Sverige Fotboll
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Elfsborg siegt dank Last-Minute-Stoßgebet gegen Göteborg

Manchmal schreiben Fußballspiele Geschichten, die kein Drehbuchautor besser hätte erfinden können. Beim 2:1 (0:0) des FC Elfsborg gegen Göteborg AS am fünften Spieltag der 1. Liga Schweden war alles dabei: Geduld, Gelbe Karten, ein Innenverteidiger als Matchwinner und ein Trainer, der nach Schlusspfiff aussah, als hätte er gerade einen Marathon rückwärts absolviert.

Vor 20.657 Zuschauern im boråsigen Stadion begann Elfsborg, wie man es von einem offensiven Heimteam erwartet: mit ordentlich Druck, aber wenig Präzision. 19 Torschüsse standen am Ende in der Statistik, doch in der ersten Halbzeit hätte man auch sagen können: 19-mal "fast". Besonders Rechtsverteidiger Adriano Manu schien beschlossen zu haben, die Torwart-Handschuhe von Göteborgs Leif Söderberg persönlich zu testen - gleich dreimal zielte er aus der Distanz, alle Male blieb es beim freundlichen "Danke fürs Aufwärmen".

Trainer Mister Fussball gestikulierte an der Seitenlinie wild: "Wir spielen doch nicht Boccia!", soll er in Richtung seiner Offensivreihe gebrüllt haben. Trotzdem ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabine. Göteborg hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent), Elfsborg dagegen die klareren Chancen - eine dieser typischen Halbzeiten, bei denen beide Trainer behaupten können, zufrieden zu sein, ohne dass jemand merkt, dass sie lügen.

Dann kam die 59. Minute - und Herbert Brun. Der flinke Rechtsaußen verwandelte eine Hereingabe von Jonas Thiel aus spitzem Winkel zum 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Brun später, "aber der Ball hatte wohl eigene Pläne." Das Publikum tobte, und Elfsborg schien endlich auf Kurs.

Doch Göteborg hatte etwas gegen ein Happy End nach Schema F. Neun Minuten später war es Larry Closson, der einen klugen Pass von Routinier Eric Uggla aufnahm und zum 1:1 traf. Plötzlich war das Spiel wieder offen - und Mister Fussball trat so heftig gegen die Wasserflasche, dass sie fast den Linienrichter traf.

Göteborg witterte seine Chance, blieb aber insgesamt zu zögerlich. Ihre vier Torschüsse wirkten eher wie höfliche Anfragen an den Elfsborger Keeper Miguel Frechaut. "Wir wollten das Spiel beruhigen", erklärte Gästetrainer - anonym bleiben wollend - nach dem Spiel. "Leider haben wir es zu Tode beruhigt."

Die Schlussphase wurde dann zum emotionalen Orkan. Elfsborg wechselte zweimal in der 77. Minute: Der 19-jährige Liam Carlsson kam für den müde gelaufenen Thiel, und Paulus Dahlstrom ersetzte den gelbverwarnten Mittelstürmer Jacinto Marco. "Frische Beine, alte Hoffnung", kommentierte Mister Fussball lakonisch.

Und dann kam die 91. Minute. Ecke von rechts, getreten von Filipe Futre, im Strafraum stieg Innenverteidiger Paolo Calcagno hoch wie ein Turm aus purem Willen - und köpfte den Ball unhaltbar zum 2:1 ins Netz. Der Jubel war ohrenbetäubend. Calcagno riss die Arme hoch, rannte zur Eckfahne und schrie: "Das ist für meine Mutter - sie hat mir gesagt, ich soll öfter vorne bleiben!"

Göteborg versuchte noch einmal anzurennen, aber da war nichts mehr zu machen. Nach dem Schlusspfiff sank Mister Fussball auf die Knie - halb aus Erleichterung, halb aus Erschöpfung. "Ich hab’ ihn angeschrien, er soll hinten bleiben", gab er später zu, "aber anscheinend hört er nur auf seine Mutter."

Statistisch war es ein Spiel der Gegensätze: Elfsborg mit 19 Torschüssen zu Göteborgs vier, aber weniger Ballbesitz. Dafür eine Zweikampfquote, die sich sehen lassen konnte (57 Prozent). Göteborgs Eric Uggla, der mit seinen 35 Jahren als Taktgeber im Mittelfeld fungierte, kassierte in der 70. Minute noch Gelb - "fürs Erinnern des Schiedsrichters, dass auch er auf dem Platz steht", wie er später scherzte.

Elfsborgs Fans sangen nach dem Abpfiff, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen. Und vielleicht fühlte es sich tatsächlich so an: ein Spiel, das man fast aus der Hand gegeben hatte, in letzter Sekunde zurückgeholt - Fußball in seiner reinsten Form.

Zum Abschied sagte Mister Fussball: "Wir haben 90 Minuten gearbeitet und eine Minute geglaubt. Das war genug."

Ein Satz, der in Elfsborg wahrscheinlich noch lange nachhallen wird - zumindest bis zum nächsten nervenaufreibenden Spiel.

15.07.643990 06:39
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