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Dresdens Spektakelabend: 4:3 nach wilder Achterbahnfahrt gegen Auerbach

Ein Winterabend, ein Flutlichtspiel und 38.157 Zuschauer, die vermutlich immer noch nicht wissen, ob sie gerade ein Fußballspiel oder einen Actionfilm gesehen haben. Dynamo Dresden besiegte den VfB Auerbach mit 4:3 - und das war so turbulent, dass selbst die Stadionanzeige kurzzeitig den Überblick verlor.

Schon früh deutete sich an, dass Auerbach nicht zum Kaffeetrinken nach Elbflorenz gekommen war. Gotthard De Groot prüfte Dynamo-Keeper Johannes Blum bereits in der zweiten Minute, und auch Wouter Roemer feuerte kurz darauf drauflos, als wäre er in einem Western und nicht in der 1. Liga. Doch das erste Erfolgserlebnis gehörte den Hausherren: In der 15. Minute traf Herbert Kaufmann nach Vorlage von Innenverteidiger Felix Bruhn - ja, richtig gelesen, der Verteidiger bereitete vor. "Ich hab einfach mal den Ball nach vorne gedroschen, und Herbert stand da zufällig rum", erklärte Bruhn später mit einem Grinsen.

Bis zur Pause blieb es beim 1:0, obwohl Dresden dominant wirkte. 57 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse insgesamt - die Statistiker hatten ordentlich zu tun. Trainer Dynamo Dresden (der Mann heißt tatsächlich so) schien zufrieden, bis er in der Kabine wohl zu viel Espresso trank: Denn nach Wiederanpfiff ging’s Schlag auf Schlag.

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, da klingelte es doppelt. Erst traf Marko Schmitt in der 46. Minute nach feiner Vorarbeit von Ezequiel Antolinez, und nur eine Minute später legte Adriano Veloso nach - erneut mit Assist von Antolinez. Drei Tore, zwei Minuten, ein Stadion im Ausnahmezustand. "Da dachte ich kurz, wir führen 6:0", lachte später Dynamo-Coach Dresden, "bis mein Co-Trainer mich daran erinnerte, dass Auerbach auch mitspielt."

Und wie sie mitspielten! Der VfB zeigte Moral, die man sonst eher in Hollywood-Drehbüchern findet. Erst verkürzte Fabian Lindner nach Vorlage von Samuel Eliot (52.), dann traf Xabi Velez per Flachschuss (60.). Plötzlich stand es 3:2, und mancher Dynamo-Fan blickte nervös auf die Uhr - zu früh, wie sich herausstellte.

Denn Auerbachs Innenverteidiger Filipe Figo hatte offenbar beschlossen, dass auch Abwehrspieler Tore schießen dürfen. In der 73. Minute traf er nach Ecke von Erik Schulz zum 3:3. Auf der Gästebank drehte Trainer Harty Hardsen durch - diesmal vor Freude. "Ich hab ihm gesagt: Wenn du schon vorne bleibst, dann mach wenigstens was draus. Aber dass er das so wörtlich nimmt…", stöhnte Hardsen später halb stolz, halb fassungslos.

Doch Dresden wäre nicht Dresden, wenn sie das Drama nicht noch steigern könnten. In der 85. Minute, als Auerbach gerade vom Ausgleich träumte, schlug Antolinez zu - der Argentinier verwandelte nach Vorlage von Kaufmann zum 4:3 und ließ sich anschließend in bester Tango-Manier feiern. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand der Matchwinner augenzwinkernd, "aber manchmal ist Fußball eben Poesie."

Auerbach versuchte es noch einmal mit allem, was Beine hatte, doch Dynamo verteidigte mit einer Mischung aus Panik und Leidenschaft. Torhüter Blum brüllte seine Vorderleute an, als wolle er sie persönlich nach Hause eskortieren. Nach 90 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab, und das Rudolf-Harbig-Stadion verwandelte sich in eine Mischung aus Stadionfest und Gruppentherapie.

Statistisch gesehen war’s ein Spiel auf Augenhöhe: 14 Torschüsse bei Dresden, 13 bei Auerbach. Ballbesitz leicht zugunsten der Hausherren (57 zu 43 Prozent). Einziger Schönheitsfehler aus Sicht der Gäste: Laurent Maurice sah in der 41. Minute Gelb, weil er offenbar vergessen hatte, dass Grätschen keine olympische Disziplin ist.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen - außer vielleicht, dass sie zu viele Tore geschossen hat. Auf der falschen Seite", meinte Auerbachs Coach Hardsen sarkastisch. Dynamo-Trainer Dresden hingegen fasste den Abend so zusammen: "Wir wollten die Fans unterhalten. Das haben wir geschafft. Ich bin nur froh, dass mein Herz noch schlägt."

Und während die Fans noch auf den Rängen diskutierten, ob sie gerade ein Spitzenspiel oder eine Komödie gesehen hatten, packte Ezequiel Antolinez seine Schuhe ein und sagte lachend: "Ich hoffe, Netflix hat das übertragen."

Ein Spiel, das niemand so schnell vergessen wird - sieben Tore, zwei fast kollabierende Trainer und ein Publikum, das sich wünscht, jedes Wochenende wäre so verrückt. Dresden jubelt, Auerbach trauert - und ganz Fußball-Deutschland applaudiert leise dieser wunderbaren Eskalation.

22.02.643987 22:13
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Die sollen sich nicht so anstellen, bei mir zählen nur glatte Brüche als Verletzungen.
Otto Rehhagel
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