Athlitiki Icho
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Chaidari FC ringt Atromitos 2:1 nieder - Drama zwischen Latte, Leidenschaft und Logik

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, warum man überhaupt Statistiken führt. 54 Prozent Ballbesitz für Chaidari FC, 10:6 Torschüsse für Atromitos - und trotzdem jubelte am Ende die Mannschaft aus dem Athener Vorort. 2:1 stand es nach 90 intensiven Minuten im Chaidari-Stadion, und 25.505 Zuschauer erlebten ein Spiel, das in seiner Mischung aus Chaos und Cleverness fast schon griechische Tragödie war - mit Happy End für die Gastgeber.

Schon nach neun Minuten bebte das Stadion. Philippos Galitsios, der flinke Linksaußen, zog nach einem beherzten Solo nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck. "Ich habe einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass es passt", grinste der 25-Jährige später. Es passte - und wie. Atromitos-Torhüter Jannis Lee streckte sich vergeblich, und Coach Michael Graf stand an der Seitenlinie mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der gerade versteht, dass der Abend lang werden könnte.

Doch Atromitos wäre nicht Atromitos, wenn sie sich so leicht geschlagen gäben. Nach 23 Minuten war Heinz Kroll zur Stelle. Der deutsche Rechtsaußen, ohnehin ein Dauerläufer mit eingebautem Turbo, verwertete eine scharfe Hereingabe von Carles Castano zum 1:1-Ausgleich. "Das war der erste Ball, den wir halbwegs kontrolliert durchs Mittelfeld bekommen haben", knurrte Coach Graf - und hatte damit nicht ganz Unrecht. Seine Mannschaft spielte forsch nach vorne, aber oft zu direkt. Lange Bälle, Konter, viel Wille - und wenig Präzision.

Noch vor der Pause ließ Chaidari die Zügel kurz schleifen, und Atromitos belagerte den Strafraum der Hausherren. Fünf Torschüsse binnen 15 Minuten - darunter ein Kopfball von Daniel Celine, der nur Zentimeter am Pfosten vorbeiging. Die Zuschauer hielten kollektiv die Luft an, und Torwart Duarte Mendes, 34 Jahre alt und mit der Gelassenheit eines Mannes, der schon alles gesehen hat, brüllte: "Ruhig bleiben, Jungs! Das ist nur Fußball, kein Belagerungszustand!"

Nach dem Seitenwechsel dauerte es keine 60 Sekunden, bis wieder gejubelt wurde - diesmal erneut auf der Heimseite. Kassandros Giannopoulos, der Routinier im rechten Angriff, traf nach feinem Pass von Savvas Fotopoulos zum 2:1. Eine Szene wie aus dem Lehrbuch: Flanke, Direktabnahme, Tor. "Savvas hat den Ball so serviert, ich musste nur noch den Fuß hinhalten", sagte Giannopoulos, und das Publikum feierte ihn, als hätte er gerade den Pokal gewonnen.

Danach wurde es zäh. Atromitos drückte, Chaidari verteidigte - und das mit einer Entschlossenheit, die jeder Tackling-Quote trotzt. Zwar gewannen die Gäste etwas mehr Zweikämpfe (52 Prozent), doch Chaidari stand stabil. In der 55. Minute sah Atromitos-Verteidiger Alkinoos Mitroglou Gelb nach einem rustikalen Einsteigen - der Beginn einer hitzigen Viertelstunde, in der der Schiedsrichter öfter zur Pfeife griff als ein Musiker zum Mikrofon. Kurz darauf folgte auch Marios Apostolakis auf der Gegenseite mit einer Verwarnung, was ihn allerdings nicht davon abhielt, weiter unermüdlich zu rennen. "Ich war einfach zu spät dran - aber mit Stil", kommentierte er später augenzwinkernd.

Trainer Michael Graf reagierte: Doppeltausch zur Pause, später noch ein Wechsel in der Abwehr. Doch seine Offensivbemühungen blieben Stückwerk. Joseph Cawdor kam, sah - und schoss. Nur eben nicht ins Tor. Gleich dreimal prüften die Gäste Mendes im Kasten, doch der Portugiese parierte mit stoischer Ruhe. "Ich bin alt genug, um zu wissen, dass Bälle selten das tun, was man will", sagte er nach dem Spiel mit einem Grinsen.

In der Schlussphase versuchte Atromitos alles. Graf schickte sein Team ins volle Pressing, die Formation wirkte plötzlich wie ein improvisierter Angriffszug - hübsch anzusehen, aber ohne Schienen. Chaidari blieb cool, konterte zweimal gefährlich, und Galitsios hätte in der 75. Minute beinahe sein zweites Tor gemacht. Nur Jannis Lees Reflex verhinderte Schlimmeres.

Als Schiedsrichter Nikos Theodorakis schließlich abpfiff, fiel eine ganze Stadt in kollektives Aufatmen. "Wir haben mit Herz gespielt, nicht mit Taschenrechner", sagte Chaidari-Kapitän Stelios Samaras - und traf damit den Kern.

Atromitos hingegen musste sich mit den Zahlen trösten: mehr Schüsse, mehr Druck, mehr Aufwand - aber weniger Ertrag. Trainer Graf fasste es trocken zusammen: "Wenn Ballbesitz Punkte gäbe, wären wir Meister. Leider zählt immer noch das Tor."

Ein Satz, der hängen bleibt - genau wie das Ergebnis: Chaidari FC 2, Atromitos 1. Ein Abend, an dem Logik Pause machte und Leidenschaft das letzte Wort hatte.

07.09.643987 14:40
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Rehhagel geht mit Goethe ins Bett, ich mit meiner Frau.
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