La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

CF Taquari fegt Luna America mit 7:0 vom Platz

Es gibt Spiele, bei denen man sich fragt, ob der Gegner überhaupt wusste, wo er war. Das 7:0 von CF Taquari gegen Luna America am 4. Spieltag der 1. Liga Paraguay gehört eindeutig in diese Kategorie. 39.877 Zuschauer im Estadio de Taquari sahen, wie die Gastgeber aus allen Lagen trafen und die Gäste aus allen Lagen litten.

Schon nach zwei Minuten hatte Eduardo Mendo den ersten Warnschuss abgegeben - und das war eher die freundliche Version von dem, was noch folgen sollte. Nach 19 Minuten eröffnete der erst 18-jährige Francisco Doreste den Torreigen mit einem abgeklärten Abschluss. "Ich hab einfach draufgehalten, ich wollte gar nicht zielen", grinste der Jungspund nach dem Spiel, während Trainer Tim Thaler daneben nur den Kopf schüttelte: "Wenn das Absicht war, dann melde ich ihn morgen bei der Nationalmannschaft an."

Fünf Minuten später war Mendo selbst dran. Nach Vorlage von Andre Maier hämmerte der Mittelfeldstratege den Ball aus 20 Metern unter die Latte - 2:0. Luna Americas Torhüter Tiago Romero sah den Ball wohl erst, als er wieder aus dem Netz rollte. Kurz darauf gab’s für Maier noch Gelb, vermutlich aus Langeweile, weil sonst nichts zu verteidigen war.

Dann kam die große Show des Xabier Maniche. Der 31-jährige Rechtsaußen traf in der 41. und 43. Minute gleich doppelt - beide Male nach Zuspiel von Doreste, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, gleichzeitig Spielmacher, Sprintwunder und Flügelstürmer zu sein. 4:0 zur Pause, und das Publikum sang bereits von der Meisterschaft, während Romero verzweifelt nach dem Pausenpfiff suchte wie nach einem Rettungsanker.

"Ich hab in der Halbzeit gesagt: Bleibt wachsam, Jungs", erzählte Coach Thaler später mit einem süffisanten Lächeln. "Aber ehrlich - ich wusste, das Ding war durch." Und so kam es: Taquari spielte nach der Pause weiter, als hinge das eigene Gehalt von der Tordifferenz ab.

In der 70. Minute durfte Doreste erneut jubeln, diesmal nach feinem Pass von Mendo. Der Teenager hob die Hände entschuldigend, als wolle er sagen: "Tut mir leid, Luna, das war nicht persönlich." Doch das Publikum nahm’s persönlich - Jubel, Fangesänge, Bierfontänen.

Lionel Xavier legte in der 84. Minute das 6:0 nach, bedient von Maier, der damit seine Gelbe Karte endgültig vergessen machte. Und als alle schon auf den Abpfiff warteten, setzte Attila Detari in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. Sein Treffer zum 7:0 nach Vorlage - natürlich - von Doreste war die perfekte Abrundung eines Abends, an dem einfach alles passte.

Die Zahlen sprechen eine ebenso deutliche Sprache: 20 Torschüsse für Taquari, nur 3 für Luna America. 57 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und vermutlich 100 Prozent Spaß für die Heimfans. Die Gäste? Offensiv ausgerichtet, laut Statistik. Auf dem Platz allerdings so gefährlich wie ein Papiertiger im Wasser.

"Wir wollten mutig sein", erklärte Luna-Coach Javier Cárdenas nach dem Spiel mit müdem Lächeln. "Dann wurden wir zu mutig." Sein Schlussmann Romero ergänzte trocken: "Ich hatte viel zu tun - leider meistens hinter mir."

Tim Thaler hingegen zeigte sich fast schon philosophisch: "Solche Tage gibt’s nicht oft. Ich hoffe, die Jungs wissen, dass sie heute Geschichte geschrieben haben - und dass sie nächste Woche trotzdem wieder trainieren müssen."

Als die Stadionlautsprecher nach dem Abpfiff noch ein paar Minuten Musik spielten und die Fans tanzten, sah man Doreste, wie er sich schüchtern von den Rängen feiern ließ. Ein 18-Jähriger, der zwei Tore schießt, drei vorbereitet und aussieht, als könne er kaum glauben, was passiert ist - das ist der Stoff, aus dem Fußballromantik gemacht ist.

Und Luna America? Die verließen das Feld mit gesenkten Köpfen, aber immerhin mit Humor. "Sieben Gegentore sind auch nur eine Zahl", meinte Verteidiger Duarte Godo beim Hinausgehen. "Eine sehr große Zahl, aber trotzdem nur eine Zahl."

So ging ein Abend zu Ende, der für CF Taquari in die Vereinschronik eingeht - und für Luna America wohl in die Albträume.

Schlusswort: Man sagt, man solle aus Niederlagen lernen. Wenn das stimmt, könnte Luna America bald ein ganzes Lehrbuch schreiben.

22.02.643987 20:27
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Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet
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