Diarios de Futbol
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Enelec stolpert im eigenen Stadion - Taquari siegt mit Cleverness und Kaltschnäuzigkeit

Es war ein kühler Januarabend in der Amerikaliga, Achtelfinale-Hinspiel, 18:30 Uhr, Flutlicht, 46.800 Zuschauer im Estadio Nuevo Enelec. Alles war angerichtet für einen dieser magischen Pokalabende. Doch was Atletico Enelec ablieferte, war eher eine Mischung aus tragischer Komödie und Lehrstunde in Effizienz - gegeben von CF Taquari, das mit einem 2:1-Auswärtssieg den Grundstein fürs Viertelfinale legte.

Dabei fing alles noch recht hoffnungsvoll an. Enelec-Trainer Peter Green hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt - "Wir wollten zeigen, dass wir zu Hause das Spiel machen", erklärte er später trotzig - und die Hausherren legten los wie die Feuerwehr. Nach einer halben Stunde dann der verdiente Lohn: Brandon Ashton, der bullige Mittelstürmer, verwertete eine butterweiche Flanke von Nevio Sorribas mustergültig per Kopf zum 1:0 (32.). Das Stadion kochte, Ashton breitete die Arme aus, Sorribas grinste - und Green ballte an der Seitenlinie die Faust.

Doch die Freude hielt exakt drei Minuten. Taquaris Mittelfeldstratege José Enrique Exposito hatte offenbar genug vom Zuschauen und hämmerte den Ball aus zwanzig Metern unhaltbar unter die Latte (35.). "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Exposito später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Unschuld und Selbstzufriedenheit pendelte. Verteidiger Gunnar Hoffmann, der die Vorlage gab, fügte trocken hinzu: "Ich wollte eigentlich nur klären."

Mit dem 1:1 ging es in die Pause, und die Statistik sprach bereits da eine deutliche Sprache: 10 Torschüsse für Taquari, 4 für Enelec. Der Ballbesitz - 52 zu 48 Prozent - spiegelte ein Spiel wider, das zunehmend in Richtung der Gäste kippte.

Nach dem Seitenwechsel kam es, wie es kommen musste. Xabier Maniche, Taquaris quirliger Rechtsaußen, hatte schon in der ersten Halbzeit mehrfach an die Tür geklopft. In der 49. Minute trat er sie schließlich ein - eiskalt, nach feinem Zuspiel erneut von Hoffmann. 2:1 für CF Taquari, und das Stadion verstummte für einen Moment, als hätte jemand den Ton ausgeschaltet.

Enelec versuchte zu reagieren, aber was folgte, war mehr Krampf als Kampf. Joshua Benveniste holte sich in der 74. Minute Gelb ab, nachdem er den Ball - und den Gegner gleich dazu - resolut aus dem Weg räumte. "Ich hab den Ball berührt", beteuerte er später mit einem Gesichtsausdruck, der selbst den VAR zum Schmunzeln gebracht hätte.

Taquari spielte das Ergebnis danach routiniert herunter, ohne übermäßig zu glänzen, aber mit jener Reife, die man von einem Team erwartet, das in dieser Phase des Wettbewerbs angekommen ist. Lionel Xavier und Laurent Billet prüften Enelec-Keeper Vitorino Frechaut noch mehrfach, aber der hielt zumindest den Schaden in Grenzen.

In der Nachspielzeit wurde es kurz hitzig, als Carl Barbosa sich für ein taktisches Foul Gelb abholte (92.). "Ich wollte nur den Bus rechtzeitig erwischen", witzelte er später in der Mixed Zone - sehr zur Belustigung seines Trainers Tim Thaler, der den Sieg mit typisch norddeutscher Gelassenheit kommentierte: "Das war solide. Kein Leckerbissen, aber ein Auswärtstor mehr als der Gegner - das reicht mir."

Enelec-Coach Green dagegen war sichtlich angefressen: "Wir haben das Spiel in drei Minuten verschenkt. Aber im Rückspiel wird’s brennen." Brandon Ashton, noch im Schweiß triefend, nickte energisch und fügte hinzu: "Wenn wir so spielen wie in der ersten halben Stunde, drehen wir das Ding."

Statistisch betrachtet war Taquari das reifere Team: 16 Torschüsse zu 7, etwas mehr Ballbesitz, etwas weniger Nervosität. Enelec dagegen hatte zwar die offensive Ausrichtung, aber zu wenig Durchschlagskraft. Vielleicht lag’s am fehlenden Pressing, vielleicht am fehlenden Glück - oder einfach daran, dass Taquari an diesem Abend das cleverere Team war.

Und so endet ein Abend, der für Atletico Enelec als verpasste Gelegenheit in Erinnerung bleiben wird - und für CF Taquari als souveräner Schritt Richtung Viertelfinale.

Oder, um es in den Worten eines Fans auf der Tribüne zu sagen, der nach Abpfiff kopfschüttelnd sein Bier hob: "Wir hätten’s auch 2:1 gewinnen können - wenn wir halt zwei Tore gemacht hätten."

Ein Satz, der wohl alles über diesen Fußballabend sagt.

10.10.643987 20:16
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mann! Mehr Abseits geht nicht! Also ehrlich!
Christoph Daum zum Linienrichter
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager