Sverige Fotboll
+++ Sportzeitung für Schweden +++

Degerfors zerlegt Ersboda - Ein Abend, den die Heimfans lieber vergessen würden

Es war ein kühler Märzabend in Ersboda, aber was Degerfor FF da im Stadion ablieferte, ließ selbst den Frost auf den Tribünen schmelzen. 22.750 Zuschauer sahen ein Spiel, das mit dem Begriff "Lehrstunde" noch höflich umschrieben ist. 1:6 hieß es am Ende - und ehrlich gesagt, so knapp war’s nicht einmal.

Dabei fing alles gar nicht so dramatisch an. Nach einer frühen Gelben Karte für Degerfors’ Tiburtius Berglund (ja, gleich in der ersten Minute - offenbar ein Statement), tasteten sich beide Teams zunächst ab. Ersboda-Coach Piel Juergen hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, "Wir wollten zeigen, dass wir auch Fußball spielen können", erklärte er später mit stoischem Blick. Leider wollte das der Gegner nicht nur zeigen, sondern auch tun.

Nach einer halben Stunde übernahm Degerfor FF endgültig das Kommando. Besonders Malkolm Berglund - 23, flink, frech, eiskalt - war kaum zu stoppen. In der 32. Minute schlenzte er den Ball nach Vorlage von Bengt Dahlström ins Netz, und das war der Auftakt zu einem persönlichen Galaabend. "Ich hab einfach Spaß gehabt", sagte Berglund hinterher und grinste, als hätte er gerade auf dem Bolzplatz gewonnen.

Zur Pause stand es "nur" 0:1, und man konnte meinen, Ersboda sei noch im Spiel. Doch dann kam die zweite Halbzeit - und mit ihr das Unheil. Kaum waren die Fans mit ihrer Stadionwurst fertig, da zappelte der Ball schon wieder im Netz. In der 52. Minute traf Paulus Ohlson nach schöner Vorlage von Jack Maxwell für Ersboda zum 1:1. Das Publikum erwachte, die Trainerbank jubelte, und Juergen schrie: "Jetzt sind wir drin!" - Nun ja. Ganze zwei Minuten lang.

Denn im direkten Gegenzug konterte Degerfors mit chirurgischer Präzision. Adrian Holmqvist, der zentrale Mittelfeldregisseur, zirkelte den Ball nach Vorarbeit von Tiburtius Berglund unhaltbar ins Eck - 1:2. "Das war wie ein Schlag in die Magengrube", stöhnte Ohlson später. Von da an ging’s bergab - steil und ohne Bremsen.

71. Minute: Wieder Malkolm Berglund, diesmal nach Pass des eingewechselten Anselm Taube - 1:3. Dann ein Doppelschlag in der Schlussphase, der die Heimfans endgültig in Schockstarre versetzte. Erst traf Adrian Holmqvist (81.) nach Vorlage des jungen Eskil Karlson, dann Valter Sundström (83.) mit einem Schuss, der eher wie eine Liebeserklärung an die Latte klang, bevor sie ihn ins Tor küsste. Und als Krönung legte Berglund in der 84. Minute noch sein drittes Tor nach. 1:6. Ein Hattrick wie aus dem Lehrbuch.

Während Degerfors-Coach René Linge an der Seitenlinie ruhig blieb - "Wir haben einfach unser Spiel gespielt", meinte er fast entschuldigend -, wirkte sein Gegenüber zunehmend fassungslos. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Juergen nach dem vierten Gegentor, als ob das irgendeinen Unterschied gemacht hätte.

Statistisch war’s fast ausgeglichen: 49 Prozent Ballbesitz für Ersboda, 51 für Degerfors. Aber was nützen Zahlen, wenn der Gegner 19 Torschüsse abfeuert und du selbst nur sechs? Degerfors spielte mit einer Leichtigkeit, die fast schon unverschämt wirkte. Passsicher, zielsicher, und trotz der frühen Verwarnung erstaunlich diszipliniert. Nur Innenverteidiger Damiano Gallo holte sich in der 76. Minute noch Gelb ab - offenbar, um nicht völlig unauffällig zu bleiben.

Ersboda wechselte zwar fleißig: Sundström, Frank und Eriksson kamen in der Schlussphase, doch auch frische Beine konnten das Debakel nicht stoppen. "Wir hätten noch bis Mitternacht spielen können, und es wäre wohl 1:9 ausgegangen", scherzte Torwart Jesper Karlson, der trotz sechs Gegentoren zu den Besseren seines Teams zählte.

Und so verließen die Fans das Stadion mit einer Mischung aus Unglauben und Galgenhumor. "Wenigstens war’s nicht langweilig", sagte ein älterer Herr im Ersboda-Trikot, während er seine Mütze tiefer ins Gesicht zog.

Degerfors dagegen feierte ausgelassen - aber ohne Überheblichkeit. "Wir wissen, dass solche Spiele selten sind", meinte Dreifachtorschütze Berglund, "nächste Woche kann’s schon wieder anders aussehen." Vielleicht. Aber an diesem Abend war Degerfors FF schlicht eine Klasse für sich - und Ersboda BK nur der bedauernswerte Statist in einer einseitigen Fußballgeschichte.

Fazit: Wenn Fußball Kunst sein kann, dann war das hier ein expressionistisches Meisterwerk - mit viel Rot, wenig Blau und einem Pinselstrich namens Berglund.

07.10.643993 23:22
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager