Sverige Fotboll
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Ersboda führt zur Pause - Degerfor dreht das Spiel mit Offensivrausch

Es war einer dieser Abende, an denen 19.750 frierende, aber euphorische Zuschauer in Ersboda dachten, sie hätten alles im Griff - bis Degerfor FF in der zweiten Halbzeit beschloss, Fußball zu zelebrieren. Am Ende stand ein 2:4 aus Sicht von Ersboda BK, ein Ergebnis, das sich liest wie ein Lehrstück in Sachen Chancenverwertung und Fitness.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. Schon in der 10. Minute brachte René Schüler die Gastgeber in Führung. Der 32-Jährige nutzte einen Traumpass von Gerard Grenier, stand goldrichtig und schob trocken ein. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber dann war er plötzlich da - und ich auch", grinste Schüler nach dem Spiel, noch leicht verschwitzt und mit einem gelben Karton von Minute 21 im Gedächtnis.

Degerfor wirkte kurz geschockt, fand dann aber in die Partie. Gerade Mattias Ohlson, der bullige Mittelstürmer der Gäste, hatte Lust auf Tore. In der 27. Minute traf er nach schönem Zuspiel von Routinier Sigvard Bruhn zum Ausgleich - der erste von vielen Momenten, in denen Ersbodas Defensive eher Zuschauer als Akteure war.

Doch Ersboda wollte sich nicht lumpen lassen. Noch vor der Pause, in der 39. Minute, erzielte Fabian Frank nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Herbert Larsson das 2:1. Die Fans tobten, Trainer Piel Juergen ballte die Faust. "Wir waren da, wir waren gallig, wir waren… naja, eben Ersboda", sagte er später mit einem ironischen Schmunzeln.

Die Halbzeitstatistik sprach zu diesem Zeitpunkt für die Gastgeber - zumindest optisch: 49 Prozent Ballbesitz, ein paar ordentliche Torschüsse, und die Gewissheit, dass man Degerfor ärgern konnte. Aber Ärgern allein reicht nicht, wenn der Gegner 24 Schüsse aufs Tor abfeuert.

Denn dann kam die zweite Halbzeit - und mit ihr eine schwedische Lehrstunde. Degerfor-Coach René Linge brachte zur Pause gleich drei frische Kräfte: Eskil Karlson, Karl Kraft und den 17-jährigen David Neres. Und plötzlich war alles anders.

In der 53. Minute war es wieder Ohlson, der nach Pass von Adrian Holmqvist trocken ins lange Eck abschloss. 2:2. Nur sechs Minuten später drehte Markus Paulsson das Spiel - und zwar mit einem wuchtigen Rechtsschuss, den man in der Eishalle nebenan noch hörte. "Ich dachte, ich hau einfach mal drauf", sagte der 24-Jährige hinterher lachend. "Und diesmal ging’s halt rein."

Ersboda taumelte, Degerfor tanzte. Der Ball lief, als sei er an einem Gummiband befestigt. In der 76. Minute setzte Anselm Dahlstrom den Schlusspunkt. Nach feiner Vorarbeit des jungen Karl Kraft schlenzte er den Ball unhaltbar zum 2:4 ins Netz. Trainer Linge hob danach nur eine Augenbraue: "Wir haben einfach weitergespielt. Fußball ist kein Sprint, sondern ein 90-Minuten-Problem."

Ersboda versuchte es mit wilden Angriffen - Urban Karlson hatte in der 66. und 68. Minute noch zwei Abschlüsse, die aber eher an Verzweiflung denn an Präzision erinnerten. "Da hat die Kraft gefehlt", gab Kapitän Frank ehrlich zu. Auch die Einwechslung des 17-jährigen Henrik Sundström für Schüler brachte frischen Wind, aber keine Wende.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 24 Torschüsse für Degerfor gegenüber 8 für Ersboda. 51 Prozent Ballbesitz für die Gäste, die körperlich und taktisch einfach reifer wirkten. Selbst Ersbodas Tackling-Quote von knapp 45 Prozent deutet darauf hin, dass man oft nur hinterherlief.

Nach dem Schlusspfiff blieb den Gastgebern nur Galgenhumor. "Wir führen 2:1 zur Pause - und verlieren 2:4. Das ist fast schon Kunst", meinte Trainer Juergen trocken. Auf der anderen Seite feierte Linge mit seinem Team ausgelassen. Ohlson bekam ein paar Klapse auf den Rücken, Dahlstrom grinste in jede Kamera, und der junge Neres machte Selfies mit Fans, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

Ein Zuschauer brachte es auf den Punkt: "In der ersten Halbzeit dachte ich, das wird unser Abend. In der zweiten dachte ich, ich hätte das falsche Stadion erwischt."

Degerfor FF fährt also mit drei Punkten nach Hause, während Ersboda BK sich mit der bitteren Erkenntnis trösten muss, dass 45 gute Minuten in dieser Liga einfach nicht reichen.

Und wenn man Trainer Juergen glauben darf, wird das nächste Spiel "defensiver, disziplinierter und hoffentlich mit weniger Drama". Aber mal ehrlich - ohne Drama wäre Fußball in Ersboda nur halb so schön.

20.12.643987 18:38
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