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Im Halbfinal-Hinspiel der Amerikaliga legte CF Taquari am Samstagabend vor 43.500 Zuschauern im heimischen Estádio Azul einen echten Kraftakt hin. Nach einem frühen Rückstand bezwang das Team von Trainer Tim Thaler die Greenstars GSC mit 2:1 - ein Ergebnis, das zwar knapp klingt, aber in seiner Dramatik Stoff für einen ganzen Roman bietet. Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Die Greenstars, gewohnt aggressiv, pressten hoch, als wollten sie schon in der 10. Minute die Koffer für das Finale packen. Julien Prentiss prüfte Taquaris Keeper Alf Abramson früh zweimal, doch der Torwart blieb standhaft. "Ich hab den Ball schon im Netz gesehen", gestand Prentiss später, "aber Alf hat wohl andere Pläne gehabt." Dann, kurz vor der Pause, kam das, was sich angedeutet hatte: In der 43. Minute zirkelte Prentiss nach Vorarbeit von Thierry Maurice den Ball humorlos flach ins Eck - 0:1. Ein Stich ins Herz der Heimfans, die kurz darauf mit einem kollektiven Seufzer in die Halbzeit gingen. Trainer Thaler soll in der Kabine ruhig geblieben sein. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr weiter so spielt, haben wir bald mehr Torschüsse als Zuschauer", grinste er später. Tatsächlich hatte Taquari bis zur Pause schon sieben Abschlüsse, aber null Ertrag. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Die Gastgeber blieben offensiv, doch jetzt stimmte auch die Präzision. In der 55. Minute rückte ausgerechnet Rechtsverteidiger Carl Barbosa vor - eigentlich bekannt für seine rustikalen Tacklings, nicht für filigrane Torabschlüsse. Nach einer Hereingabe von Leah Revivo fasste er sich ein Herz und drosch den Ball aus 20 Metern in die Maschen. 1:1, das Stadion war wieder wach. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Barbosa später augenzwinkernd zu, "aber wer bin ich, mich über ein Tor zu beschweren?" Die Greenstars reagierten hektisch. Ashton Carter verletzte sich in der 56. Minute und musste durch den jungen Bernard Browning ersetzt werden - der prompt in der 73. Minute Gelb sah, weil er Lionel Xavier umsäbelte wie ein Holzfäller auf Koffein. Coach Ostkurve Berlin schüttelte nur den Kopf: "Wir haben die Kontrolle verloren, weil wir glaubten, sie schon zu haben." In der 70. Minute dann die Wende: Lionel Xavier tanzte an der linken Strafraumkante, legte quer, und Xabier Maniche schob überlegt zum 2:1 ein. Es war kein spektakuläres Tor, eher eines aus der Kategorie "präzise Handarbeit". Doch in seiner Wirkung war es ein Erdbeben. Maniche rannte jubelnd zur Bank, schrie "Jetzt glaubt ihr’s wohl!" - und Thaler grinste wie ein Mann, der gerade die Lottozahlen richtig getippt hat. Die letzten 20 Minuten waren ein wildes Hin und Her. Greenstars drückten, Prentiss hatte noch zwei gute Chancen (83. und 87.), doch Abramson pflückte alles herunter, was kam. Der junge Browning wiederholte fast sein Foul von zuvor, diesmal aber knapp am Ball - Glück gehabt. Gelb-Rot wäre verdient gewesen, doch der Schiedsrichter zeigte erstaunliche Milde. Statistisch war das Spiel so ausgeglichen wie ein guter Espresso: 14:9 Torschüsse für Taquari, 53 Prozent Ballbesitz, und eine Zweikampfquote, die mit 52,6 Prozent leicht zugunsten der Hausherren sprach. Taktisch blieb Thaler seinem offensiven Stil treu - kein Pressing, viel Geduld, dafür klare Pässe und unermüdlicher Einsatz. Die Greenstars hingegen begannen mit aggressivem Pressing, verloren aber im zweiten Durchgang sichtbar die Ordnung. Nach dem Abpfiff sprach Prentiss mit Galgenhumor: "Wir führen zur Pause, spielen gar nicht schlecht - und verlieren trotzdem. Klassisch Greenstars." Trainer Berlin wirkte dagegen erstaunlich gefasst: "Ein 1:2 auswärts ist kein Weltuntergang. Wir werden im Rückspiel zeigen, dass Sterne auch in Taquari-Glanz verblassen können." Taquaris Coach Thaler konterte trocken: "Mir ist egal, ob Sterne verblassen. Hauptsache, wir bleiben hell." Das Rückspiel in zwei Wochen verspricht Spannung pur. Die Greenstars müssen gewinnen, um noch ins Finale einzuziehen - und Taquari weiß, dass ein einziger Fehltritt alles zunichtemachen kann. Zum Schluss noch eine Anekdote aus der Mixed Zone: Als Carl Barbosa gefragt wurde, ob er sein Tor im Rückspiel wiederholen wolle, lachte er laut: "Wenn’s sein muss, flanke ich wieder aufs Tor." Man darf gespannt sein, ob die Greenstars dann wieder so großzügig verteilen - oder ob sie diesmal den eigenen Sternenhimmel besser beschützen. Bis dahin genießt Taquari den süßen Geschmack des knappen, aber verdienten Sieges. 01.01.643988 01:58 |
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