Jamaica News Bulletin
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Duhaney Park tanzt Kingston TG aus - 3:0 und Samba im Stadion

Von unserem Reporter

Ein lauer Samstagabend in Jamaicas 1. Liga, 23. Spieltag. 38.360 Zuschauer im Duhaney Park Stadium, das Bier kalt, die Trommeln heiß - und am Ende ein 3:0, das so klar war wie der Himmel über Kingston. Duhaney Park zerlegte Kingston TG mit einer Mischung aus Geduld, Wucht und einem Hauch Straßenfußball.

Dabei sah in der ersten Hälfte noch alles nach einem zähen 0:0 aus. Beide Teams tasteten sich ab, Kingston TG versuchte es mit gepflegtem Ballbesitz (am Ende 47,6 %), Duhaney Park lauerte auf Konter. Trainerin Elisa Fernanda stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen, sah aus wie eine Lehrerin, die schon weiß, dass ihre Schüler später noch Hausaufgaben aufbekommen. "Wir wussten, dass sie irgendwann müde werden", sagte sie später mit einem Lächeln, "und dann wollten wir zustechen."

Kingston TG begann engagiert. Eric Graves prüfte in der 17. Minute Keeper Luka Haag, Yanik Haupt legte kurz darauf nach - doch das war’s dann auch fast schon mit gefährlichen Momenten der Gäste. Duhaney Park hatte mehr vom Spiel, mehr Ideen, aber wenig Zählbares. Jacob Girard traf in der 43. Minute nur das Außennetz, und Rui Postiga kassierte kurz vor der Pause Gelb, weil er offenbar der Meinung war, Fairplay sei optional.

Die zweite Hälfte begann, als hätte jemand den Strom eingeschaltet. In der 62. Minute rollte der Ball über den rechten Flügel, der 18-jährige Bradley Letourneur, ohnehin schon Publikumsliebling, tanzte sich durch zwei Gegenspieler und legte quer. Jean-Pierre Winston stand goldrichtig und drosch das Leder in die Maschen - 1:0! Das Stadion bebte, und Winston brüllte sein Glück in den Nachthimmel. "Ich hab nur gedacht: endlich!", grinste er später. "Bradley hat mir den Ball auf einem Silbertablett serviert."

Kingston TG wirkte danach konsterniert, Trainer Zion Marley raufte sich die Dreadlocks. "Wir haben aufgehört zu glauben", meinte er später, "und Duhaney Park hat uns dafür bestraft."

In der 78. Minute folgte der nächste Streich: Winston diesmal als Vorbereiter, Eduardo Ramallo - mit 36 Jahren immer noch so spritzig wie ein frisch geöffneter Ginger Ale - vollendete humorlos zum 2:0. "Ich hab ihn gefragt, ob er noch Puste hat", witzelte Winston nach dem Spiel. "Er meinte: ’Nur für Tore.’"

Kingston TG versuchte noch einmal, aber außer einer Gelb-Roten Karte für den übermotivierten Javi Garcez in der 85. Minute (zweites Foul, zweiter Pfiff, zweiter Abgang) gelang nichts mehr. Es passte zum Abend: viel Wille, wenig Wirkung.

Und als die Nachspielzeit lief, setzte Serge Besson den Schlusspunkt. Wieder war Letourneur beteiligt, der Youngster mit den flinken Füßen schob den Ball in die Mitte, Besson zog einfach ab - 91. Minute, 3:0. Der Rest war Jubel, Trommelwirbel und der süße Geruch von Sieg.

Statistisch war’s eine klare Sache: 15 Torschüsse für Duhaney Park, nur drei für Kingston TG. 52 % Ballbesitz, 56 % gewonnene Zweikämpfe - und eine Effizienz, die Trainerin Fernanda später trocken kommentierte: "Das war nicht perfekt, aber effizient ist auch schön."

Kingston TG dagegen wirkte nach dem Spiel wie ein Team, das dringend Urlaub braucht. Marley seufzte: "Manchmal ist Fußball grausam. Heute war so ein Tag."

Hinter den Kulissen feierten die Fans von Duhaney Park noch lange. Einer rief in Richtung des Stadionsprechers: "Lasst Winston Bürgermeister werden!" - und ehrlich gesagt: Nach so einem Auftritt würde er wahrscheinlich gewinnen.

Ein kleiner Dialog am Rande fasst die Stimmung gut zusammen. Als der junge Letourneur nach dem Spiel vom Platz ging, rief ein älterer Fan: "Bradley, du bist erst 18, was machst du mit uns Alten?" Der Flügelspieler grinste und antwortete: "Ich geb euch was zum Feiern!" - Mission erfüllt.

Am Ende bleibt ein souveräner Sieg, drei Torschützen, ein glücklicher Trainerstab und eine Mannschaft, die sich anschickt, im Titelrennen noch ein Wörtchen mitzureden. Kingston TG dagegen wird sich an diesem Abend die alte Fußballweisheit notieren: Wer die Chancen nicht nutzt, kriegt sie hinten rein.

Vielleicht sagt man in ein paar Wochen, hier habe Duhaney Park den Grundstein für etwas Größeres gelegt. Und falls nicht, dann war’s immerhin ein großartiger Samstagabend mit Fußball, Trommeln und einem Team, das wusste, was es wollte.

Kurzum: Duhaney Park lacht - Kingston TG lernt.

22.10.643987 02:28
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Wer jetzt noch von der Meisterschaft spricht, der muß ein Diplom von der Tanzschule für Traumtänzer kriegen.
Rainer Calmund
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