Diarios de Futbol
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Coelho doppelt, Caracas zu spät - Club America siegt 2:1

Ein warmer Abend in der "Arena del Sol", 57.884 Zuschauer, das Flutlicht flirrt - und Club America liefert den Fans, was sie sehen wollen: Herz, Drama und zwei blitzsaubere Tore von Miguel Coelho, dem Mann mit der rechten Klebe. Real Caracas kämpft tapfer, aber zu spät. Am Ende steht ein 2:1 (2:0) - und ein Spiel, das mehr Geschichten schrieb, als die Statistik verrät.

Bereits in der 17. Minute begann das Spektakel: Coelho, 23 Jahre jung, erhielt am rechten Flügel den Ball, schaute kurz, täuschte den Abwehrmann Marx an und drosch das Leder aus 18 Metern in den Winkel. Ein Tor, so präzise, dass selbst der Kameramann erst nach einer Sekunde mit der Linse nachzog. "Ich hab einfach draufgehalten, weil ich sonst Ärger mit dem Trainer bekommen hätte", grinste Coelho später. Trainer Andres Salto, sonst ein Mann der ruhigen Worte, konnte sich ein breites Lächeln nicht verkneifen: "Das war kein Zufall. Wir trainieren solche Schüsse - also, meistens jedenfalls."

Real Caracas antwortete mit wütenden Angriffen, besonders Francisco Gallardo und Carlos Panero prüften früh den Torwart Alex Bordalas. Doch America kontrollierte das Mittelfeld, 57 Prozent Ballbesitz, wie aus dem Lehrbuch. In der 44. Minute folgte der nächste Schlag: Francisco Herrera flankte von rechts, Coelho rauschte heran - 2:0. Die Tribünen bebten, und irgendwo in der dritten Reihe tanzte ein älterer Herr mit einer Club-America-Fahne, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

Zur Halbzeit sah alles nach einem klaren Heimsieg aus. Caracas-Coach Eiko Henke reagierte und brachte zur zweiten Hälfte den jungen Daniel Gebhardt. Der 21-Jährige sollte das Angriffsspiel beleben - und genau das tat er. In der 60. Minute, nach einer feinen Vorlage des Innenverteidigers Kai Marx (!), stand Gebhardt goldrichtig. Sein Schuss aus 14 Metern, halb Volley, halb Glück, fand den Weg ins Netz. Plötzlich stand es nur noch 2:1, und die Zuschauer wurden nervös.

"Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Gebhardt bescheiden nach dem Spiel. Trainer Henke ergänzte trocken: "Wenn wir früher so mutig gespielt hätten, stünde hier vielleicht ein anderes Ergebnis auf der Anzeigetafel."

Club America wankte kurz, aber fiel nicht. Der eingewechselte 17-jährige Sergio Penas hatte gleich mehrere Chancen (61., 64., 70., 82.), doch die Nerven flatterten. "Ich hätte gern getroffen, aber meine Knie waren weicher als das Pausenbrot meiner Mutter", gestand der Teenager mit einem schiefen Grinsen.

Caracas drängte, Gallardo und Benito feuerten aus allen Lagen, doch Bordalas im Tor blieb standhaft. In der 83. Minute sah Kai Marx Gelb, nachdem er den Stürmer Bujia etwas zu innig umarmt hatte. "Das war Zuneigung, kein Foul", protestierte er lachend in der Mixed Zone. Auf der Gegenseite erhielt auch Francisco Suero in der 87. Minute Gelb - offenbar, weil er den Ball etwas zu weit wegschoss. Das Publikum quittierte es mit Pfiffen und Gelächter.

Taktisch blieb Club America über 90 Minuten offensiv ausgerichtet, während Real Caracas in der Balance verharrte - ein Spiegel des Spiels: America suchte das Risiko, Caracas die Ordnung. Am Ende standen 17 Torschüsse der Hausherren gegen 9 der Gäste - und ein verdienter Sieg, auch wenn er in den letzten Minuten auf wackligen Beinen stand.

Trainer Salto bilanzierte zufrieden: "Wir haben gespielt wie ein Orchester - manchmal schief, aber mit Leidenschaft." Henke konterte: "Wir haben die zweite Halbzeit gewonnen. Vielleicht zählen wir das nächste Mal doppelt."

Ein kleiner Junge mit Coelho-Trikot fasste das Spiel beim Hinausgehen zusammen: "Der Miguel ist wie Feuerwerk - aber bitte nächstes Mal drei Tore!" Nun, wenn das keine Schlagzeile für den nächsten Spieltag verspricht.

Am Ende blieb die Erkenntnis: Wer zweimal trifft, darf auch einmal zittern. Club America festigt mit diesem 2:1 seine Position in der Gruppenrunde der Amerikaliga - und Real Caracas reist heim mit der Gewissheit, dass Leidenschaft manchmal eben nicht reicht, wenn der Gegner einen Coelho in Hochform hat.

Und irgendwo auf der Tribüne summte einer leise: "So spielt man Fußball, mein Sohn."

18.11.643990 07:48
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Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
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