Sverige Fotboll
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Ersboda tanzt Malmö aus - Karlsons Doppelschlag bringt die Arena zum Kochen

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob Malmö IF überhaupt den Bus bis nach Ersboda hätte nehmen sollen. 19.744 Zuschauer im Ersboda-Stadion erlebten eine Lehrstunde in Sachen Spielfreude, gepaart mit einer Prise nordischer Frechheit. Am Ende stand auf der Anzeigetafel ein deutliches 3:0 für die Hausherren - und das war noch schmeichelhaft für die Gäste.

Ersboda BK begann, als hätte Trainer Piel Juergen seinen Spielern morgens Espresso intravenös verabreicht. Schon in der ersten Minute schepperte es beinahe, als Fabian Frank aus der Distanz abzog. Malmö wirkte überrascht, ja fast beleidigt, dass der Gegner tatsächlich Fußball spielen wollte. "Wir wollten das Spiel kontrollieren", erklärte Malmös Coach Christoph Kleinschmidt nach der Partie. "Leider hat Ersboda vergessen, uns mitzuteilen, wie."

Der Druck der Gastgeber zahlte sich in der 24. Minute aus: Urban Karlson, der rechte Flügelstürmer mit dem Turbo im Schuh, vollendete einen blitzsauberen Angriff über Paulus Ohlson. Ein Schuss, präzise wie ein Wintertag in Umeå - 1:0. Während die Heimfans jubelten, blickte Malmö-Kapitän Joao de Freitas ratlos gen Himmel, als suche er dort den VAR.

Malmö brachte in der ersten Halbzeit ganze drei Torschüsse zustande - drei! - und keiner davon brachte Ersbodas Keeper Jesper Karlson ins Schwitzen. Ballbesitz? 43 Prozent für Malmö, aber wenn der Ball ständig im eigenen Strafraum klebt, ist das mehr Last als Lust.

Nach der Pause ging’s weiter, als hätte jemand die Zeitlupe herausgenommen. Kaum war die 48. Minute angebrochen, klingelte es erneut. Wieder war es Urban Karlson, der nach Vorlage des quirligen Gerard Grenier vollstreckte. "Ich hab einfach geschossen, weil keiner geschrien hat, dass ich’s lassen soll", grinste Karlson später. Zwei Tore, ein Dauerlächeln - und die Gewissheit, dass Malmö an diesem Abend nur Statist in seiner Show war.

Kleinschmidt reagierte panisch: Dreifachwechsel in der 60. Minute. Anderson, Berglund, Johansson kamen - frisches Blut, frische Hoffnung. Doch Ersboda ließ sich nicht beirren. Taktisch blieb Juergens Elf auf Angriff gebürstet, Passspiel kurz und knackig, aggressiv im Zweikampf. 22 Torschüsse am Ende sprechen Bände.

In der 80. Minute schließlich das Sahnehäubchen: Innenverteidiger Alfred Abelson, gerade erst für Jordi Herreros wieder eingewechselt, stieg nach einer Ecke von Ohlson in die Luft und nickte den Ball humorlos ins Netz. 3:0, der Endstand, der sich anfühlte wie ein 5:0. "Ich wollte eigentlich nur klären", scherzte Abelson später, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Die letzten zehn Minuten waren Schaulaufen. Trainer Juergen gönnte Karlson den verdienten Applaus - Kevin Engel kam, das Publikum erhob sich. Malmö versuchte’s noch einmal, halbherzig, mit einem Schüsschen von Jakob Anderson in der 71. Minute. Doch Jesper Karlson im Ersboda-Tor hätte dabei fast gegähnt.

"Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht nur kämpfen, sondern auch spielen können", sagte Juergen mit einem spitzbübischen Lächeln. "Und Urban hat wohl beschlossen, dass er jetzt auch den Stürmer des Jahres machen will."

Selbst die Statistik unterstreicht die Dominanz: 56 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 22:3 Torschüsse - ein Klassenunterschied. Malmö IF wirkte wie ein Team, das noch auf Sommerpause eingestellt war, während Ersboda längst wieder im Liga-Modus marschiert.

Nach dem Schlusspfiff blieb den Gästen nur der Handschlag. Karlson klopfte Gegenspieler Postiga aufmunternd auf die Schulter und murmelte: "War ein harter Abend, was?" - worauf der nur grinste: "Für euch vielleicht nicht."

So endete ein Spiel, das weniger vom Ergebnis als von der Leichtigkeit Ersbodas lebte. Ein Team im Flow, ein Trainer, der alles richtig machte, und ein Publikum, das noch beim Rausgehen über Karlsons zweites Tor diskutierte.

Oder, wie ein Fan am Bierstand sagte: "Wenn Ersboda so weiterspielt, müssen wir bald Eintritt zahlen, nur um Training zu sehen."

Ein Satz, der vielleicht übertrieben klingt - aber nach diesem 3:0 versteht man ihn ganz gut.

04.01.643991 20:23
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
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