Sverige Fotboll
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Degerfor FF tanzt FC Nauco aus - ein 3:0 mit Ansage

Wenn 28.623 Zuschauer an einem kühlen Märzmorgen in Degerfors ihre roten Schals schwenken, dann liegt etwas in der Luft. Und dieses Etwas roch am Freitagabend nach Toren, Tempo und - seien wir ehrlich - einer gewissen Schadenfreude. Denn Degerfor FF zerlegte den FC Nauco beim 3:0 (1:0) in seine Einzelteile, und das mit einer Selbstverständlichkeit, die selbst Trainer René Linge kurz sprachlos machte. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so dominant auftreten. Aber die Jungs haben heute Fußball gearbeitet - und gespielt", grinste er nach dem Schlusspfiff, während hinter ihm die Fans noch "Degerfor, ole!" brüllten.

Von Beginn an war klar, wer hier das Kommando übernehmen würde. 24 Torschüsse auf das Gehäuse von FC-Nauco-Keeper Baltsar Dahlin sprechen eine deutliche Sprache - im Gegensatz zu den zwei kümmerlichen Versuchen der Gäste. Schon nach sieben Minuten prüfte Mattias Ohlson den Torwart mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der allerdings mehr nach höflicher Begrüßung als nach Torgefahr aussah. "Ich wollte mich nur mal vorstellen", scherzte Ohlson später.

In der 31. Minute wurde das Spiel ernst - und schön. Rechtsverteidiger Anselm Larsson, sonst eher als solider Abräumer bekannt, zog nach einem feinen Zuspiel von Adrian Holmqvist einfach mal ab. Der Ball flatterte, tanzte und senkte sich in die lange Ecke - 1:0! Larsson riss die Arme hoch, als hätte er gerade den Nobelpreis gewonnen. "Ich weiß gar nicht, warum ich da war. Normalerweise bleibe ich hinten, aber irgendwas hat mich nach vorne gezogen. Vielleicht der Geruch von Popcorn", lachte der Torschütze später.

Der Rest der ersten Halbzeit? Ein roter Angriffswirbel, unterbrochen nur von einer gelben Karte für Degerfors’ Linksverteidiger Gudmund Abelson, der offenbar vergessen hatte, dass Grätschen in Kniehöhe eher unschicklich sind. Nauco dagegen wirkte, als hätte man ihnen vor dem Spiel die Schuhe vertauscht - Ballbesitz fast ausgeglichen (48:52), aber ohne jede Idee.

Nach dem Wechsel änderte sich wenig. René Linge brachte in der 60. Minute frische Beine: Markus Paulsson ersetzte Valter Sundström, und Edvard Lundqvist kam für den abgekämpften Damiano Gallo. "Ich wollte einfach noch ein bisschen Tempo reinbringen", erklärte Linge - und lag goldrichtig.

Denn kaum war Paulsson auf dem Feld, klingelte es. In der 73. Minute legte Anselm Dahlstrom ideal quer, Paulsson zog trocken ab - 2:0. Der Jubel war ohrenbetäubend. "Ich hab’ nur getroffen, weil der Ball so schön lag", meinte der Torschütze bescheiden und fügte hinzu: "Der Trainer hat gesagt, ich soll Spaß haben. Also hab ich’s getan."

Nur zwei Minuten später wurde es endgültig bitter für die Gäste. Der linke Flügel, an diesem Abend eine Autobahn ohne Tempolimit, war erneut Schauplatz eines Degerfors-Sturmlaufs. Tiburtius Berglund flankte butterweich auf seinen Namensvetter Malkolm, und der drosch das Leder kompromisslos unter die Latte - 3:0, Deckel drauf.

"Wir haben kurz überlegt, ob wir den Ball vielleicht mal länger halten sollten", grinste Malkolm Berglund, "aber dann war er schon im Tor."

FC Nauco dagegen fand kein Rezept gegen die Spielfreude der Hausherren. Trainer Mr. Hawk, der an der Seitenlinie zunehmend den Eindruck machte, als hätte er lieber einen Regenschirm als einen Matchplan, fasste es nüchtern zusammen: "Wir waren da, aber mehr auch nicht." Immerhin: Seine Mannschaft blieb trotz der Frustration fair, keine einzige Rote Karte, und der junge Vilhelm Paulsson sorgte in der Nachspielzeit mit einem harmlosen Schuss wenigstens noch für einen Ballkontakt in Degerfors’ Strafraum.

Einen kleinen Schreckmoment gab es in der 59. Minute, als Björn Dahlin nach einem Zweikampf verletzt ausgewechselt werden musste. "Nichts Schlimmes", sagte Hawk hinterher, "nur eine Zerrung - wahrscheinlich vom hinterherschauen."

Als Schiedsrichter Olsson nach 96 Minuten abpfiff, war das Stadion längst in Feststimmung. Die Fans feierten ihre Mannschaft, die Spieler klatschten sich ab, und Trainer Linge zog sein Fazit mit einem schelmischen Lächeln: "Manchmal ist Fußball ganz einfach - laufen, passen, schießen. Nur dass wir heute alles drei gemacht haben."

FC Nauco wird sich schleunigst neu sortieren müssen, will man nicht schon früh in der Saison in die Rolle des Punktelieferanten rutschen. Degerfor dagegen hat mit diesem Sieg ein Ausrufezeichen gesetzt: offensiv, spielfreudig und mit einem Hauch von Ironie. Oder wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das so weitergeht, müssen wir uns Sorgen um die Toranzeige machen - die schafft ja kaum noch nachzukommen."

Kurz gesagt: Degerfor FF spielte, als hätten sie den Frühling erfunden, und FC Nauco durfte zusehen, wie schön das Spiel sein kann - wenn man der Gegner ist.

27.12.643993 19:37
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
Otto Rehhagel
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