La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Club General Luque siegt mit frühem Doppelschlag und eiserner Kontrolle

Ein lauer Sommerabend in Paraguay, 41.590 Zuschauer im Stadion von Luque, und schon nach zehn Minuten roch alles nach einem gemütlichen Heimabend für die "Generales". Club General Luque bezwang Fernandino Colombia am 18. Spieltag der 1. Liga Paraguay mit 2:0 (2:0) - und das dank zweier blitzsauberer Treffer in der Anfangsphase, ehe man den Deckel drauflegte und den Ball laufen ließ wie ein gepflegtes Sonntagsessen.

Es begann furios. Kaum hatte Schiedsrichter Sotomayor angepfiffen, rollte der erste Angriff über rechts. Billy Onnington, sonst eher für seine Frisur als für seine Flanken gefürchtet, legte in Minute sieben perfekt auf Leandro Suero zurück. Der nahm Maß - und traf aus 18 Metern trocken ins rechte Eck. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", lachte Suero später, "aber dann hat er sich entschieden, ins Tor zu gehen. Glück gehabt!"

Nur drei Minuten später folgte der nächste Wirkungstreffer. Linksverteidiger Herbert Huber, eigentlich der Mann für rustikale Grätschen und taktische Fouls, roch Blut, startete durch und versenkte nach Vorarbeit von Alex Ruiz den Ball zum 2:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Huber nach dem Spiel, "aber wenn’s dann so schön einschlägt, beschwert sich keiner."

Fernandino Colombia? Die Gäste aus dem Norden wirkten nach den beiden Gegentreffern so überrascht, als hätte man ihnen die Koffer beim Check-in vertauscht. Zwar kam Lucas Lineback in der sechsten Minute zu einem gefährlichen Schuss und versuchte es später erneut (41.), doch Torhüter Zvonimir Anicic im Luque-Tor hatte einen ruhigen Abend - insgesamt sechs Schüsse musste er parieren, keiner davon wirklich zwingend.

Nach dem Doppelschlag behielt General Luque die Kontrolle: 52 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse und eine bemerkenswerte Ruhe am Ball. "Wir wollten nach dem 2:0 kein Risiko mehr eingehen", erklärte Trainer Rolando Rolando, der seinen Namen offenbar doppelt ernst nimmt. "Das war heute ein Spiel, in dem man nicht schön, sondern klug gewinnen musste."

Die zweite Halbzeit verlief dann wie ein Theaterstück, dessen Spannung schon im ersten Akt verpufft war. Paul Mayer prüfte den Gästetorwart gleich mehrfach (Minute 63 und 72), Cedric Van Gheem versuchte es aus allen Lagen - und einmal sogar vom Parkplatz, wie ein Fan spöttisch bemerkte. "Cedric hat einfach Spaß am Schießen", kommentierte Rolando trocken.

Fernandino zeigte sich bemüht, aber harm- und zahnlos. Pedro Salinas rannte vorne viel, aber zumeist ins Leere. Trainer Gomez, der nach dem Spiel wortkarg wirkte, murmelte: "Wir haben das Spiel in den ersten zehn Minuten verloren. Danach war’s nur noch Schadensbegrenzung."

Ein paar gelbe Karten sorgten immerhin für Farbe: Huber (47.) und Degano (61.) holten sich ihre Verwarnungen bei taktischen Fouls ab, Sven Schaller (68.) trat besonders engagiert zu - und wurde prompt verwarnt. Bei den Gästen sahen Martins (57.) und Vaz (79.) Gelb. Doch das Spiel blieb insgesamt fair.

In der 58. Minute wechselte Rolando Rolando den fleißigen Huber aus - offenbar, um ihn vor sich selbst zu schützen. Davide Degano kam, kassierte zehn Minuten später Gelb und ging dann später selbst vom Feld. Ein Schelm, wer da an Rotation denkt.

Die Fans waren zufrieden. Als der Schlusspfiff ertönte, brandete Applaus auf. Die Heimkurve sang: "Luque, corazón y coraje!" - Herz und Mut. Und tatsächlich: Mut war das Stichwort. Schon in den ersten Minuten zeigte das Team genau diesen Mut, der in engen Ligen den Unterschied macht.

Statistisch war es kein Hexenwerk, aber effektiv: 17:6 Torschüsse, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe, kein Gegentor. "Wir haben heute gezeigt, dass wir auch ohne Zauberfußball gewinnen können", so Kapitän Delgado. "Aber wenn Huber noch einmal trifft, müssen wir ihn wohl zum Stürmer umschulen."

Fernandino Colombia dagegen steckt weiter im Mittelfeld fest - und dürfte sich fragen, warum man nach zehn Minuten schon alles verspielt hatte. Vielleicht, weil man mit "offensiver Ausrichtung" und "ausgewogenem Angriffsspiel" laut Statistik zwar gut klingt, aber auf dem Platz kaum Bewegung erzeugte.

Und so bleibt ein Fazit, das man sich merken kann: Wer in Luque zu spät kommt, den bestraft die Anzeigetafel. Zwei Tore in zehn Minuten, danach gepflegtes Ballgeschiebe - das war’s. Oder, wie Trainer Rolando es formulierte: "Manchmal reicht eine gute Viertelstunde. Der Rest ist Verwaltung."

Ein souveräner Abend für General Luque, ein Lehrstück in Effektivität - und ein Spiel, das zeigte: Fußball ist manchmal einfach, wenn man früh genug trifft.

15.08.643987 12:18
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
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