Diarios de Futbol
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Ciclon San Lorenzo fegt Alianza Sullana mit spätem Doppelschlag vom Platz

Es war einer dieser Abende, an denen das Stadion von San Lorenzo bebte, als wolle es selbst einen Beitrag zum Sieg leisten. 43.653 Zuschauer kamen am Samstagabend zum Gruppenrunden-Kracher der Amerikaliga, und sie sollten nicht enttäuscht werden - auch wenn sie sich bis zur 73. Minute in Geduld üben mussten. Am Ende stand ein verdienter 2:0-Erfolg von Ciclon San Lorenzo gegen Alianza Sullana - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber eine Geschichte voller verpasster Chancen, gelber Karten und späten Emotionen erzählt.

Schon in den ersten Minuten zeigten die Gäste aus Sullana, dass sie keineswegs nur zum Zuschauen gekommen waren. Nevio Nani prüfte nach zwei Minuten Torhüter Javi Ximenes mit einem satten Linksschuss - der Keeper tauchte ab wie ein geölter Aal und fischte den Ball aus dem Eck. Trainer Eiko Henke raufte sich an der Seitenlinie die Haare, während sein Gegenüber Uwe Kortüm zufrieden auf die Uhr blickte. "Wir wollten sie früh überraschen", erklärte Kortüm später. "Hat ja auch fast geklappt - nur leider zählt ’fast’ beim Fußball nichts."

Die erste Halbzeit verlief dann wie ein Schachspiel mit Stollenschuhen. Beide Teams hielten sich taktisch diszipliniert, Ballbesitz nahezu ausgeglichen (50,2 zu 49,7 Prozent), die Torschussstatistik (11:8 für San Lorenzo) versprach Spannung. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Carlos Panero zirkelte in der 16. Minute knapp vorbei, Adriano Quaresma scheiterte mit einem Distanzversuch, und auch die 35-jährige Abwehrlegende Vitor Gonzalo durfte einmal aufs Tor schießen - allerdings eher in Richtung Oberrang als Netz.

Kurz vor der Pause sorgte ein rustikales Einsteigen des Sullana-Innenverteidigers Diego Ferreira für Aufregung. Gelb - und ein wütendes Pfeifkonzert. Ferreira grinste nur und sagte beim Hinausgehen zu Panero: "Ein bisschen Körperkontakt muss erlaubt sein." Panero konterte trocken: "Dann tanz doch Tango, nicht Fußball."

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst gleich. Beide Trainer verzichteten auf taktische Experimente. "BALANCED" lautete das Schlagwort auf beiden Seiten - und das traf es ziemlich gut. Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr übernahm San Lorenzo die Kontrolle. Patrick Featherstone, der agile Linksverteidiger, kurbelte das Spiel an, Fernando Costa zog auf links immer wieder an. Alianza blieb gefährlich, vor allem über den schnellen Nani, der jedoch an Ximenes verzweifelte.

Dann kam die 73. Minute - und der Moment, auf den die Zuschauer gewartet hatten. Featherstone schob sich unauffällig nach vorne, flankte mit feinem Fuß in den Strafraum, wo Carlos Panero lauerte. Der 32-Jährige nahm den Ball volley und jagte ihn ins rechte Eck. 1:0! Das Stadion explodierte. Panero riss die Arme hoch, rannte zur Eckfahne und brüllte: "Endlich!" Später sagte er lächelnd: "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte mich schon seit Wochen finden."

Alianza versuchte zu antworten, aber die Beine wurden schwer, die Köpfe leer. Nani schoss in der 70. und 68. Minute noch zweimal - ohne Erfolg. Stattdessen erhöhte San Lorenzo kurz vor Schluss. In der 86. Minute setzte sich Fernando Costa auf links durch, passte quer in den Strafraum, wo Miguel Futre eiskalt vollstreckte. 2:0 - Deckel drauf. Futre lief jubelnd zur Trainerbank, Henke nahm ihn in den Arm. "Das war Teamgeist pur", sagte der Coach später. "Wir haben uns in Geduld geübt, und am Ende wurde das belohnt. Ich bin stolz auf die Jungs."

Auch die Statistik sprach eine deutliche Sprache: 51 Prozent Zweikampfquote, elf Torschüsse, zwei Treffer - Effizienz, die man in der Amerikaliga selten so kompakt sieht. Bei Alianza dagegen Frust pur. "Wir haben gut gespielt, aber eben kein Tor gemacht", seufzte Kortüm. "Das ist wie ein Date ohne Kuss - man geht nach Hause und fragt sich: Warum eigentlich nicht?"

Zum Schluss wurde es noch hitzig. Vitor Gonzalo holte sich in der 81. Minute Gelb ab, nachdem er einen Sullana-Stürmer elegant, aber herzhaft zu Boden brachte. "Ich hab nur den Ball gesehen", verteidigte er sich - was selbst der Schiedsrichter mit einem Schmunzeln quittierte.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel eine Mischung aus Erleichterung und Ekstase über das Stadion. San Lorenzo hatte den Abend mit Geduld, Disziplin und zwei präzisen Treffern zu einem Fest gemacht.

Oder wie es Panero beim Rausgehen sagte, während er sich den Schweiß aus dem Gesicht wischte: "Heute war’s kein Zirkus, heute war’s Arbeit. Aber schöne Arbeit."

Und so ging ein Abend zu Ende, der bewies: Manchmal braucht es keine taktische Revolution oder Pressing-Feuerwerke. Ein bisschen Geduld, zwei kaltschnäuzige Stürmer und ein Torwart mit Katzenreflexen reichen völlig aus, um 43.653 Menschen glücklich zu machen.

10.04.643994 17:00
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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