Sverige Fotboll
+++ Sportzeitung für Schweden +++

Ersboda BK überrennt Halmstad - und zittert sich doch zum 3:2

Was für ein Abend in der 1. Liga Schweden! 18.887 Zuschauer im Ersboda-Stadion sahen ein Spiel, das in der ersten Viertelstunde so aussah, als wolle Ersboda BK die Liga im Alleingang entscheiden - und das dann doch noch zur Nervenprobe geriet. Am Ende hieß es 3:2 (3:1) gegen Halmstad FK, und Trainer Piel Juergen hatte allen Grund, sich die grauen Haare zu zählen.

Denn wie die Hausherren loslegten, war schlichtweg furios. Schon in der 9. Minute zappelte der Ball im Netz. Julio Sancho, der flinke Linksaußen, zog nach Vorlage von Urban Karlson trocken ab - 1:0. Sancho grinste später in die Kameras: "Ich wollte eigentlich flanken, aber na ja, manchmal ist Ehrlichkeit im Fußball überbewertet." Das Publikum liebte ihn dafür.

Nur drei Minuten später legte Paulus Karlson nach. Der zentrale Mittelfeldmotor versenkte einen Pass des 18-jährigen Torsten Nelsen, als spiele er schon ewig in der Liga. Zwei Minuten darauf - man hatte kaum Zeit, das Jubelbier zu kippen - traf Fabian Frank zum 3:0. Wieder bereitete der blutjunge Nelsen vor, der mit seiner unbekümmerten Art selbst die Reportertribüne zum Schmunzeln brachte. "Der Junge spielt, als hätte er noch nie Angst vor einem Gegenspieler gehabt", meinte Coach Juergen trocken. "Vielleicht weiß er einfach noch nicht, dass man hier auch gefoult wird."

Doch wer dachte, Halmstad würde sich ergeben, irrte. In der 20. Minute schlug Joao Sancho - nein, kein Verwandter von Julio, aber fast so flink - zurück. Nach Pass von Alex Meireles zirkelte er den Ball aus 20 Metern ins Eck. "Ich wollte den Torwart nur erschrecken", witzelte er nach dem Spiel. "Aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Die Partie blieb unterhaltsam, temporeich, manchmal auch ruppig. Gerard Grenier sah in der 25. Minute Gelb, als er den Halmstad-Kapitän etwas zu leidenschaftlich vom Ball trennte. Zwei Minuten später revanchierte sich Valter Björklund mit einem Foul der Marke "Ich war’s doch gar nicht, Schiri!" - auch Gelb.

Dann kam die Kuriosität des Abends: Schon in der 8. Minute hatte Halmstad einen unglücklichen Wechsel erzwingen müssen. Torsten Anderson raus, Leif Uggla rein - und gleich wieder verletzt runter. "Ich war keine drei Minuten auf dem Platz", jammerte Uggla später. "Aber wenigstens habe ich das Gras aus der Nähe gesehen."

Zur Pause führte Ersboda 3:1, und das Publikum sang sich heiser. Doch wer dachte, das Spiel sei gelaufen, wurde eines Besseren belehrt. Nach Wiederanpfiff schien Ersboda sich zu sicher. Die Pässe wurden länger, die Beine schwerer, und Halmstad witterte Morgenluft. In der 51. Minute war’s dann soweit: Vincent Lindström traf nach schöner Flanke von Björklund zum 3:2. Plötzlich lag Nervosität in der Luft.

"In der zweiten Halbzeit haben wir einfach aufgehört, Fußball zu spielen", schimpfte Ersboda-Trainer Juergen später. "Vielleicht dachten die Jungs, das Ergebnis wird eingefroren." Immerhin: Trotz 56 Prozent Ballbesitz für Halmstad und deutlich höherer Passquote blieb Ersboda gefährlicher. 18 Torschüsse verzeichneten die Statistiker für die Gastgeber, nur vier für die Gäste - das sagt fast alles.

Als Juergen in der 60. Minute Johann Fuchs vom Platz nahm ("Der hat so viel gelaufen, der braucht jetzt drei Tage Urlaub") und Sigmund Eriksson brachte, stabilisierte sich das Spiel wieder. Der junge Ruben Corcoles durfte in der 72. Minute noch für den müden Fabian Frank ran, konnte aber keine Akzente mehr setzen.

In der Schlussphase hätte Julio Sancho fast noch das 4:2 erzielt, doch sein Schuss in der 94. Minute segelte knapp über die Latte. "Ich hab’s extra spannend gemacht", grinste er nach Spielende.

Halmstad warf noch einmal alles nach vorne, aber ohne Pressing, ohne Risiko - Taktiktrainer würden sagen: zu brav. "Wir wollten kein Gegentor mehr", erklärte ihr Coach lapidar. "Hat ja auch geklappt." Nun ja - das dritte war ja schon passiert.

So blieb es beim 3:2 für Ersboda BK, einem Sieg, der spektakulär begann und zitternd endete. Die Fans feierten trotzdem. "Egal, ob 3:0 oder 3:2 - Hauptsache drei Punkte", brüllte ein älterer Herr mit Bier in der Hand auf der Tribüne. Wahrscheinlich sprach er damit ganz Ersboda aus dem Herzen.

Und Trainer Juergen? Der lächelte verschmitzt: "Wir wollten offensiv spielen, haben drei Tore gemacht - und fast noch drei kassiert. Das ist doch Unterhaltung pur."

Ein Abend also, wie ihn Fußballromantiker lieben: laut, wild, unberechenbar - und mit einem Happy End für die, die es mit dem BK halten.

16.12.643993 08:37
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