Heraldo de Mexico
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Duran trifft - Toluca feiert! Diablos verzweifeln an sich selbst

Ein lauer Abend in Toluca, 40.588 Zuschauer, ein Auftaktspiel, das mehr Nerven als Tore bot - und am Ende jubelte nur einer: Gabri Duran. Der 22-jährige Rechtsaußen von Atletico Toluca erzielte in der 66. Minute das einzige Tor des Abends und bescherte Trainer Oliver Herden einen Einstand nach Maß in die neue Saison der 1. Liga Mexico.

Dabei war es kein Spiel für Feinschmecker, eher eines für Statistiker mit Hang zum Sadismus: 11 Torschüsse der Gäste aus Guadalajara, 4 von Toluca - aber die entscheidende Kugel zappelte im Netz der Diablos. "Manchmal ist Fußball eben kein Schönheitswettbewerb", grinste Herden nach dem Abpfiff, sichtlich zufrieden mit der Effizienz seiner Mannschaft.

Die Partie begann munter, aber unpräzise. Bereits nach drei Minuten versuchte Gabri Duran es zum ersten Mal, sein Schuss aus 20 Metern flog jedoch in den mexikanischen Abendhimmel. Danach übernahmen die Diablos das Kommando. Cesc Carvalho prüfte Tolu­cas Keeper Vincent Gimenez in der neunten Minute, kurz darauf scheiterte Antonio Pascual aus spitzem Winkel. Es war ein Muster, das sich bis zur Pause wiederholte: Guadalajara stürmte, Toluca verteidigte - und Gymnastiktrainer hätten ihre Freude an den Rettungsakten der Gastgeber gehabt.

"Wir haben das Spiel kontrolliert", behauptete Diablos-Coach Ralf Mr nach der Partie, ein Satz, der in der Statistik durchaus Rückendeckung findet: 53 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe, mehr Schüsse aufs Tor. Nur eben: kein Tor. "Kontrolle ist schön", konterte Herden trocken, "aber Punkte sind schöner."

Die zweite Halbzeit begann wie die erste: mit Anrennen der Gäste. Andre Fogl, der zur Pause gekommen war, hatte in der 51. Minute die Führung auf dem Fuß, doch Gimenez fischte den Ball mit den Fingerspitzen aus dem Eck. Kurz darauf versuchte es sein Kollege Christian Kurz - wieder nichts. Dann, in der 61. Minute, reagierte Herden: Doppelwechsel! Galindo und Jordao kamen, und plötzlich wirkte Toluca lebendiger.

Fünf Minuten später brach der Moment an, der das Stadion zum Beben brachte. Rechtsverteidiger Domingo Berjon setzte zu einem seiner berühmten Dauerläufe an, flankte halbhoch in den Strafraum, wo Gabri Duran lauerte. Ein kurzer Blick, ein gezielter Schuss - 1:0! Der Ball schlug unhaltbar ein, und Duran rannte über den Platz, als hätte er gerade den Pokal gewonnen. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte der junge Torschütze hinterher bescheiden, "Domingos Flanke war perfekt - ich musste nur noch den Fuß hinhalten."

Guadalajara reagierte mit wütenden Angriffen, aber mehr als zwei Gelbe Karten (Antolin in der 61., Girardi in der 87.) sprang nicht heraus. "Wir haben alles versucht", seufzte Kapitän Oscar Caneira, "aber der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht war er beleidigt."

Und tatsächlich wirkte es, als hätten die Diablos an diesem Abend mit einer unsichtbaren Wand zu kämpfen. Dreimal binnen fünf Minuten - in der 62., 64. und 65. - scheiterte Fogl an Gimenez oder den eigenen Nerven. Als der Schlusspfiff ertönte, lagen einige Spieler frustriert auf dem Rasen, während Toluca sich in einer Jubeltraube verlor.

Die Taktiktafeln erzählen die Geschichte dazu: Toluca defensiv, diszipliniert, kaum Pressing - Guadalajara offensiv, aber ohne Punch. Eine Lehrstunde in Sachen Pragmatismus. "Wir haben defensiv gestanden wie eine Mauer aus Beton und Gebeten", scherzte Toluca-Innenverteidiger Willem Scranton in der Mixed Zone.

So startet Atletico Toluca mit drei Punkten in die Saison, während Guadalajara sich fragen muss, wie man mit so viel Aufwand so wenig Ertrag produzieren kann. "Wir müssen ruhiger bleiben, präziser", meinte Trainer Mr und sah dabei aus, als hätte er lieber eine neue Stürmerbatterie als eine Analyse.

Am Ende blieb das Stadion noch lange gefüllt, die Fans sangen, Duran winkte, Herden klopfte ihm auf die Schulter - und irgendwo auf der Tribüne soll ein alter Fan nur gemurmelt haben: "So spielt man gegen Teufel - mit Geduld, Glück und einem rechten Fuß aus Gold."

Ein Auftakt, der Mut macht - zumindest in Toluca. Und wer weiß: Vielleicht ist das ja der Beginn einer Saison, in der Effizienz wieder sexy wird.

11.11.643993 10:19
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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