La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Deco trifft früh - Taquari siegt knapp beim Saisonauftakt in Asunción

Ein Tor, ein Hauch von Chaos und 32.000 Zuschauer, die sich fragten, ob das schon alles war - der Auftakt der 1. Liga Paraguay zwischen Aviador Pettirossi und CF Taquari bot zwar reichlich Ballbesitz, aber wenig Spektakel. Am Ende reichte den Gästen ein früher Treffer von Carlos Deco in der 9. Minute, um ein zähes 0:1 über die Zeit zu bringen.

Schon vor dem Anpfiff roch es nach Fußballromantik. Der Abend in Asunción war warm, die Ränge gut gefüllt, und ein Verkäufer am dritten Block rief: "Empanadas! Frisch wie der Optimismus von Pettirossi!" - letzterer allerdings verdampfte rasch.

Denn kaum war die Partie angepfiffen, legte CF Taquari los wie ein Team, das schon seit Wochen keinen Ball mehr gesehen hatte. In der 6. Minute prüfte Eduardo Mendo den Heimkeeper Salvador Deco mit einem satten Distanzschuss, drei Minuten später kombinierte sich Taquari über links nach vorne. Jozef Kozacik flankte mit chirurgischer Präzision, Carlos Deco rauschte heran und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. 0:1 - und die Gäste jubelten, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen.

Trainer Tim Thaler von Taquari grinste nach dem Spiel: "Wir wollten früh zeigen, dass wir wach sind. Und ehrlich gesagt - nach dem Tor waren wir dann wieder ziemlich müde." Ganz so unrecht hat er nicht: Trotz insgesamt 16 Torschüssen blieb es bei diesem einen Treffer.

Aviador Pettirossi dagegen hatte zwar mit 51,7 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber so richtig gefährlich wurde es selten. Vier Schüsse aufs Tor - das ist in 90 Minuten ungefähr so viel Spannung wie in einer Verkehrsmeldung. Diego Mendes versuchte es in der 4. Minute mit einem beherzten Fernschuss, später zappelte auch Javier Domingos zweimal energisch in der Offensive. Doch Taquaris Torhüter Alf Abramson war an diesem Abend so sicher wie ein Tresor.

In der 45. Minute reagierte Thaler doppelt: Der junge Francisco Doreste (19) musste raus, Laurent Billet kam - und auch Rechtsverteidiger Carl Barbosa wurde durch Lionel Hermenegildo ersetzt. "Ich wollte Frische bringen", erklärte Thaler später, "und meine rechte Seite sah aus, als hätte sie schon 120 Minuten gespielt."

Die zweite Halbzeit bot dann vor allem eines: viel Mühe und wenig Lohn. CF Taquari blieb offensiv, schoss aus allen Lagen, aber eher so, als gäbe es Punkte für Zielstrebigkeit statt Präzision. Attila Detari prüfte den Keeper mehrfach (31., 44., 82., 92.), Andre Maier zirkelte die Kugel gleich zweimal knapp vorbei (85., 87.). Irgendwann rief ein Zuschauer aus dem Heimblock: "Lasst sie ruhig schießen, irgendwann treffen sie vielleicht den Bus!"

Pettirossi versuchte, den Rückstand wettzumachen. Fabio Viana sorgte in der 69. und 84. Minute für die besten Chancen, doch es fehlte der letzte Tick Entschlossenheit. Oder, wie Viana später grinste: "Ich wollte den Ball schön treffen. Hat leider geklappt - aber der Ball wollte nicht rein."

In der 81. Minute noch ein kleiner Aufreger: Luís Mocana sah Gelb, nachdem er den durchgebrochenen Visintin an der Seitenlinie stoppte - per Umarmung, wie sie sonst nur in Tanzkursen erlaubt ist. Der Schiedsrichter lächelte nicht.

Statistisch betrachtet war Taquari das aktivere Team - 16 Schüsse auf das Tor sprechen eine klare Sprache. Doch auch die Gäste taten sich zunehmend schwer, ihre offensive Ausrichtung in Zählbares umzusetzen. Die Taktik blieb bis zum Schluss offensiv eingestellt, aggressiver wurde sie erst, als Pettirossi in der Schlussphase endlich Druck aufbaute.

Aviador-Trainer (dessen Name man sich an diesem Abend besser spart) schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf: "Wir hatten den Ball, aber nicht die Idee. Und ohne Idee ist Ballbesitz wie ein leerer Kühlschrank - sieht voll aus, bringt aber nichts."

So blieb es beim 0:1, einem Ergebnis, das in der Statistik nüchtern wirkt, in der Realität aber nach Arbeit roch. CF Taquari nahm drei Punkte mit, die sie sich schon in der Anfangsphase verdienten - und Pettirossi blieb die Erkenntnis, dass Saisonstarts manchmal schneller vorbei sind, als man "Umschaltspiel" sagen kann.

Zum Abschluss noch ein Dialog aus der Mixed Zone, der das Spiel perfekt zusammenfasst:
Reporter: "Carlos, dein frühes Tor - Zufall oder Plan?"
Carlos Deco (lacht): "Plan? Natürlich! Ich hatte mir vorgenommen, gleich zu treffen. Danach wollte ich eigentlich noch eins machen. Aber meine Füße hatten andere Pläne."

So endete der erste Spieltag mit einem kleinen, aber verdienten Sieg für CF Taquari. Und während die Heimfans enttäuscht nach Hause gingen, murmelte ein älterer Herr auf der Tribüne: "Wenn das so weitergeht, wird das eine lange Saison." - Wahrscheinlich hatte er recht.

29.05.643990 21:52
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