Heraldo de Mexico
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Diablos zünden in Chetumal - Guadalajara siegt 3:1

Ein lauer Abend im März, 59.000 Zuschauer im ausverkauften Estadio del Caribe, und es roch früh nach Schwefel - denn wenn die Diablos aus Guadalajara kommen, wird’s heiß. Am 12. Spieltag der 1. Liga Mexico lieferten sie bei Atletico Chetumal eine Lehrstunde in Effektivität und Flügelspiel ab und gewannen am Ende verdient mit 3:1.

Schon nach sechs Minuten brannte der Rasen erstmals: Philippos Dimoutsos fasste sich aus gut 20 Metern ein Herz, nachdem Carl Breuer einen Pass wie mit dem Zirkel auf ihn gelegt hatte. Der Ball zischte ins linke Eck - Torwart Callum Greenwald streckte sich vergeblich. "Ich hab nur den Wind gespürt", meinte der Keeper später trocken, "den vom Ball und vom Jubel der Diablos."

Chetumal schüttelte sich kurz und antwortete mit Courage. Der junge Vicente Morte, 22 Jahre alt und mit der Frechheit der Jugend, vollendete in der 18. Minute nach schönem Zuspiel von Morgan Cort zum 1:1 - das Stadion tobte. Trainer Bastian Roemmler riss die Arme hoch, als hätte er die Meisterschaft gewonnen. "Da waren wir richtig im Spiel", sagte er danach, "aber dann haben wir aufgehört, Fußball zu spielen und angefangen, den Gegner zu bewundern."

Denn Guadalajara blieb druckvoll, zielstrebig, gefährlich. 16 Torschüsse insgesamt, 55 Prozent Ballbesitz - Zahlen, die die Überlegenheit der Gäste nur andeuten. Besonders über links wirbelte das Duo Breuer/Dimoutsos, während auf der anderen Seite Cesc Carvalho und Vitorino Butragueno ihr eigenes kleines Technikfestival veranstalteten. Kurz vor der Pause (45.) war es dann Butragueno selbst, der nach präziser Flanke von Carvalho das 2:1 erzielte. "Ich hab’s mit dem Rücken gesehen", grinste der 31-Jährige im Interview, "aber der Ball hat mich trotzdem gefunden."

Nach dem Seitenwechsel blieb Chetumal bemüht, doch in der Umsetzung blass. Roemmler reagierte in der 70. Minute mit einem Doppelwechsel - Celis und Lancaster kamen für Cort und Esclapez. Der Plan: mehr Frische, mehr Flanken. Der Effekt: überschaubar. Die Diablos kontrollierten das Tempo, ließen Ball und Gegner laufen und warteten geduldig auf ihre Chance.

Die kam in der 84. Minute - und wieder über die Außenbahn. Carl Breuer, längst Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, tanzte an der Seitenlinie zwei Gegenspieler aus und legte quer auf Cesc Carvalho. Der Portugiese nahm den Ball elegant mit der Brust mit und drosch ihn mit voller Wucht unter die Latte - 3:1, Spiel entschieden. "Wenn man so frei steht, darf man nicht nachdenken", erklärte Carvalho hinterher mit einem Lächeln, "denken ist was für Philosophen, nicht für Flügelspieler."

In den letzten Minuten durfte sogar noch Pedro Coluna ran, der in der 86. Minute für Antonio Pascual kam - und prompt zwei Schüsse auf Greenwald abfeuerte (88. und 89.), die der Torwart mit Mühe entschärfte. Chetumal war zu diesem Zeitpunkt längst geschlagen, aber nicht ohne Stolz. Morte versuchte es noch einmal in der 86. Minute aus spitzem Winkel, doch der Ball rauschte knapp vorbei.

Guadalajara-Coach Ralf Mr, sonst ein Mann der leisen Worte, zeigte sich nach der Partie ungewohnt zufrieden: "Wir haben das Spiel kontrolliert, ohne uns zu verausgaben. Das war erwachsen." Sein Gegenüber Roemmler konterte mit Galgenhumor: "Erwachsen, ja. Wir waren eher in der Pubertät - viel Emotion, wenig Kontrolle."

Am Ende blieb es beim 1:3 - ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse klar widerspiegelt. Die Diablos festigen damit ihren Platz in der Spitzengruppe, während Atletico Chetumal weiter im Tabellenmittelfeld festhängt.

Das Publikum verabschiedete die Teams mit Applaus - und vielleicht auch mit einem kleinen Seufzer. Denn wenn die Diablos kommen, wird’s heiß, aber selten gemütlich.

Und irgendwo in der Kabine von Chetumal soll man gehört haben, wie ein Spieler sagte: "Wenn wir schon gegen den Teufel spielen, hätten wir wenigstens Weihwasser mitbringen sollen."

Vielleicht beim nächsten Mal.

18.03.643994 17:55
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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