La Nacion
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CF Taquari zerlegt Villa Hayes - ein Offensivfeuerwerk mit Ansage

Wer am 26. Februar 2026 ins Estadio Municipal von Villa Hayes gekommen war, um ein enges Spiel zu sehen, bekam stattdessen eine einseitige Fußballlektion serviert. 12.500 Zuschauer sahen, wie CF Taquari den Gastgeber AD Villa Hayes mit 3:0 (2:0) abfertigte - und dabei so dominant wirkte, dass man sich fragte, ob die Rollen schon vor Anpfiff verteilt waren.

Taquari, unter der Leitung des stets gut gelaunten Tim Thaler, begann offensiv wie ein Orkan. Schon in der zweiten Minute prüfte Jose Enrique Exposito den Villa-Hayes-Keeper Theo Montgomery. Der ballte nach der Parade die Faust und brüllte: "Nicht mit mir!" - eine Ansage, die allerdings nur 30 Minuten lang Bestand haben sollte.

Denn während Villa Hayes mit 51 Prozent Ballbesitz optisch überlegen wirkte, war Taquari in der Effektivität ein ganz anderes Kaliber. 22 Schüsse aufs Tor standen am Ende auf dem Zettel, und viele davon kamen früh. Der junge Jose Enrique Galindo, 22 Jahre alt und quirlig wie ein Koffein-Überdosis, wirbelte über links und zwang Montgomery mehrfach zu Glanzparaden.

In der 35. Minute fiel dann das, was sich längst angekündigt hatte: Nach einer Ecke von Carl Barbosa stieg Innenverteidiger Leah Revivo hoch und köpfte wuchtig zum 0:1 ein. Ein Verteidiger als Torschütze - das passte ins Bild eines Teams, das an diesem Abend einfach überall gefährlich war. Barbosa grinste später: "Ich wollte eigentlich selbst schießen, aber Leah ist mir im Weg gesprungen. Zum Glück!"

Nur neun Minuten später legte Francisco Tristan nach. Der pfeilschnelle Rechtsaußen nutzte ein Missverständnis in der Hintermannschaft von Villa Hayes, nachdem Gunnar Hoffmann den Ball kompromisslos nach vorn drosch. Tristan nahm Maß und traf ins lange Eck - 0:2. Die Heimfans stöhnten, Trainer von Villa Hayes schüttelte nur den Kopf, während Thaler an der Seitenlinie lässig einen Kaugummi kaute. "Wir spielen einfach unseren Fußball", sagte er später und grinste breit.

Zur Pause wechselte Thaler gleich doppelt: Der 17-jährige Robin Zentner kam für den routinierten Torwart Alf Abramson - ein mutiger Zug, der sich aber lohnte, weil Zentner in der zweiten Halbzeit kaum geprüft wurde. Auch der 19-jährige Francisco Doreste bekam seine Chance und fügte sich mit jugendlichem Elan ein.

Kaum hatte die zweite Hälfte begonnen, klingelte es erneut. In der 49. Minute zog Linksaußen Alessio Visintin nach Zuspiel von (wer sonst?) Carl Barbosa ab, und wieder war Montgomery chancenlos. 0:3 - und noch eine halbe Stunde zu spielen. Der Rest des Spiels geriet zur Kür für Taquari.

Villa Hayes versuchte es mit allem, was das Repertoire hergab - und mit Gelben Karten: Ronaldo (12.), Gonzalez (28.) und Marin (30.) machten ihrem Frust Luft, indem sie Gegner statt Ball trafen. "Wir wollten Zeichen setzen", rechtfertigte sich Gonzalez später, "aber irgendwie haben wir nur die Schiedsrichter auf uns aufmerksam gemacht."

Ironischerweise hatte Villa Hayes sogar leicht mehr Ballbesitz - 51 zu 49 Prozent - und durfte sich statistisch also als "das aktivere Team" fühlen. Nur: Aktiv heißt nicht produktiv. Fünf Torschüsse in 90 Minuten sind etwa so gefährlich wie ein Pappschwert im Dschungel.

In der 81. Minute sah auch Taquaris Abwehrchef Hoffmann Gelb - vermutlich aus Langeweile, so selten hatte er etwas zu tun. Sein Trainer nahm es mit Humor: "Ich hab ihm gesagt, er soll wenigstens einmal zeigen, dass er wach ist."

Nach dem Schlusspfiff applaudierten selbst einige Heimfans der dominanten Vorstellung der Gäste. Revivo wurde zum Spieler des Spiels gewählt, Tristan und Visintin teilten sich den Applaus. Torwart Zentner grinste verschmitzt: "Drei Tore vorne, null hinten - ich hätte den Abend schlimmer verbringen können."

Die Statistik unterstreicht das Ganze: 22 Schüsse für Taquari, fünf für Hayes, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gäste. Dazu eine offensive Ausrichtung von der ersten bis zur letzten Minute - das war Fußball mit Ansage.

Vielleicht das Schönste an diesem Abend war jedoch der Humor auf beiden Seiten: Als Villa-Hayes-Kapitän Juan Pablo Bischoff nach Spielende auf Thaler zuging, sagte er lachend: "Euer Rechtsverteidiger hat mehr Flanken geschlagen als wir Pässe gespielt." Thaler nickte nur und antwortete trocken: "Ja, und das war der Plan."

So blieb den Gastgebern nur die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt, und den Gästen das Gefühl, auf einem guten Weg zu sein.

Ein Abend, an dem CF Taquari zeigte, dass Offensivgeist, Mut und ein bisschen Sarkasmus auf dem Platz manchmal mehr wert sind als jede Taktiktafel. Und Villa Hayes? Die sollten vielleicht das nächste Training mit einem Zielspiel beginnen: "Wer trifft zuerst den Kasten?"

04.01.643991 21:05
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