Sverige Fotboll
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Degerfors ringt Ersboda nieder - Berglund doppelt, Publikum tobt

Ein frostiger Januarabend, Flutlicht, 27.725 Fans mit klammen Händen - und ein Spiel, das keiner so schnell vergessen wird: Degerfor FF besiegt Ersboda BK am 12. Spieltag der 1. Liga Schweden mit 3:2 (2:1). Es war kein taktisches Schachspiel, sondern ein wilder, herrlich unperfekter Fußballabend, bei dem Emotionen und jugendlicher Übermut die Hauptrollen spielten.

Schon nach 15 Minuten herrschte betretenes Schweigen im Stora Valla-Stadion. Ersbodas Rechtsaußen Kevin Engel hatte nach einem feinen Steckpass von Gerard Grenier die Degerfor-Abwehr wie Kegel umkurvt und trocken zum 0:1 eingeschoben. "Ich dachte kurz, das war zu einfach", grinste Engel später - und man glaubte es ihm sofort.

Doch Degerfor reagierte, wie man es aus der Provinz liebt: mit Herz, Holz und Hammer. Linksverteidiger Gudmund Abelson, sonst eher für Einwürfe als für Kunststücke bekannt, hämmerte in der 36. Minute nach Vorarbeit des 17-jährigen Hugo Henriksson den Ball humorlos unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Abelson nach dem Spiel zu. Trainer René Linge kommentierte trocken: "Genau deshalb lassen wir ihn manchmal flanken."

Der Ausgleich beflügelte die Hausherren. Kurz vor der Pause legte Malkolm Berglund seinen Auftritt des Abends hin. Nach feinem Zuspiel von Valborg Norman tänzelte der 22-Jährige in der 45. Minute über links, legte sich den Ball noch einmal zurecht und traf flach ins lange Eck - 2:1, Stadion im Ausnahmezustand.

Ersboda-Coach Piel Juergen versuchte in der Kabine offenbar, seine Jungs wachzurütteln - und wechselte prompt: der erfahrene René Schüler wich Julio Sancho, der prompt in der 52. Minute ausglich. Nach Vorlage von Mikael Uggla schob Sancho abgebrüht ein, als Degerfors-Keeper Hjalmar Karlsson (zur Halbzeit für den angeschlagenen Ferdinand Pederson gekommen) noch überlegte, ob er rauslaufen oder lieber beten sollte.

Damit stand es 2:2, und Ersboda witterte Morgenluft. Sie hatten zwar etwas weniger Ballbesitz (46,5 Prozent), aber mit 13 Torschüssen einen mehr als der Gastgeber. Fabian Frank prüfte in der 62. Minute Karlsson mit einem wuchtigen Kopfball, doch Degerfors hielt dagegen - und wie.

In der 74. Minute war es wieder dieser Malkolm Berglund, der plötzlich überall zu sein schien. Nach einem feinen Pass des eingewechselten Karl Kraft zog er aus halblinker Position ab - 3:2! "Ich hab einfach draufgehalten, weil ich nicht wusste, ob ich morgen überhaupt noch laufen kann", lachte Berglund später, während seine Mitspieler ihm im Kabinengang auf die Schultern trommelten.

Die Schlussphase war ein Nervenkrimi. Engel verpasste für Ersboda in der 89. Minute den Ausgleich um Zentimeter, und Degerfors warf sich mit allem, was noch stand, in die Schüsse. "Ich glaube, Edvard Lundqvist hat den Ball mit dem Gesicht geblockt", meinte Trainer Linge - und der junge Innenverteidiger nickte, leicht schief lächelnd.

Auch Schiedsrichter Hultgren hatte zu tun, denn die Partie wurde ruppiger. Zwei Verletzungen - Asier Quaresma bei Ersboda (22.) und Sigvard Bruhn bei Degerfor (37.) - zwangen zu frühen Wechseln. Besonders der 17-jährige Henriksson, der für Degerfor hinten rechts ranmusste, zeigte danach eine erstaunlich abgeklärte Partie.

"Wir haben das mit purer Leidenschaft gewonnen", bilanzierte Linge, während Piel Juergen etwas ratlos wirkte: "Wir schießen öfter aufs Tor, haben mehr Einsatz, und am Ende jubeln wieder die anderen. Vielleicht sollten wir einfach weniger trainieren."

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 53,5 Prozent Ballbesitz für Degerfor, 12 zu 13 Torschüsse, beinahe identische Zweikampfquoten. Doch die Emotionen kippten klar in Richtung Heimteam, das im letzten Drittel mit starkem Pressing und mutigem Offensivspiel den Unterschied machte.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Malkolm Berglund auf die Knie, hob die Arme - und grinste in Richtung der Fans, die skandierten, dass er endlich seinen Vertrag verlängern solle. Ob er das tut, ließ er offen: "Ich mag es hier. Aber vielleicht mag ich Tore noch ein bisschen mehr."

Ein Abend voller Energie, Zufall und junger Helden - Fußball, wie er sein sollte.

Und irgendwo in der Kabine von Degerfor FF summte jemand: "So spielt nur Degerfor…" - aber keine Sorge, das Lied ersparen wir Ihnen.

26.05.643987 11:52
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Wenn für Ze Roberto jemand 30 Millionen bietet, kann er sein Auto putzen und dann ab über die Alpen.
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