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Dornbirn dreht das Spiel: Später Doppelschlag schockt Linz

Union Dornbirn hat am 4. Spieltag der 1. Liga Österreich ein kleines Fußballwunder vollbracht. Vor 38.632 euphorisierten Zuschauern drehte die Elf von Olaf Dragon ein schon verloren geglaubtes Spiel gegen Schwarz-Weiß Linz und feierte einen 2:1-Heimsieg, der selbst den Stadionsprecher kurz die Stimme kostete.

Dabei hatten die Gäste aus Linz zunächst alles im Griff. Schon nach zehn Minuten zappelte der Ball im Netz von Dornbirn - Bruno Jorge, der flinke Rechtsaußen, traf nach feiner Vorarbeit von Lukas Marceau zum 0:1. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Jorge später, "und plötzlich war’s still im Stadion - na ja, fast." Tatsächlich hörte man in der Dornbirner Arena in diesem Moment nur noch das Knirschen der Bratwurstverkäufer.

Union Dornbirn ließ sich davon aber nicht einschüchtern. Trainer Olaf Dragon, bekannt für seine emotionale Seitenliniengymnastik, peitschte seine Mannschaft nach vorne. "Wir haben in der Halbzeit gesagt: Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil", verriet Kapitän Nick Rose später mit einem Augenzwinkern. Der Stil, den Dornbirn dann auf den Rasen zauberte, war allerdings eher rustikal als elegant. 13 Torschüsse, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe und jede Menge Einsatz - das waren die Zutaten für den späten Triumph.

Nach der Pause kam Bewegung ins Spiel - im wahrsten Sinne. Dragon brachte den erfahrenen André Savard für den jungen Lukas Jaeger, was das Mittelfeld merklich stabilisierte. Linz blieb zwar mit etwas mehr Ballbesitz (knapp 53 Prozent) spielbestimmend, wirkte aber zunehmend ideenlos. Und Dornbirn nutzte das gnadenlos.

In der 60. Minute platzte der Knoten: Nick Rose, der Dauerläufer im Zentrum, fasste sich aus 20 Metern ein Herz und hämmerte den Ball ins linke Eck. Der Pass kam von Matthew Leachman, der an diesem Abend gleich zweimal als Assistgeber glänzte. "Ich hab den Ball einfach reingespielt, weil Nick immer schreit - diesmal hat’s sich gelohnt", lachte Leachman nach dem Spiel.

Von da an war das Stadion ein Tollhaus. "Man hat gemerkt, dass was geht", sagte Dragon. "Und wenn in Dornbirn was geht, dann geht’s meistens bis zur 89. Minute." Prophetische Worte, wie sich herausstellte. Denn genau da war es Alain Dumont, der sich auf der rechten Seite durchtankte, wieder von Leachman bedient wurde und den Ball eiskalt zum 2:1 ins Tor setzte. Der Jubel war ohrenbetäubend - und der sonst stoisch wirkende Dragon riss erstmals seit Jahren die Arme hoch.

Der Linzer Trainer Hick Up hingegen wirkte nach dem Schlusspfiff wie jemand, der gerade seinen Autoschlüssel im Stadion verloren hat. "Wir waren zu passiv", knurrte er. "Dornbirn hat uns den Schneid abgekauft. Und wenn man in der 89. Minute noch so ein Tor bekommt, dann ist das halt… äh… lehrreich." Seine Spieler schlichen wortlos in die Kabine - nur Bruno Jorge klopfte seinem Trainer auf die Schulter und meinte: "Kopf hoch, Chef, nächste Woche schießen wir wieder drei."

Statistisch gesehen war es ein ausgeglichenes Spiel: Linz mit mehr Ballbesitz, Dornbirn mit mehr Torschüssen und, wichtiger noch, mit mehr Herz. Der junge Julian Stock (19) wirbelte unermüdlich, Karl Konrad prüfte den Linzer Keeper Marcus Lorenz gleich mehrfach, und in der Schlussphase brachte Dragon sogar den 18-jährigen Helmut Schreiner - ein klares Signal: Angriff bis zum Schluss.

Was bleibt, ist ein Spiel, das in Dornbirn noch lange erzählt werden wird. Die Fans sangen nach dem Abpfiff "Wir woll’n euch tanzen seh’n" (frei nach eigenem Vereinsmotto), während Dragon im Kabinengang jedem seiner Spieler eine halbe Umarmung und eine ganze Standpauke verpasste.

"Wir haben Herz gezeigt", sagte Dumont, der Matchwinner, mit breitem Grinsen. "Und vielleicht auch ein bisschen Glück. Aber ohne Glück wäre Fußball ja Schach - und das schaut sich keiner an."

Ein Satz, der hängen bleibt - genau wie dieser Abend. Dornbirn jubelt, Linz hadert, und die Liga weiß jetzt: Wer Union unterschätzt, bekommt spät, aber sicher, die Quittung.

Und irgendwo in der Kabine summte Olaf Dragon leise vor sich hin: "Zwei zu Eins - das klingt doch schöner als Null zu Eins." Ein Trainer mit Humor. Und mit drei Punkten.

22.02.643987 19:39
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