Diarios de Futbol
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Deportivo Canar verpasst das Wunder - Herediano siegt 3:2 im Torfestival

Es war einer dieser Abende, an denen Fußball mehr Theater als Sport ist - mit allen Zutaten: Drama, Emotionen und einem Schiedsrichter, der offenbar beschlossen hatte, dass Spannung wichtiger ist als Ordnung. Am Ende jubelte CF Herediano über ein 3:2 (2:2) bei Deportivo Canar - ein Ergebnis, das den Gästen in der "Challenger League Quali" beste Chancen für das Rückspiel beschert.

Vor 34.500 Zuschauern begann alles noch wie ein Heimspiel aus dem Lehrbuch. Canar, offensiv eingestellt von Trainer Helmut Adolph, presste mutig und suchte früh den Abschluss. Jorge Delgado prüfte Heredianos Keeper Serge Friedrich gleich dreimal in den ersten 20 Minuten - aber Friedrich hatte offenbar beschlossen, an diesem Abend Spiderman zu spielen. "Ich hab einfach den richtigen Kaffee erwischt", grinste der 33-Jährige später.

Doch während die Hausherren sich noch über vergebene Chancen ärgerten, schlug Herediano eiskalt zu. In der 14. Minute traf Pol de Silva nach feinem Zuspiel von Luís Marques - 0:1, aus dem Nichts und doch mit chirurgischer Präzision. "Das war wie ein Dolchstoß in die Euphorie", seufzte Canar-Kapitän Miguel Brito.

Wenig später wiederholte sich das Muster: Canar drückt, Herediano trifft. Wieder Pol de Silva, diesmal nach Vorlage des 18-jährigen Cristobal Fernandes (35.). "Ich hab ihm einfach gesagt: Lauf, Junge, lauf!", lachte de Silva nach dem Spiel. "Und er hat geliefert."

Doch wer dachte, Canar würde sich ergeben, kennt Helmut Adolph nicht. Der Trainer, bekannt für seine flammenden Pausenansprachen ("Ich habe mich selbst kaum verstanden, so laut war ich", gab er später zu), sah, wie sein Team noch vor dem Halbzeitpfiff zurückkam. Erst traf Alejandro Bergantinos in der 43. Minute nach schöner Vorarbeit von Brito. Und kaum war der Torjubel verhallt, schlenzte Linksverteidiger Brito selbst den Ball zum 2:2 ins Netz - in der 44. Minute.

Das Stadion tobte, und Adolph riss die Arme hoch, als wäre das schon der Sieg. "Ich dachte kurz, wir hätten das Spiel gewonnen - dann fiel mir ein, dass es erst Halbzeit war", sagte er schmunzelnd.

Nach dem Seitenwechsel blieb Canar offensiv, doch Herediano wirkte abgeklärter. Das Team des fiktiv ungenannten Gästetrainers (der wohl lieber im Hintergrund bleibt) ließ den Ball laufen, suchte die Lücken - und fand sie in der 59. Minute. Linksverteidiger Marcio Penas rückte weit auf, bekam den Ball von de Silva und schoss trocken ins lange Eck. 3:2 für die Gäste, die nun das Spiel kontrollierten.

Canar brachte Jungspund Julian Adao (58.) und später Iker Hierro (65.), beide gerade 18 Jahre alt. "Die Jungs sollen lernen, wie weh Fußball tun kann", kommentierte Adolph trocken. Auch Jorge Delgado wurde in der 81. Minute durch Carlos Waldo ersetzt - ein Zeichen, dass der Coach an die frische Energie glaubte. Doch Herediano stand gut, selbst die Gelbe Karte für Noach Schaffer (76.) brachte die Gäste nicht aus dem Konzept.

Statistisch war’s ein enges Duell: 13 Torschüsse für Canar, 10 für Herediano. Beim Ballbesitz hatten die Gäste mit 54 Prozent leicht die Nase vorn, dafür gewann Canar knapp mehr Zweikämpfe (51 Prozent). Doch Fußball wird, wie bekannt, nicht auf dem Statistikzettel entschieden.

Als Schiedsrichter Tomasz Ledo nach 93 Minuten abpfiff, sanken einige Canar-Spieler auf den Rasen. "Wir haben alles gegeben, aber sie waren heute einfach einen Tick cleverer", sagte Torschütze Bergantinos, der mit einem Eisbeutel auf der Schulter in die Kabine humpelte.

Auf der Pressekonferenz versuchte Adolph, das Positive zu betonen: "Wir haben zwei Tore gemacht, zuhause. Das Rückspiel wird ein anderes Spiel. Vielleicht bringe ich dann auch den Kaffee von Friedrich mit."

Herediano hingegen feierte den Auswärtssieg ausgelassen - allerdings mit typisch südländischer Gelassenheit. De Silva, Doppelpacker und Mann des Abends, fasste es so zusammen: "Wir sind noch nicht durch, aber wir haben den Schlüssel schon im Schloss."

Ein Satz, der Canar-Fans hoffen lässt - denn manchmal klemmt das Schloss ja noch. Und wer weiß: Vielleicht findet Helmut Adolph bis zum Rückspiel den richtigen Schlüsseldienst.

(Artikel von unserem Reporter vor Ort, Stadion Deportivo Canar, 10. Februar 2026)

03.07.643990 12:27
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