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Düsseldorf verteidigt clever - Karlsruher SV scheitert am eigenen Mut

Ein kalter Januarabend, 19.822 Zuschauer, Flutlicht in Karlsruhe - und am Ende ein einziger, aber entscheidender Treffer: Düsseldorf gewinnt beim Karlsruher SV mit 1:0 und entführt drei Punkte, die man in der Landeshauptstadt wohl mit einem breiten Grinsen feiern wird. Ein Spiel, das von Taktik, Geduld und einem Moment der Klarheit lebte - und von Karlsruher Offensivdrang, der so oft am eigenen Ehrgeiz zerschellte.

Das Drehbuch war von Beginn an klar verteilt: Karlsruhe, unter Trainer Bernhard Weller gewohnt offensiv eingestellt, wollte das Spiel machen. Düsseldorf, unter Matze Mustermann, lauerte tief und kaltblütig auf den Konter. 49,9 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 50,1 für die Gäste - Zahlen, die trügen, denn die Düsseldorfer überließen dem KSV zwar den Ball, aber nie die Kontrolle.

In den ersten 25 Minuten schnürte Karlsruhe den Gegner phasenweise am eigenen Strafraum ein. Alexandros Andreou prüfte in der 14. Minute Düsseldorfs Keeper Nuno Costinha mit einem satten Linksschuss. Heinrich Scharf, das 18-jährige Sturmjuwel, versuchte es fünf Minuten später artistisch per Drehschuss - wieder Costinha, wieder kein Tor. "Ich hab irgendwann gedacht, der Ball will einfach nicht rein", murmelte Scharf später, als er sich mit einem Kakao in der Mixed Zone aufwärmte.

Düsseldorf brauchte eine halbe Stunde, um überhaupt gefährlich zu werden. Dann aber gleich mehrfach: Roman Petrenko, der bullige Mittelstürmer, testete Karlsruhes Schlussmann Jonatan Sundström gleich dreimal in kurzer Folge (27., 32., 34.). Sundström hielt alles, was kam, und schien zu ahnen, dass er heute einen langen Abend vor sich haben würde. "Ich hab Roman schon auf den Knien gesehen, aber dann war der Ball halt wieder da", grinste der Torwart später.

Nach einer torlosen ersten Hälfte, in der Karlsruhe zwar mehr Initiative zeigte, aber nie den berühmten letzten Pass fand, kam die Szene des Abends in der 51. Minute: Düsseldorfs Mittelfeldmotor Ben Will schickte Jake Cawdor in den Lauf, und der 25-Jährige drosch den Ball aus 18 Metern trocken ins Netz - 0:1. Kein Jubelsturm, eher ein kollektives Aufatmen. "Das war so ein Moment, da denkst du: endlich!", sagte Cawdor. "Wir spielen auf Konter, da bekommst du nicht viele Chancen. Wenn du eine hast, musst du sie nehmen."

Karlsruhe reagierte, wie man es erwarten konnte - mit wütenden Angriffen. Giuseppe Calabro, der linke Mittelfeldspieler, zog kurz nach dem Gegentreffer zweimal ab (47., 53.), beide Male knapp vorbei. Später holte er sich dann noch Gelb (68.) - Frustabbau der emotionaleren Sorte. Trainer Weller brüllte an der Seitenlinie, gestikulierte wild, und als sein Team in der 78. Minute durch Andreou erneut an Costinha scheiterte, warf er die Wasserflasche ins Gras. "Wir haben alles versucht", sagte er später, sichtlich bemüht, ruhig zu bleiben. "Aber wenn du elfmal aufs Tor schießt und keiner rein will, dann ist das halt Fußball. Oder Pech. Oder beides."

In der Schlussphase brachte Düsseldorf frische Beine: Petrenko wich für den 19-jährigen Lucas Bremer (80.), und kurz darauf ersetzte der junge Amaury Vico den gelbbelasteten Vicente Chalana. Mustermanns Plan: Beton anrühren und kontern. Es funktionierte. Karlsruhe rannte an, Düsseldorf konterte abgezockt. Ein letzter Versuch von Scharf in der 90. Minute strich über die Latte - und dann war Schluss.

Statistisch lag alles eng beieinander: 13 Torschüsse Düsseldorf, 11 für Karlsruhe, fast identischer Ballbesitz, fast identische Zweikampfquote. Nur eben ein Tor Unterschied. "Wir waren nicht schlechter", meinte Weller trotzig. "Aber sie waren cleverer."

Düsseldorfs Coach Mustermann sah das naturgemäß anders: "Wir hatten einen Plan, und der Plan war gut. Ich sag’s mal so: Wer defensiv denkt, muss offensiv treffen - wir haben beides gemacht."

Das Publikum verabschiedete die Karlsruher Mannschaft mit Applaus - und einem leichten Kopfschütteln. Manche riefen: "Wir brauchen einen Knipser!" Einer der Ordner grinste: "Wenn Mut Tore schießen würde, hätten wir 5:1 gewonnen."

So aber bleibt der Abend ein Lehrstück in Effizienz. Düsseldorf nimmt drei Punkte mit, Karlsruhe die Erkenntnis, dass Offensivgeist allein noch kein Siegkonzept ist. Und irgendwo in der Kabine lag wohl noch die zerdrückte Wasserflasche von Trainer Weller - stummes Symbol eines Spiels, das man hätte gewinnen können, aber nicht hat.

Kurz gesagt: Düsseldorf glücklich, Karlsruhe ratlos - und der Fußball, wie so oft, einfach ein bisschen zu ungerecht.

09.04.643987 02:20
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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