La Nacion
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Club Ayes rettet Remis nach Zwei-Tore-Rückstand - ein Abend voller Wendungen

Es war einer dieser Abende, an denen man im Stadion das Gefühl hatte, gleich passiert wieder etwas - und meistens stimmte das auch. 34.807 Zuschauer im Estadio Municipal von Ayes erlebten beim 2:2 zwischen Club Ayes und Porteno Asuncion ein Spiel, das anfangs wie ein Albtraum für die Hausherren begann und am Ende doch mit einem erleichterten Schulterzucken endete.

Schon nach einer Viertelstunde schien alles auf einen bitteren Heimabend hinauszulaufen. Portenos Innenverteidiger Arnau Sandoval, sonst eher für rustikale Klärungsaktionen als für filigrane Tore bekannt, stand nach einer Ecke plötzlich goldrichtig. Mit der Entschlossenheit eines Mannes, der den Ball sonst lieber aus dem Stadion jagt, drückte er ihn per Kopf über die Linie - 0:1. "Ich wollte eigentlich nur den Torwart stören", grinste Sandoval nach der Partie, "aber manchmal belohnt dich der Fußball auch für Chaos."

Nur drei Minuten später erhöhte Nevio Bertran nach feinem Zuspiel von Ezequiel Cabrera auf 0:2 - und das Stadion verstummte so abrupt, dass man die Jubelschreie der mitgereisten Fans aus Asuncion bis zur Haupttribüne hörte. Trainer Justin Moller raufte sich die Haare und gestikulierte wild, während seine Spieler wirkten, als hätten sie gerade erfahren, dass der Ball jetzt eckig sei.

Doch Club Ayes wäre nicht Club Ayes, wenn man sich so einfach ergeben würde. In der 22. Minute sorgte Thomas Schade für den Anschluss. Nach schöner Vorarbeit des umtriebigen Mittelfeldmotors Dorinel Barbulescu nagelte der junge Rechtsaußen das Leder kompromisslos unter die Latte. "Ich hab gar nicht nachgedacht, einfach draufgehalten", erklärte Schade später und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Vielleicht sollte ich das öfter tun."

Und tatsächlich, das war der Wendepunkt. Ayes, bis dahin mit nur 40 Prozent Ballbesitz statistisch unterlegen, spielte plötzlich wie entfesselt. Das Publikum erwachte, Trommeln dröhnten, und Porteno begann zu schwimmen. In der 34. Minute war es dann der erfahrene Joao Dominguez, der nach einem feinen Pass - wieder von Barbulescu - zum 2:2 einschob. Routiniert, überlegt, mit jener Abgeklärtheit, die man nur mit 33 Jahren erreicht.

"Wir wussten, dass wir zurückkommen können", sagte Trainer Moller nach dem Spiel. "Ich habe den Jungs in der Trinkpause gesagt: Wenn ihr schon untergeht, dann wenigstens mit Stil. Und siehe da - sie sind geschwommen, nicht gesunken."

Die zweite Halbzeit begann, als hätte jemand den Stecker gezogen. Porteno Asuncion kontrollierte den Ball, hatte mit fast 60 Prozent Ballbesitz das Spiel im Griff, während Ayes auf Konter lauerte. Nevio Bertran prüfte Keeper Damian Bermudo mehrfach, doch der Torwart zeigte, warum er zu den besten der Liga gehört - ruhig, reaktionsschnell, mit der Gelassenheit eines Mannes, der schon alles gesehen hat.

In der 62. Minute reagierte Moller mit einem Doppelwechsel: Pauleta und Leandro Manuel kamen, um frischen Schwung zu bringen. Besonders Manuel, der für den erschöpften Dominguez kam, belebte die linke Seite, während Pauleta hinten dicht machte. Später wechselte Moller noch den flinken Vincent Ordono ein, der in der 84. Minute beinahe zur tragischen Heldengestalt geworden wäre - sein Schuss aus 18 Metern strich haarscharf am Pfosten vorbei.

Auf der anderen Seite blieb Porteno gefährlich, vor allem durch Bertran, der gleich vier Mal in der zweiten Halbzeit abzog, aber an Bermudo oder der eigenen Genauigkeit scheiterte. "Ich hätte heute meine Brille gebraucht", witzelte der Stürmer nach dem Abpfiff, "so oft wie ich das Tor verfehlt habe."

Am Ende blieb es beim 2:2 - ein Ergebnis, das beiden Teams nicht wirklich hilft, aber jedem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zauberte. 14 Torschüsse für Ayes, 11 für Porteno, dazu zwei Mannschaften, die das Wort "Balance" offenbar unterschiedlich definieren.

"Wir haben zwei Gesichter gezeigt", resümierte Coach Moller später mit einem Lächeln. "Das erste war blass, das zweite leidenschaftlich. Ich hoffe, beim nächsten Mal zeigen wir gleich das zweite."

Und so gingen die Fans zufrieden nach Hause - nicht, weil ihr Team gewonnen hätte, sondern weil sie wussten: Wenn Fußball ein Theaterstück ist, dann war dieser 12. Spieltag in der 1. Liga Paraguay ein Drama mit Humor, Spannung und einem Ende, das Lust auf mehr macht.

04.10.643990 13:25
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
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