Sverige Fotboll
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Ersboda BK tanzt im Nauco-Stadion: 3:1-Sieg trotz weniger Ballbesitz

Ein lauer Frühlingsabend, 23.117 Zuschauer, die Sonne gerade untergegangen - perfekte Bedingungen für den FC Nauco, um am 6. Spieltag der 1. Liga Schweden mit einem Heimdreier in den Frühling zu starten. Eigentlich. Doch was dann kam, erinnerte eher an eine Lektion in Effizienz, erteilt von einem Ersboda BK, das seine Chancen mit chirurgischer Präzision nutzte und den Gastgeber mit 3:1 entführte.

Dabei hatte Nauco-Coach Mr. Hawk vor Anpfiff noch betont: "Wir wollen das Spiel kontrollieren, den Ball laufen lassen." Kontrollieren tat sein Team tatsächlich - ganze 56 Prozent Ballbesitz, jede Menge Kurzpässe, schöne Flügelangriffe. Nur: Der Ball wollte einfach nicht rein, zumindest nicht oft genug.

Ersboda dagegen hielt sich nicht lange mit Ästhetik auf. In der 13. Minute das erste Mal gefährlich, das erste Mal eiskalt: Fabian Frank, 32 Jahre jung, ein Stürmer alter Schule, traf nach Vorarbeit von Asier Quaresma zur frühen Führung. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Frank später. "Wenn ich da noch überlege, ist der Ball schon wieder weg."

Nauco versuchte zu antworten, spielte gefällig, Vilhelm Paulsson prüfte den Keeper in der 38. und 40. Minute, aber Jesper Karlson im Ersboda-Tor hatte einen dieser Abende, an denen Torhüter plötzlich zu Wänden werden. Stattdessen jubelte wieder der Gast: Gerard Grenier, der elegante Franzose im Mittelfeld, schlenzte in der 27. Minute einen Ball ins Netz, nachdem erneut Quaresma den Pass des Tages gespielt hatte. 0:2 - und die Nauco-Fans rieben sich die Augen.

"Wir waren da einfach zu brav", knurrte Mr. Hawk später. "Ersboda war bissiger. Ich hätte vielleicht früher umstellen sollen - oder einfach ein Tor köpfen."

Nach der Pause kam Nauco mit Wut und jugendlichem Übermut aus der Kabine. Und wer, wenn nicht der 19-jährige Paulsson, sollte das Feuer neu entfachen? In der 47. Minute machte er, was er in der ersten Halbzeit so sehnsüchtig versucht hatte: Nach Vorarbeit von Björn Dahlin drosch er den Ball unhaltbar unter die Latte. 1:2 - das Stadion tobte, und kurz sah es so aus, als wolle Nauco das Spiel noch drehen.

Zwischen Minute 46 und 55 hagelte es Nauco-Torschüsse - Paulsson, Pfeiffer, Mattson - doch der Ball wollte partout nicht mehr ins Netz. "Da war alles dabei: Latte, Pfosten, Keeper, Pech und ein Fluch", fasste Dahlin mit einem schiefen Lächeln zusammen.

Ersboda wankte, aber fiel nicht. Trainer Piel Juergen reagierte clever, brachte frische Beine: Sigmund Eriksson ersetzte den müden Ohlson, Jordi Herreros stabilisierte die Abwehr. Und während Nauco mit offenem Visier stürmte, wartete Ersboda geduldig - fast schon fies - auf die letzte Gelegenheit.

In der Nachspielzeit, als die Nauco-Fans schon verzweifelt die Nachbarn anschwiegen, schlug Fabian Frank erneut zu. Wieder ein Pass von Grenier, wieder dieser trockene Abschluss - 91. Minute, 1:3. Die Entscheidung. Frank hob entschuldigend die Hände, als wollte er sagen: "Tut mir leid, aber das ist mein Job."

Statistisch betrachtet ein paradoxes Spiel: Nauco mit mehr Ballbesitz (56,5 zu 43,5 Prozent) und fast ebenso vielen Torschüssen (9 zu 12), aber Ersboda mit der klareren Linie, dem besseren Plan - und eben den Toren.

Nach dem Schlusspfiff umarmte Piel Juergen seine Spieler und sagte lachend: "Wir haben nicht schön gespielt, aber schön gewonnen." Ein Satz, der es auf den Punkt bringt.

Mr. Hawk hingegen blickte ratlos auf den Rasen: "Wenn Ballbesitz Tore wären, hätten wir 5:2 gewonnen." Sein Assistent murmelte nur: "Vielleicht sollten wir Fabian Frank verpflichten."

Während die Ersboda-Spieler ausgelassen vor dem Gästeblock tanzten, stapften die Nauco-Akteure mit hängenden Köpfen in die Kabine. Nur Paulsson, der Torschütze, hielt kurz inne und klopfte sich selbst auf die Brust. "Ich bin 19. Ich hab’ Zeit. Nächstes Mal mach’ ich zwei."

Ein Satz, der Hoffnung macht - zumindest für jene, die an den nächsten Frühling glauben. Denn an diesem Abend gehörte er ganz Ersboda BK, das mit cleverer Offensive und eiskalter Effizienz bewies: Man muss nicht immer den Ball haben, um das Spiel zu besitzen.

08.01.643994 09:17
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