Jornal do Brasil
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Drachen speien Chancen, Fluminense trifft - 1:2 in Goiania

Es war ein lauer Sommerabend in Goiania, 27 000 Zuschauer im Stadion, und man hatte das Gefühl, die "Drachen" von Goianiense wollten das Spielfeld tatsächlich in Brand setzen - nur leider fehlte ihnen das Feuer im Abschluss. Am Ende stand ein 1:2 gegen AD Fluminense, ein Ergebnis, das auf dem Papier knapp wirkt, aber den Verlauf des Spiels wohl treffend zusammenfasst: viel Aufwand, wenig Ertrag.

Schon in den ersten Minuten rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Rui Morte. Fernando Frechaut prüfte den Keeper in der 6. Minute, Ricardo Miguel legte gleich nach. "Ich dachte, einer von den beiden Schüssen muss doch endlich rein", stöhnte Trainer - pardon, eher Philosoph - der Dragons nach Schlusspfiff (Name wollte er nicht nennen, um "die Aura der Analyse nicht zu zerstören"). Doch es kam, wie es kommen musste: Fluminense schlug eiskalt zu.

In der 12. Minute kombinierten sich Ryan Washington und der junge Pedro Nani durch die rechte Seite, und was wie eine harmlose Flanke aussah, landete - zack! - im Netz. 0:1. Der Jubel der Gäste war so laut, dass selbst der Stadionsprecher kurz die Stimme hob: "Und da ist das Tor, das niemand kommen sah - außer vielleicht Nani selbst!" Der 21-Jährige grinste später in die Kameras: "Ich habe nur den Wind gespürt, und der hat mir gesagt: Schieß jetzt."

Dragon Goianiense ließ sich davon nicht unterkriegen, im Gegenteil: Mit 17 Torschüssen im gesamten Spiel und fast ausgeglichenem Ballbesitz (47,9 % zu 52,1 %) belagerten sie das gegnerische Tor wie mittelalterliche Belagerer eine Festung. Doch Rui Morte wurde zum Schlussstein dieser Festung. Der Keeper parierte mit einer Ruhe, die man sonst nur bei Yoga-Retreats findet. "Ich hatte einfach das Gefühl, heute kann mir nichts passieren - außer vielleicht Sonnenbrand", witzelte er nach dem Spiel.

In der 18. Minute sah Ingo Futre Gelb, nachdem er einen Gegenspieler mehr an die Bande als ans Spiel erinnerte. "Ich wollte nur zeigen, dass wir da sind", sagte er schulterzuckend. Seine Mannschaft war tatsächlich "da" - nur eben nicht im Torabschluss.

Nach der Pause, noch bevor die Dragons wieder den Rhythmus fanden, schlug Fluminense erneut zu. In der 53. Minute legte der rechte Verteidiger Javier Beto mustergültig auf, und der 20-jährige Frank Marx traf aus spitzem Winkel - 0:2. "So jung und schon so frech", murmelte ein älterer Fan auf der Tribüne, während er sein Bier hob.

Aber wer die Dragons kennt, weiß: Sie geben nicht auf. Und so kam in der 82. Minute endlich der Lohn für all die Mühe. Luís Morte, der Ironischerweise denselben Nachnamen trägt wie der gegnerische Torwart, spielte einen perfekten Pass auf Fernando Frechaut. Der zog ab, diesmal unhaltbar - 1:2! Das Stadion bebte, die Hoffnung flammte auf, und selbst der Stadionsprecher schien kurz an ein Happy End zu glauben.

Doch Fluminense blieb cool, verteidigte clever, und als der Schlusspfiff kam, hatte Dragon Goianiense zwar mehr geschossen, mehr gerannt, mehr geschwitzt - aber eben weniger getroffen.

Trainer von Fluminense, sichtlich zufrieden, kommentierte trocken: "Statistiken gewinnen keine Spiele, Tore schon." Sein Gegenüber konterte mit Galgenhumor: "Wenn Schüsse auf das Tor zählen würden, hätten wir 5:2 gewonnen."

Ein kleiner Wermutstropfen im ohnehin bitteren Abend war die Verletzung von Humberto Valente in der 80. Minute. Er musste raus, wurde von Marcio Rocha ersetzt. "Ich habe nur kurz gezwinkert, und schon lag er da", sagte Ricardo Miguel - halb besorgt, halb ironisch.

So ging ein Spiel zu Ende, das alles hatte: Tempo, Leidenschaft, Frust und eine Prise Tragikomik. 27 000 Zuschauer gingen nach Hause mit der Frage: Wie kann man so oft aufs Tor schießen und trotzdem verlieren? Die Antwort ist simpel - Fußball.

Und vielleicht, ganz vielleicht, hat Goianiense an diesem Abend gelernt, dass Drachen zwar Feuer spucken können, es aber manchmal besser ist, einfach den Ball ins Netz zu schieben.

Schlusswort: Wenn Einsatz und Wille Punkte bringen würden, stünde Dragon Goianiense an der Tabellenspitze. Aber die Tabelle kennt keine Romantik - nur Zahlen. Und die sagten an diesem 4. Spieltag der 1. Liga Brasilien eben: 1:2.

06.03.643987 00:53
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