Noticiero VeneVision
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Ein Teenager entscheidet das Spiel: Real Caracas ringt CD Guayana 1:0 nieder

Es war einer dieser Abende im Estadio Olímpico von Caracas, an denen selbst die Luft zu flirren schien - nicht vor Hitze, sondern vor Spannung. 36.106 Zuschauer sahen ein Spiel, das weniger durch spielerische Genialität als durch taktische Geduld und einen jugendlichen Geistesblitz entschieden wurde. Real Caracas besiegte CD Guayana mit 1:0 - dank des 18-jährigen Vitor Andrade, der in der 61. Minute seine persönliche Coming-of-Age-Geschichte schrieb.

Die Partie begann, man muss es so sagen, mit einer gehörigen Portion Chaos. Schon in der ersten Minute prüfte Joao Fontàs den Heimkeeper Helmut Ackermann mit einem strammen Schuss - Ackermann parierte, als wollte er gleich klarstellen, dass er heute keinen Ball passieren lassen würde. "Ich hatte Kaffee genug, um drei Spiele zu halten", scherzte der Torwart später mit einem Grinsen.

Guayana spielte in der Anfangsphase mutiger, obwohl Trainer Carlos Valderrama vor Anpfiff betont hatte: "Wir bleiben kompakt, kein Harakiri." Seine Spieler verstanden offenbar nur die Hälfte. Vicente Adao feuerte in den ersten 15 Minuten gleich dreimal aufs Tor, allerdings mit der Präzision eines schlecht kalibrierten Navigationssystems. Real Caracas fand erst nach einer Viertelstunde ins Spiel, als Georg Berg, der 34-jährige Routinier, zweimal gefährlich abzog. Doch auch er scheiterte an Guayanas Keeper Enzo Di Matteo, der seine Handschuhe wohl mit Sekundenkleber präpariert hatte.

Die erste Halbzeit war ein Duell der Nerven - Caracas mit 47 Prozent Ballbesitz, Guayana leicht überlegen, aber ineffizient. "Wir hätten schon 2:0 führen müssen", knurrte Valderrama zur Pause, während Eiko Henke, der Trainer der Hauptstädter, ruhig an seiner Wasserflasche nippte. "Geduld, Jungs", soll er in der Kabine gesagt haben. "Der Ball findet seinen Weg. Irgendwann."

Und irgendwann war dann die 61. Minute. Henke hatte zur Pause den jungen Andrade für den müden Berg gebracht - ein Wechsel, der sich als goldrichtig erweisen sollte. Benjamin Celine, der linke Außenverteidiger, startete einen seiner seltenen Vorstöße, passte flach nach innen, und Andrade setzte den Ball aus 14 Metern trocken ins rechte Eck. Keine Chance für Di Matteo, dafür pure Ekstase auf den Rängen. "Ich hab einfach draufgehalten", erklärte der Teenager später schüchtern. "Benjamin hat mir zugerufen, ich soll mutig sein. Ich dachte, schlimmer als daneben geht’s nicht."

Danach wurde es wild. Guayana drückte - 15 Torschüsse insgesamt, fast doppelt so viele wie Caracas. Doch das Tor blieb wie vernagelt. Dominique Couture prüfte Ackermann in der 83. Minute erneut, Vicente Adao köpfte in der 87. haarscharf vorbei, und in der Nachspielzeit rauschte ein Schuss von Couture nur Millimeter über die Latte. Der Torwart von Caracas klopfte danach demonstrativ auf die Querlatte, als wollte er sich bei ihr bedanken. "Wir haben heute alle gehalten - ich, die Latte, und vielleicht auch der liebe Gott", sagte Ackermann lachend.

Guayana verlor nicht nur das Spiel, sondern auch die Contenance. Ricardo Yanez sah in der 70. Minute Gelb, Duarte Ramiro in der 78. - beide für Fouls, die mehr nach Frust als nach Taktik aussahen. Kurz darauf verletzte sich Joao Fontàs bei einem Zweikampf und musste ausgewechselt werden; man sah Trainer Valderrama kurz die Luft anhalten, dann seufzte er nur: "So ist Fußball. Mal schießt du, mal wirst du geschossen."

Real Caracas blieb bis zum Schluss taktisch diszipliniert, Henke verzichtete auf unnötiges Pressing, ließ seine Mannschaft das Spiel kontrolliert austrudeln. "Wir wollten kein zweites Tor, wir wollten das erste behalten", fasste Mittelfeldmotor Iker Peyroteo das Konzept trocken zusammen.

Als Schiedsrichter Garcés nach 94 Minuten abpfiff, jubelte Caracas, als hätte man gerade einen Pokal gewonnen. Und vielleicht war es das auch - ein Sieg des Willens, der Jugend und des richtigen Moments.

Trainer Eiko Henke grinste bei der Pressekonferenz: "Ich sag’s seit Wochen - Vitor hat was. Wenn er jetzt noch lernt, pünktlich zum Training zu kommen, wird er richtig gut." Der junge Torschütze stand daneben, rot im Gesicht, aber mit einem Lächeln, das größer war als das Stadion.

Und Guayana? Valderrama zuckte mit den Schultern: "Wir haben gut gespielt, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Heute hat das hässlichere Team gewonnen."

Vielleicht hat er recht. Oder vielleicht ist genau das der Charme des Spiels - dass Schönheit manchmal auf der Anzeigetafel nur eine Zahl ist: 1:0.

Ein knapper Sieg, ein großer Moment - und ein neuer Name, den man sich in Caracas merken sollte: Vitor Andrade, 18, Matchwinner mit Zukunft.

15.11.643987 17:02
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Die Türken haben gezeigt, dass man, egal bei welchem Spielstand, immer mit ihnen rechnen kann. Das macht sie natürlich unberechenbar.
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