Jamaica News Bulletin
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Desjardins zündet das Feuerwerk - Villagers siegen 1:0 gegen Fire-House FC

Es war ein Abend, der in Falmouth noch lange nachhallen dürfte: 72.291 Zuschauer im ausverkauften "Village Ground" sahen ein Spiel, das zwar nur ein Tor bot, aber dafür umso mehr Gesprächsstoff. Am Ende triumphierten die Falmouth Villagers mit 1:0 über den Fire-House FC - dank eines frühen Treffers von Robert Desjardins in der 9. Minute.

Schon vor dem Anpfiff lag eine knisternde Spannung in der Luft. Trainer Hermann Tüllinghoff hatte seine Villagers auf "vollen Einsatz und langes Ballspiel" eingestellt - und so wirkte jeder Abschlag wie eine kleine Kanonenkugel. "Wir wollten gleich zeigen, dass hier keiner durchmarschiert", grinste Tüllinghoff später mit einer Mischung aus Stolz und Schweiß.

Und seine Männer verstanden die Botschaft. Nach einem ersten Warnschuss von Rechtsverteidiger Lucas Duverger in der 2. Minute folgte ein Sturmlauf über die rechte Seite. Gerard Eliot, quirlig wie ein Kolibri auf Koffein, tanzte seinen Gegenspieler aus und legte mustergültig quer. Desjardins nahm Maß - und zimmerte den Ball trocken ins linke Eck. 1:0. Der Rest war Jubel, Rauch und ein leicht überforderter Stadionsprecher, der sich beim Torjubel fast selbst applaudierte.

Fire-House FC, trainiert vom stets gestenreichen Dottore Caballero, wirkte sichtlich überrascht. "Wir hatten eine Idee vom Spiel", murmelte Caballero später mit theatralischer Geste, "aber die Villagers hatten offenbar auch eine." Sein Team fand zwar nach und nach besser ins Spiel, doch die Offensive blieb eher eine Funkenstrecke als ein Flammenmeer. Oscar Zahinos prüfte Keeper Ernesto Ferrer in der 3. und 27. Minute, aber der Schlussmann der Villagers war an diesem Abend unüberwindbar - und trug dabei eine Gelassenheit zur Schau, als würde er sonntags im Park Enten füttern.

Die Gastgeber blieben gefährlich. Noah Rose zirkelte in der 12. Minute knapp daneben, später versuchte es Desjardins mehrfach (16., 23.), aber Fire-House-Keeper Anders Sundström hielt, was zu halten war. In Minute 34 gab’s die erste Gelbe: Falmouths linker Verteidiger Jelle Van Buren räumte seinen Gegenspieler so rustikal ab, dass man kurz dachte, er wolle ihn gleich mitnehmen. "War nur eine liebevolle Umarmung", lachte Van Buren später, bevor er wenig später ausgewechselt wurde - vermutlich zur eigenen Sicherheit.

Kurz darauf musste Tüllinghoff improvisieren: Alejandro Gil kam für Van Buren, und der Oldie fügte sich nahtlos ein. Auf der anderen Seite begann Caballero zu rotieren wie ein DJ auf Speed - gleich drei Wechsel zwischen Minute 55 und 59, darunter der für den verletzten Godewyn Vanderveer. "Er hat sich beim Kopfball selbst getroffen", witzelte ein Zuschauer, während der Innenverteidiger mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld humpelte.

Statistisch war’s klar: 12 zu 6 Torschüsse, knapp 56 Prozent Ballbesitz - die Villagers hatten das Spiel im Griff, auch wenn die letzte Viertelstunde einem Nervenkrimi glich. Fire-House warf alles nach vorne, und Caballero schrie so laut, dass die Ersatzbank automatisch in Deckung ging. In der 83. Minute kam Nelio Tonel noch zu einem gefährlichen Abschluss, aber Ferrer pflückte den Ball runter wie eine reife Mango. Die Gelbe Karte für Fire-House-Verteidiger David Jemez in der 87. Minute war dann sinnbildlich: viel Frust, wenig Fortune.

Als Schiedsrichter Linton den Schlusspfiff ertönen ließ, sank Tüllinghoff erleichtert auf die Knie. "Ich hätte mir ein zweites Tor gewünscht", sagte er später mit breitem Grinsen, "aber wenn man früh trifft, kann man ja auch mal den Rest des Abends genießen." Desjardins, der Matchwinner, grinste verschmitzt: "Ich war überrascht, dass der Ball reinging - sonst sehen die Dinger bei mir eher nach Passversuch aus."

Und Fire-House? Die Spieler schlichen vom Platz wie Feuerwehrleute nach einem Fehlalarm. "Wir haben zu spät gezündet", gab Kapitän Charles Chamberlain zu. "Aber wenigstens brennt noch unser Ehrgeiz."

So endete ein Spiel, das früh entschieden, aber nie langweilig war. Die Villagers festigen mit diesem Sieg ihre Position in der oberen Tabellenhälfte der 1. Liga Jamaica, während Caballeros Crew weiter nach der zündenden Idee sucht. Vielleicht hilft eine Brandübung.

Oder, wie es ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn Fire-House FC so weitermacht, müssen sie bald die Löschdecke holen - für ihren eigenen Angriff."

Ein bisschen böse, aber nicht ganz falsch.

23.10.643987 19:50
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Ich glaube nicht, daß wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre.
Uli Hoeneß
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