Sverige Fotboll
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Ersboda BK rettet spät ein 3:3 - Spektakel mit offenem Visier

Es war ein eiskalter Januarabend in Umeå, doch die 19.750 Zuschauer im Stadion von Ersboda BK hatten kaum Zeit zu frieren. Sie sahen beim 3:3 gegen Atvidaberg BK ein Spiel, das an Rasanz kaum zu überbieten war - und das mit einem dramatischen Happy End für die Gastgeber endete.

Trainer Piel Juergen hatte seine Ersboda-Elf gewohnt offensiv eingestellt - "wir wollten von Anfang an Druck machen, und wenn dabei jemandem der Puls hochgeht, umso besser", grinste er später. Schon nach sechs Minuten ging sein Plan auf: René Schüler, der alte Fuchs im Sturm, vollstreckte nach feinem Zuspiel von Urban Karlson zum 1:0. Das Publikum tobte, und Schüler selbst wirkte, als hätte er gerade eine ganze Skihütte zum Leben erweckt. "Ich hab den Ball einfach gespürt", meinte er hinterher trocken.

Ersboda blieb bissig, aggressiv, und in der 17. Minute legte Paulus Karlson nach - ein satter Schuss aus der zweiten Reihe, vorbereitet von Gudmund Henriksson. 2:0, die Fans sangen schon vom sicheren Sieg. Doch Atvidaberg wäre nicht Atvidaberg, wenn sie sich davon hätten beeindrucken lassen. Trainerin Lena-Marie Temmel, sonst meist die Ruhe in Person, trommelte ihre Spieler an der Seitenlinie zusammen: "Wir haben 70 Prozent Ballbesitz, jetzt machen wir auch was draus!"

Gesagt, getan. Noch vor der Pause verkürzte Kian Corey in der 40. Minute nach einem blitzsauberen Pass von Henrik Karlsson zum 2:1. Der Anschlusstreffer tat weh - und er war verdient. Atvidaberg hatte bis zur Halbzeit 56 Prozent Ballbesitz und 14 Torschüsse insgesamt, spielte technisch feiner, aber lange ohne Durchschlagskraft.

Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel endgültig. Die Gäste kombinierten flüssig, während Ersboda zunehmend die Ordnung verlor. In der 54. Minute war es der 19-jährige Sigfrid Bruun, der nach Vorarbeit des erst 18-jährigen Innenverteidigers Valentin Nilsson den Ausgleich erzielte - jugendlicher Leichtsinn trifft jugendliche Unbekümmertheit, könnte man sagen. Nur zwei Minuten später folgte der Schock: Henrik Karlsson, Atvidabergs rechte Flügelmaschine, traf nach Zuspiel von Nelson Tonel zum 3:2 für die Gäste.

Ersboda taumelte, das Publikum murmelte, Trainer Juergen raufte sich die Haare. "Ich dachte, ich seh Gespenster. Wir führen 2:0 und liegen dann hinten - das ist wie ein schwedischer Krimi ohne Untertitel", schnaufte er nach der Partie.

Doch seine Mannschaft hatte noch Herz. In der 79. Minute brachte er den jungen Samuel Lithgow, gerade mal 19 Jahre alt. Der Junge bekam prompt Gelb - "weil er zu euphorisch gejubelt hat, obwohl er noch gar kein Tor geschossen hatte", witzelte ein Zuschauer -, aber in der 89. Minute zahlte sich der Mut des Trainers aus: Lithgow legte uneigennützig quer, und der eingewechselte Henrik Sundström drückte den Ball über die Linie. 3:3! Das Stadion explodierte.

"Ich dachte, der Ball rollt mir weg, als ich ihn annahm", gab Sundström später zu. "Aber dann hab ich einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er drin ist." - Er war drin. Und Ersboda hatte sich für seine Leidenschaft belohnt.

Statistisch gesehen war Atvidaberg das reifere Team: mehr Ballbesitz, mehr Passsicherheit, weniger Hektik. Aber Ersboda war das emotionalere, das wildere - ein Team, das für seine Zuschauer spielt, mit allen Fehlern und allen Höhenflügen. 17 Torschüsse sprechen für sich.

Trainerin Temmel nahm das Resultat sportlich: "Wenn man führt und trotzdem nur einen Punkt mitnimmt, ist das bitter. Aber wer so kämpft wie Ersboda, hat den Punkt verdient."

Am Ende gingen beide Teams erschöpft, aber zufrieden vom Platz. Die Fans applaudierten, als hätten sie gerade ein Pokal-Finale erlebt. Und irgendwo auf der Tribüne murmelte ein alter Ersboda-Anhänger mit einem Grinsen: "Dafür zahlt man Eintritt - nicht für 1:0-Geschiebe."

Fazit: Ein Spiel mit offenem Visier, voller Tempo, Emotionen und kleiner Dramen. Ersboda BK und Atvidaberg BK trennten sich 3:3, aber das Ergebnis erzählt nur die halbe Geschichte - die andere Hälfte war purer Fußballwahnsinn.

07.06.643987 06:25
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