La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

CF Taquari tanzt Olimpia schwindlig - 2:0 im heimischen Hexenkessel

Wenn ein Team 18 Torschüsse abfeuert, dann darf man getrost sagen: Die Jungs wollten. Und wie sie wollten! CF Taquari hat am 29. Spieltag der 1. Liga Paraguay den favorisierten Deportivo Olimpia mit 2:0 (1:0) besiegt - vor stolzen 43.500 Zuschauern, die ihr Bier kaum austrinken konnten, so oft mussten sie aufspringen.

Schon in der 9. Minute bebte das Stadion: Francisco Tristan, der rechte Flügelstürmer mit der Antrittsschnelligkeit eines gehetzten Geparden, traf nach einem butterweichen Pass von Carl Barbosa. "Carl hat mir den Ball so serviert, dass ich einfach nur die Augen schließen musste", grinste Tristan später. Es war ein Treffer, der das Spiel früh in die richtige Richtung lenkte - zumindest aus Sicht der Gastgeber.

Olimpia hingegen wirkte überrascht, fast ein wenig schläfrig. Trainer Tim Thaler, der an der Seitenlinie mit sonnengegerbtem Gesicht und verschränkten Armen stand, brüllte seine Männer nach vorn: "Mehr Mut! Wir spielen nicht Schach!" Doch seine Worte verhallten im tosenden Jubel der Heimfans. CF Taquari legte eine erste Halbzeit hin, die so diszipliniert wie druckvoll war. 52,9 Prozent Ballbesitz, 10 Torschüsse bis zur Pause - der Gegner durfte sich glücklich schätzen, dass es nur 1:0 stand.

Deportivo Olimpia hatte in Person von Adrian Antunes und Vincent Capucho zwei kleine Lebenszeichen, aber mehr als vier Torschüsse kamen im ganzen Spiel nicht zustande. "Wenn du nicht aufs Tor schießt, kannst du auch nicht treffen", murmelte Olimpia-Kapitän Kay Philipp nach dem Spiel, als würde er gerade eine Fußballweisheit neu erfunden haben.

Die zweite Halbzeit begann mit einer kuriosen Szene: CF-Trainer Thaler wechselte gleich zweimal zur Pause - und brachte mit dem 17-jährigen Robin Zentner einen Torwart, der so nervös wirkte, als hätte man ihn direkt vom Schulhof geholt. "Ich hatte Angst, dass ich den Ball nicht fange, sondern küsse", gab der Teenager später lächelnd zu. Doch er hielt, was zu halten war - auch wenn das bei vier Schüssen kein allzu großer Test war.

Olimpia versuchte es in Halbzeit zwei mit etwas mehr Biss, was Julian Jordao in der 49. Minute eine gelbe Karte einbrachte. Es war sinnbildlich: mehr Aggression, aber kein Plan. Auch Jacinto Xuarez holte sich in der Nachspielzeit Gelb ab, als ob man wenigstens in der Statistik auffallen wollte.

Währenddessen spielte sich Taquari in einen kleinen Rausch. Lionel Xavier, der erfahrene Linksaußen, tanzte seine Gegenspieler reihenweise aus, als würde er auf einem Stadtfest auftreten. In der 86. Minute dann die endgültige Entscheidung: Xavier legte quer, Eduardo Mendo zog ab - 2:0! Ein Schuss, so trocken wie ein paraguayischer Sommer. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Mendo, "manchmal hilft Denken nur dem Gegner."

Die letzten Minuten wurden zur Party. Die Fans sangen, Trainer Thaler drehte sich zu seinem Assistenten und sagte, halb im Spaß: "Wenn sie weiter so spielen, darf ich mir bald erlauben, mich zurückzulehnen." Sein Gegenüber, Olimpias Coach, schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf. "Wir waren da, aber irgendwie auch nicht", kommentierte er mit einem bitteren Lächeln.

Statistisch war der Sieg so klar wie verdient: 18:4 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fast 53 Prozent Ballbesitz. Taquari spielte ausgewogen, konzentriert, ohne übertriebene Härte - einfach reifer. Olimpia dagegen blieb brav, fast zu brav, und fand nie den Weg durch die kompakte Defensive.

Als die Flutlichter erloschen, klatschte Francisco Tristan noch ins Publikum und rief: "Das war erst der Anfang!" - was die Fans natürlich sofort mit einem kollektiven "Taquari, Taquari!" beantworteten.

Und wer weiß, vielleicht war es wirklich der Anfang. Der Anfang einer Mannschaft, die nicht nur Tore schießt, sondern ganze Stadien zum Tanzen bringt.

Oder, um es Trainer Thaler in seiner bekannt trockenen Art sagen zu lassen: "Schöner Fußball ist kein Zufall - aber manchmal hilft ein frühes Tor ungemein."

Ein Abend, an dem CF Taquari alles richtig machte - und Deportivo Olimpia wohl noch im Bus darüber nachdachte, wann sie eigentlich angekommen waren.

11.08.643993 01:59
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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