La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Cue Caballero stolpert, Taquari tanzt: Lionel Xavier entscheidet das Spiel

Ein lauer Märzabend in Caballero, die Luft vibrierte, die Trommeln dröhnten, 20.000 Zuschauer hofften auf einen Heimsieg - und gingen am Ende mit hängenden Köpfen nach Hause. Cue Caballero SC unterlag am 28. Spieltag der 1. Liga Paraguay mit 0:2 gegen CF Taquari, ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber eine ganze Menge Geschichten in sich trägt.

Zunächst war es das erwartete Abtasten. Caballero hatte mehr Ballbesitz - 54 Prozent, um genau zu sein -, aber was sie mit dem Ball taten, war oft so gefährlich wie ein Wattebausch im Sturm. "Wir haben kontrolliert, ja. Aber Kontrolle allein gewinnt keine Spiele", knurrte ein sichtlich bedienter Trainer auf der Pressekonferenz, bevor er das Mikrofon etwas zu fest beiseite schob.

Taquari hingegen begann forsch, fast frech. Trainer Tim Thaler hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, mit aggressivem Zweikampfverhalten und klarer Marschrichtung: vorne drauf, egal, ob’s kracht. Bereits in der 22. Minute zischte Laurent Billets erster Versuch nur knapp über das Gebälk. Wenige Sekunden später prüfte Francisco Tristan den Heimkeeper Alex Deco - der parierte spektakulär, schlug sich dabei aber fast selbst auf die Schulter. Ein Raunen ging durchs Stadion, als Deco aufsprang und seinem Verteidiger Juanito Quaresma zubrüllte: "Einmal wach bleiben, compadre!"

Die erste Halbzeit endete torlos, aber keineswegs ereignislos. Gelbe Karten hier, hitzige Worte dort, und auf der Bank von Taquari erhob sich Thaler immer wieder zu kleinen Coaching-Tänzen, die zwischen Choreografie und Nervenzusammenbruch schwankten.

In der zweiten Halbzeit nahm die Partie Fahrt auf - und zwar eindeutig in Richtung des Gästetors. Cue Caballero versuchte weiter, über die Flügel zu kombinieren, doch das Tempo verpuffte regelmäßig in der stabilen Dreierkette von Revivo, Mudarra und Hoffmann. "Wir standen wie eine Wand", sagte Leah Revivo nach dem Spiel und grinste. "Eine Wand mit gelegentlichen Rissen, aber die haben wir sofort zugespachtelt."

Dann kam die 75. Minute - und mit ihr der Moment, der das Spiel kippte. Nach einem Eckball von Revivo rauschte Lionel Xavier heran, stieg höher als alle anderen und köpfte die Kugel mit der Eleganz eines Balletttänzers ins rechte obere Eck. 1:0 für Taquari. Der Jubel war ohrenbetäubend - zumindest auf der kleinen, aber lautstarken Gästetribüne. Xavier rannte jubelnd zu Trainer Thaler, der ihn mit den Worten empfing: "Endlich hast du’s nicht überlegt!"

Cue Caballero warf nun alles nach vorn - und öffnete hinten die Schleusen. In der 87. Minute nutzte erneut Xavier eine dieser offenen Türen: Attila Detari legte ihm den Ball in den Lauf, Xavier blieb cool und schob zum 2:0 ein. Sein zweiter Treffer, sein Abend.

"Ich fühlte mich einfach gut. Vielleicht lag’s am neuen Haarschnitt", witzelte Xavier nach dem Spiel, während sein Trainer daneben den Kopf schüttelte. "Wenn er so weitermacht, schneid’ ich ihm jede Woche die Haare", sagte Thaler lachend.

Kurz darauf wurde ausgerechnet Sergio Derlei, der schon in der 29. Minute Gelb gesehen hatte, mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Ein umstrittenes Foul, das eher nach übermotiviertem Einsteigen roch als nach böser Absicht. "Ich wollte nur den Ball treffen", erklärte Derlei später mit gespielter Unschuld. "Leider war der Ball gerade auf Urlaub."

Trotz Unterzahl ließ sich Taquari den Sieg nicht mehr nehmen. Cue Caballero rannte an, schoss aus allen Lagen - insgesamt sechs Torschüsse, kaum einer davon wirklich zwingend. Der Gästekeeper Alf Abramson musste sich nur selten strecken, und wenn, dann eher aus Langeweile.

Als der Schlusspfiff ertönte, blieb die Anzeigetafel unerbittlich: 0:2. Ein verdienter Sieg für Taquari, die mit 20 Torschüssen und einer Tacklingquote von fast 55 Prozent klar die aktivere, bissigere Mannschaft stellten.

"Wir haben heute gezeigt, dass Leidenschaft wichtiger ist als Ballbesitzstatistik", analysierte Trainer Thaler mit einem zufriedenen Grinsen. Auf die Frage, was er seinen Spielern in der Kabine gesagt habe, antwortete er trocken: "Nichts. Ich hab’ ihnen nur das Ergebnis gezeigt."

Cue Caballero dagegen wird an diesem Abend noch lange zu knabbern haben. Die Fans pfiffen, aber nicht aus Wut - eher aus Enttäuschung. "Wir wollten doch nur ein Tor sehen", seufzte ein älterer Herr auf der Tribüne. "Aber immerhin war das Bier kalt."

Vielleicht das treffendste Fazit eines Abends, an dem CF Taquari heiß lief und Cue Caballero eiskalt erwischt wurde.

30.07.643993 12:07
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In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler
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