La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

CF Taquari siegt dank Doppelschlag von Maniche - Iteno wacht zu spät auf

Ein lauer Abend in Iteno, 12.500 Zuschauer, die Sonne verschwindet hinter der Tribüne, und auf dem Rasen entwickelt sich ein Spiel, das sich anfühlt, als hätte es ein Drehbuchautor mit Sinn für Ironie geschrieben. CD Iteno müht sich, kämpft, rennt - doch CF Taquari nimmt drei Punkte mit nach Hause, weil einer vorne einfach weiß, wo das Tor steht: Xabier Maniche. Zwei Treffer des 31-jährigen Rechtsaußen reichen, um die Hausherren mit 1:2 (0:1) in die Nacht zu schicken.

Dabei hatte Iteno-Trainer Timon Wächter vor dem Anpfiff noch groß angekündigt: "Wir wollen Taquari früh unter Druck setzen, sie gar nicht erst ins Spiel kommen lassen." Auf dem Papier klang das gut, auf dem Rasen sah es dann so aus: Taquari hatte 51 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse - Iteno ganze zwei. Es war, als hätten die Gäste die Bälle magnetisch angezogen.

Bereits in der ersten Minute prüfte Maniche den Iteno-Keeper Veloso mit einem satten Schuss - ein Warnschuss, wie sich später zeigte. Nach 22 Minuten fiel das 0:1: Andre Maier legte von links clever quer, Maniche nahm Maß und schob eiskalt ein. Kein spektakuläres Tor, aber eines dieser "Wie im Training"-Dinger, die Trainer lieben und Torhüter hassen. Veloso war noch dran, aber zu spät.

Iteno antwortete mit Kampf - und Gelb. Santiago Aldecoa sah in der 12. Minute die erste Karte des Abends, nachdem er einen Konter rustikal stoppte. Wächter brüllte von außen: "Ball, Santiago! Den Ball!" - doch der Ball war längst weg.

Nach der Pause wollte Iteno das Spiel drehen - und kassierte prompt das 0:2. Wieder Maniche, diesmal nach Vorarbeit des unermüdlichen Laurent Billet. 46. Minute, kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, lag der Ball wieder im Netz. Maniche rannte zur Eckfahne, breit grinsend, und rief Richtung gegnerische Bank: "Jetzt wach, oder?"

"Da war der Stecker kurz raus", gab Wächter später zu. "Wir kamen nicht in die Zweikämpfe, nicht in die Räume, eigentlich nirgendwohin."

Taquari spielte danach souverän, beinahe überheblich. Billet und Jozef Kozacik kassierten in der 72. und 74. Minute Gelb - übermotiviert, wie ihr Trainer Tim Thaler später zugab: "Vielleicht wollten sie zu sehr zeigen, dass sie nicht nur schön spielen können." Und dann, kurz vor Schluss, kam der Moment, der dem Spiel seine letzte Wendung gab: In der 88. Minute flog Innenverteidiger Gunnar Hoffmann nach einer Notbremse mit Rot vom Platz. "Ich dachte, ich hätte den Ball getroffen", erklärte er nachher und zuckte mit den Schultern. Der Ball, so schien es, war da anderer Meinung.

In Überzahl warf Iteno noch einmal alles nach vorn. Christiano Vidigal, der bis dahin kaum auffiel, sorgte in der 94. Minute doch noch für den Ehrentreffer, bedient von - ausgerechnet - Aldecoa, dem Mann mit der frühen Gelben. 1:2, das Stadion tobte kurz, vielleicht aus Erleichterung, dass wenigstens ein Tor gefallen war.

Statistisch gesehen war es eine klare Angelegenheit: 15:2 Torschüsse für Taquari, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ein Spiel, das sie eigentlich höher hätten gewinnen müssen. Doch Thaler zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden: "Wir haben es uns am Ende selbst schwer gemacht, aber so bleibt’s spannend. Außerdem - zwei Tore von Maniche, das sehe ich mir gern an."

Maniche selbst, der Mann des Abends, blieb gewohnt bescheiden: "Ich hatte einfach Spaß da draußen. Der Platz war gut, der Ball war rund - mehr braucht’s nicht."

Iteno hingegen bleibt in der Ergebniskrise stecken. "Wir müssen lernen, früher zu reagieren", seufzte Wächter. "Ein Tor in der 94. Minute ist schön, aber als Lebenszeichen zu spät."

So ging ein Spiel zu Ende, in dem Iteno zwar offensiv eingestellt war, aber kaum offensive Momente hatte - und Taquari mit einer "balancierten" Taktik einfach effizienter war. Vielleicht hätte Wächter sich notieren sollen, was die Statistik längst zeigte: Effizienz schlägt Einsatz.

Und während die letzten Fans das Stadion verließen, hörte man einen älteren Herrn auf der Tribüne murmeln: "Wenn Iteno so weitermacht, kriegen sie bald Flutlicht nur noch für Trainingsspiele." Zynisch, aber nicht ganz falsch.

CF Taquari lacht also als Sieger vom Platz, Iteno bleibt ratlos zurück - und Xabier Maniche darf sich für eine Nacht als König von Paraguay fühlen.

27.08.643987 02:18
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