Sverige Fotboll
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Elfsborg verspielt Führung - Ersboda dreht das Spiel wie aus dem Nichts

23915 Zuschauer sahen im Borås Arena ein Fußballspiel, das man wohl am besten mit dem Satz beschreibt: "Wer die Chancen nicht nutzt, wird bestraft." Der FC Elfsborg dominierte lange, führte zur Pause mit 1:0, und stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da - 1:2 gegen einen Ersboda BK, der erst nach der Halbzeit begriff, dass das Spiel tatsächlich schon begonnen hatte.

In der ersten halben Stunde sah alles nach einem gemütlichen Heimabend aus. Elfsborgs Trainer Mister Fussball hatte seine Elf offensiv eingestellt, Ballbesitz war reichlich vorhanden (58 Prozent), und vorne wirbelte Jacinto Marco wie ein Mann, der den Rasen persönlich gemäht hatte und nun zeigen wollte, dass sich das gelohnt hat. In der 29. Minute krönte er seine Leistung: Jonas Thiel flankte präzise, Marco nahm den Ball mit der Brust und schob ihn überlegt ins lange Eck - 1:0. "Ich hab gar nicht gesehen, wo der Torwart war", grinste Marco später, "aber ich hab den Ball gespürt - und der wollte da einfach rein."

Ersboda dagegen? Spielte Fußball wie beim Frühjahrsputz: viel Staub, wenig Glanz. Dimas Chalana, eigentlich Innenverteidiger, war in der Anfangsphase auffälligster Mann - allerdings durch zwei Torschüsse, die mehr an Rugby erinnerten als an Fußball. Trainer Piel Juergen schimpfte an der Seitenlinie, als wollte er mit bloßer Stimme die Statik des Stadions verändern.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn er sich an Drehbücher hielte. In der Pause muss Juergen die passende Ansprache gefunden haben - vielleicht etwas zwischen Motivationsrede und Donnerpredigt. Jedenfalls kam Ersboda wie verwandelt aus der Kabine. In der 48. Minute brachte er Julio Sancho für den blassen Henrik Sundström, und schon eine Minute später zahlte sich das aus: Sancho legte quer auf Gerard Grenier, der aus 20 Metern trocken ins Eck traf - 1:1.

"Ich dachte, er passt nach außen", sagte Elfsborg-Keeper Miguel Frechaut später sarkastisch, "aber anscheinend dachte der Ball das Gegenteil."

Danach kippte das Spiel. Elfsborg wirkte geschockt, spielte zwar weiter gefällig, aber ohne Durchschlagskraft. Trainer Fussball reagierte, brachte Amaury Derlei und später den 34-jährigen Alejandro Viqueira, der mit seinen grauen Schläfen mehr Routine als Tempo brachte. Doch während Elfsborg verzweifelt den alten Rhythmus suchte, blieb Ersboda eiskalt.

In der 72. Minute fiel die Entscheidung: Wieder war es der eingewechselte Julio Sancho, der nach einem unglücklichen Abpraller am schnellsten schaltete und den Ball über die Linie drückte - 1:2. Sancho rannte jubelnd zu Trainer Juergen, der ihn mit einem Bärenhug empfing. "Ich hab ihm gesagt, er soll einfach spielen, als wäre’s Training", grinste Juergen später. "Vielleicht sollte ich das öfter sagen."

Elfsborg warf in der Schlussphase alles nach vorn - inklusive der Taktiktafel. Die Offensivwerte standen auf "voller Einsatz" und "Pressing: YES", aber Tore kamen keine mehr. Jacinto Marco hatte in der 76. Minute noch eine Riesenchance, verzog aber knapp. Liam Carlsson, der junge Joker aus der 69. Minute, lief sich zwar gut frei, bekam aber kaum Bälle.

Und so blieb es beim 1:2, das die rund 23.000 Zuschauer ratlos zurückließ. Auf der Pressekonferenz suchte Mister Fussball nach Worten - und fand sie schließlich irgendwo zwischen Trotz und Ironie: "Wir hatten das Spiel komplett im Griff. Leider hat das die Anzeigetafel anders gesehen."

Ersboda-Kapitän Grenier, der Torschütze zum 1:1, nahm den Sieg mit trockenem Humor: "Wir haben einfach aufgehört, so zu tun, als wären wir das Auswärtsteam."

Statistisch betrachtet wäre ein Remis wohl gerecht gewesen: 9 Torschüsse für Elfsborg, 7 für Ersboda, Ballbesitz klar beim Heimteam. Doch was zählen Zahlen, wenn am Ende der Ball zweimal öfter im eigenen Netz zappelt?

Vielleicht fasste es Elfsborgs Verteidiger Andreas Jansen am besten zusammen, als er beim Hinausgehen murmelte: "Das war kein schlechtes Spiel - nur das falsche Ergebnis."

Und so bleibt Ersboda BK der lachende Dritte eines Abends, an dem Elfsborg zeigte, dass Dominanz ohne Konsequenz nur ein anderes Wort für Frust ist.

Zum Trost: Der nächste Spieltag kommt bestimmt. Vielleicht mit weniger Ballbesitz - und mehr Punkten.

07.08.643990 19:56
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