute zu einer übermotivierten Grätsche hinreißen - direkt vor den Augen des Schiedsrichters. Rot. Trainer der Destroyers, sichtlich bemüht, die Contenance zu wahren, schüttelte nur den Kopf. "Er hat das Herz am rechten Fleck, aber leider auch das Bein zu hoch", murmelte er in Richtung der Presseplätze. Tüllinghoff roch Blut. Seine Villagers schoben nach, spielten weiter offensiv, fast schon trotzig. Und in der 79. Minute kam die Belohnung: Ethan Thuringer, der Routinier im Sturmzentrum, stand da, wo ein Stürmer stehen muss. Fairchild flankte präzise, Thuringer köpfte - 2:1. Das Stadion verstummte für einen Moment, nur die rund 200 mitgereisten Falmouth-Fans jubelten sich die Seele aus dem Leib. "Ich dachte, der Ball kommt gar nicht mehr runter", lachte Thuringer später. "Aber dann war er da - und ich hab einfach gemacht, was man mit 34 noch kann: Kopf hin, Augen zu, hoffen." Die Destroyers warfen noch einmal alles nach vorn, trotz Unterzahl. Yves Baskin versuchte es in der 88. Minute mit einem Distanzschuss, doch Falmouth-Keeper Ernesto Ferrer lenkte den Ball mit einer Hand über die Latte - eine Parade, die wohl in den Saisonrückblicken auftauchen wird. Zu allem Überfluss verletzte sich kurz darauf Jacob Guillory nach einem harten Zweikampf und musste ausgewechselt werden. Es war der bittere Schlusspunkt eines Abends, der den heimischen Fans noch lange in Erinnerung bleiben dürfte - aus den falschen Gründen. Die Statistik untermauert die Wende: 20 zu 7 Torschüsse für Falmouth, mehr gewonnene Zweikämpfe (55 zu 45 Prozent) und ein sichtbar höheres Tempo im zweiten Durchgang. Während Duncan nach der Pause in einen lethargischen Verwaltungsmodus verfiel, blieben die Villagers ihrem offensiven Credo treu. "Wir haben nie aufgehört, an uns zu glauben", sagte Fairchild nach dem Spiel. "Und ehrlich gesagt - so viele Chancen kann man nicht ungenutzt lassen, ohne dass’s irgendwann knallt." Als der Schlusspfiff ertönte, streckte Tüllinghoff die Faust in den Nachthimmel von Duncan. Auf der anderen Seite verließen die Destroyers bedröppelt den Platz - Julien Bethune mit leerem Blick, Mason Young kopfschüttelnd in der Kabine. Ein Spiel, das alles bot: Kampf, Emotionen, eine rote Karte und einen späten Helden. Nur für die Destroyers war es ein Abend zum Vergessen. Aber wer weiß - vielleicht erzählen sie in ein paar Jahren, wie sie "damals, gegen Falmouth" gelernt haben, dass ein 1:0 zur Halbzeit kein Versprechen ist, sondern eine Einladung zum Drama. Und irgendwo in Falmouth wird Hermann Tüllinghoff heute Abend noch ein leicht schiefes Lächeln tragen - das eines Trainers, der das Chaos liebt, solange es in seinem Sinne endet. 11.07.643987 18:29 |
Sprücheklopfer
Der Trainer hat gesagt, wir sollen uns am Gegner festbeißen. Das habe ich versucht zu beherzigen.
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