Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Dynamo stolpert daheim - Norderstedt klaut die Punkte in Dresden

Es war ein frostiger Freitagabend in Dresden, doch auf dem Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions brannte der Rasen - zumindest auf einer Seite. Vor 44.989 Zuschauern verlor Dynamo Dresden am 28. Spieltag der 1. Liga Deutschland mit 0:1 gegen den SC Norderstedt. Ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber die Geschichte eines Spiels erzählt, in dem die Gäste 19 Mal aufs Tor ballerten, während Dynamo gerade zweimal den Ball in Richtung Larry Oudekirk prüfte - und das eher höflich als gefährlich.

"Wir haben einfach keinen Zugriff bekommen", murmelte Dynamo-Trainer Dresden (ja, so heißt er wirklich) nach dem Spiel, während er mit den Händen in den Taschen auf den Rasen starrte. "Norderstedt war bissiger, zielstrebiger, und wir… naja, wir waren halt da."

Dabei fing alles harmlos an. Die Sachsen traten offensiv an, wie es die Taktiktafel versprach, doch Norderstedt schien das herzlich wenig zu beeindrucken. Schon in der vierten Minute prüfte Marcio Perales den Dresdner Keeper Antonio Plataci - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Perales schoss, schoss und schoss - viermal in den ersten 33 Minuten. Manch einer im Gästeblock begann zu zählen: "Perales, fünf Versuche, null Treffer!" Ein anderer rief: "Mach’s wie Billy!" - und Billy Lavoie machte’s tatsächlich.

In der 58. Minute war es der agile Rechtsaußen Lavoie, der nach feiner Vorarbeit von Joschua Schmitz den Ball trocken ins rechte Eck setzte. 1:0 für die Gäste, und plötzlich war es still in Dresden - abgesehen vom Jubel des kleinen, aber lautstarken Blocks aus Norderstedt. "Ich hab gesehen, dass der Keeper leicht nach links zuckt - da hab ich einfach draufgehalten", grinste Lavoie später. Trocken wie sein Schuss.

Dynamo versuchte danach, mit jungen Wilden wie Oktar Kaynak und Lucas Klose das Spiel zu drehen, aber außer zwei harmlosen Schüssen und einer gelben Karte für Michel Benito (63.) sprang wenig heraus. Benito stapfte nach Abpfiff wortlos in die Kabine - seine Laune irgendwo zwischen Frust und Fassungslosigkeit.

Und Norderstedt? Die Nordlichter spielten weiter, als ginge es um die Meisterschaft. Billy Lavoie hatte gleich nach seinem Treffer noch eine Chance, wieder auf Vorlage von Schmitz - diesmal parierte Plataci glänzend. Trainer Andre Marsmann, sonst ein eher ruhiger Typ, sprang an der Seitenlinie auf und klatschte begeistert in die Hände. "Das war heute ein Sieg des Willens", sagte er später. "Und ehrlich gesagt: Ein bisschen des Schussesglücks auch."

Die Statistik sprach Bände: 52 Prozent Ballbesitz für Norderstedt, 19 Schüsse aufs Tor, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Dynamo wirkte dagegen wie ein Team, das auf Autopilot läuft - viel Bewegung, wenig Richtung. "Wir wollten offensiv spielen", erklärte Trainer Dresden, "aber irgendwie haben meine Jungs das mit ’offensiv’ und ’offen’ verwechselt - und hinten war’s dann eben… offen."

In der Schlussphase wurde es noch einmal ruppig. Thomas Darabont sah für ein rustikales Einsteigen Gelb (87.), kurz bevor Marsmann seinen Dauerläufer Henry Barnier vom Platz nahm - und den 19-jährigen Maik Will zu seinem Debüt brachte. "Ich glaub, ich hab gar nicht realisiert, dass das echt passiert", sagte Will später mit leuchtenden Augen. "Ich hab einfach versucht, den Ball nicht zu verlieren."

Nach dem Schlusspfiff war die Stimmung geteilt: Während die Norderstedter Spieler ausgelassen vor ihren Fans tanzten, verließen die Dresdner unter vereinzelten Pfiffen das Feld. Die Gesichter sagten alles - man hatte sich mehr erhofft als eine Lehrstunde in norddeutscher Effizienz.

"Das war kein schönes Spiel", gab Marsmann zu, "aber wir nehmen die Punkte gern mit." Und während er das sagte, grinste er - wissend, dass seine Mannschaft an diesem Abend das Maximum aus ihren Chancen herausgeholt hatte. Dynamo dagegen bleibt das Gefühl, dass 44.989 Zuschauer eine bittere Erkenntnis teilten: Offensivgeist allein gewinnt keine Spiele, wenn der Gegner einfach öfter aufs Tor schießt.

Oder wie ein Dresdner Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn wir so weitermachen, wird selbst ein 1:0 gegen uns zur Gewohnheit."

Ein bitterer Abend für Dynamo - und ein goldener für Norderstedt, die mit Kampfgeist, Struktur und einem Schuss norddeutscher Gelassenheit den großen Namen zum Schweigen brachten.

31.12.643987 14:46
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir treten nicht an um ein Tor zu schießen, wir wollen das Spiel gewinnen!
Oliver Kahn
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager