La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Detari trifft spät - Taquari klaut Ayes den Punkt in letzter Sekunde

Ein Abend, der für die Fans des Club Ayes mit Hoffnung begann und in kollektivem Seufzen endete: 35.475 Zuschauer im heimischen Estadio del Sol sahen am 26. Spieltag der 1. Liga Paraguay, wie CF Taquari in der 92. Minute das Netz traf - und zwar eiskalt. Attila Detari, der unermüdliche Mittelstürmer der Gäste, beendete das Geduldsspiel mit einem Schuss, der so präzise war, dass selbst die Heimfans kurz den Atem anhielten. 0:1 lautete das ernüchternde Endergebnis, und irgendwie passte es zum Abend.

Dabei hatte Ayes gar nicht schlecht begonnen. Trainername unbekannt - aber seine Elf war auf "ausgeglichen" eingestellt, und so sah es in der ersten halben Stunde auch aus: solide, aber ohne Risiko. Dann kam der Bruch. Erst holte sich Linksverteidiger Jaime Makukula in der 21. Minute Gelb, dann in der 66. auch noch Gelb-Rot. "Ich wollte nur den Ball spielen", beteuerte er nach dem Spiel, "aber der Ball wollte wohl nicht mit mir spielen." Der Schiedsrichter sah das anders.

Von da an war es ein Spiel auf ein Tor - und zwar das von Charlie Prentiss. Der Torwart von Club Ayes hatte einen dieser Abende, an denen man gleichzeitig Held und tragische Figur ist. Ganze 24 Torschüsse feuerten die Gäste ab, Taquari spielte, als würde es um ihr Leben gehen. Prentiss hielt, flog, brüllte seine Verteidiger zusammen - und war trotzdem am Ende machtlos.

"Ich hab’ irgendwann aufgehört zu zählen", sagte er mit einem gequälten Grinsen. "Aber als der Schuss von Detari kam, wusste ich: Der passt. Der Ball hatte diesen bösen Drall, den du nur in Albträumen siehst."

Taquari-Coach Tim Thaler hatte schon früh die Zeichen erkannt. Zur Halbzeit wechselte er gleich dreimal: Carlos Deco kam für Xabier Maniche, Eduardo Mendo ersetzte Jose Enrique Exposito, und Carl Barbosa durfte auf der rechten Seite für Lionel Hermenegildo ran. "Wir wollten frisches Blut, mehr Druck, mehr Mut", erklärte Thaler später. "Und ehrlich gesagt: Ich hatte das Gefühl, dass Ayes nicht mehr viel entgegenzusetzen hat." Er sollte recht behalten.

Denn Club Ayes, ohnehin nicht gerade für Offensivfeuerwerke bekannt, brachte es auf magere sechs Torschüsse - und davon war keiner wirklich zwingend. Andrew Perlman versuchte es gleich dreimal, am gefährlichsten in der 87. Minute, als sein Schlenzer knapp über die Latte segelte. "Ich dachte, der geht rein", jammerte er nach Schlusspfiff, "aber der Ball hat wohl Höhenangst."

Die Statistik sprach eine klare Sprache: 53,6 Prozent Ballbesitz für Taquari, 24 Torschüsse, höherer Einsatz, aggressiveres Pressing - und das trotz einer Mannschaft, die laut Taktikprotokoll gar kein Pressing spielen wollte. Manchmal hilft eben, wenn man die Theorie ignoriert.

In der 84. Minute dann noch der nächste Rückschlag für Ayes: Rechtsverteidiger Nevio Pelayo verletzte sich, musste raus, für ihn kam Adrian Velez. Der war kaum auf dem Platz, da rollte schon der letzte Angriff der Gäste. Laurent Billet flankte - halb Schuss, halb Hoffnung - und Detari tat, was ein Mittelstürmer tun muss: Er stand da, wo es weh tut, und traf.

"Das war kein Zufall", sagte Billet später mit einem Lächeln, "Attila steht immer da, wo der Ball runterfällt. Wir nennen ihn intern den Staubsauger."

Nach dem Spiel blieb der Trainer von Club Ayes wortkarg. "Wir haben gekämpft", murmelte er ins Mikrofon, "aber Fußball ist manchmal grausam." Ein Reporter wagte zu fragen, ob sein Team nach der Gelb-Roten Karte zu passiv geworden sei. "Passiv? Wir hatten zehn Mann. Da ist man nicht passiv, da ist man beschäftigt."

Der einzige, der wirklich lächelte, war Thaler. "Späte Tore sind die süßesten", sagte er, "vor allem, wenn sie verdient sind." Und das waren sie wohl.

Für CF Taquari war dieser Sieg mehr als nur drei Punkte - es war ein Statement, dass Beharrlichkeit belohnt wird. Für Club Ayes dagegen bleibt die Erkenntnis, dass man auch mit 44 Prozent Tacklingquote und 46 Prozent Ballbesitz kein Spiel gewinnt, wenn man den Ball lieber anschaut, als ihn zu spielen.

Am Ende jubelten nur die Gäste. Der Rest ging mit hängenden Köpfen nach Hause - und der stillen Hoffnung, dass das nächste Spiel ein paar Minuten kürzer dauert.

15.11.643987 22:33
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Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muß man tun? Ihn sich wiederholen!
Giovanni Trappatoni
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