La Prensa Libre
+++ Sportzeitung für Costa Rica +++

CF Alfaro Ruiz zerlegt Guanacaste - ein 6:0 mit Ansage und Augenzwinkern

Was für ein Abend im Estadio Municipal von Alfaro! 16.000 Zuschauer erlebten ein Fußballfest, das eher an ein Schaulaufen als an ein Ligaspiel erinnerte. CF Alfaro Ruiz besiegte CF Guanacaste mit einem beinahe unverschämten 6:0, und das, ohne jemals so auszusehen, als müssten sie über 80 Prozent geben.

Schon nach zwei Minuten war die Richtung klar: Pablo Andrade, 22 Jahre jung und offenbar mit der Präzision eines Uhrwerks gesegnet, zog aus 18 Metern ab - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er später, "aber wenn man so trifft, darf man das ruhig vergessen." Der Assist kam von Arnau Nene, 34 Jahre alt, der an diesem Abend mehr Pässe spielte als andere Mannschaften in einer Woche.

Nur fünf Minuten später stand es 2:0. Esteban Morais, der rechte Mittelfeldmotor, bedankte sich bei Asier Ferrer für eine butterweiche Vorlage. Guanacaste wirkte da schon, als hätten sie vergessen, dass man auf beiden Seiten des Feldes spielen darf. Trainer Rico Moschke stand früh an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, und murmelte etwas, das wie "Das wird ein langer Abend" klang.

Und recht hatte er. In der 22. Minute erhöhte Marcio Simao auf 3:0. Ein Stürmer, wie man ihn sich wünscht: abgezockt, elegant, mit dem Gespür für den Moment. "Ich hab gesehen, dass der Torwart zögert", sagte Simao später. "Also dachte ich: Na gut, dann eben rein damit." Fünf Minuten danach wieder Simao, wieder eiskalt - 4:0. Noch bevor Guanacaste wusste, wie ihnen geschah, war das Spiel praktisch entschieden.

Die Statistik zur Halbzeit sprach Bände: 59 Prozent Ballbesitz für Alfaro, 23 Torschüsse bis zum Ende, und Guanacaste? Keinen einzigen Schuss aufs Tor. Nicht einen. Man muss schon tief kramen, um ein Spiel zu finden, in dem eine Mannschaft so komplett abtauchte.

Trainer Moschke versuchte in der Pause offenbar mit Humor zu retten, was zu retten war. "Wir wollen jetzt in der zweiten Hälfte Spaß haben", soll er gesagt haben. Einer seiner Spieler habe daraufhin gefragt: "Auf welcher Seite?"

Die zweite Hälfte war dann eine Lehrstunde in Ballzirkulation. Alfaro Ruiz spielte, als ginge es um Trainingsformen, nicht um Punkte. Rafael Manuel, der Innenverteidiger mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, leitete in der 77. Minute den nächsten Treffer ein: ein langer Pass auf Sergi Beltran, der die Kugel mit der Brust annahm und ins lange Eck zirkelte - 5:0. "Ich wollte ihn eigentlich volley nehmen", lachte Beltran später, "aber mein Fuß hat sich fürs Schöne entschieden."

Den Schlusspunkt setzte erneut Esteban Morais in der 87. Minute, assistiert von Andrade, der damit an diesem Abend an drei Treffern beteiligt war. 6:0 - ein Ergebnis, das sogar die Heimfans kurz schweigen ließ, bevor sie kollektiv in Jubel ausbrachen.

"Das war heute fast zu einfach", meinte Morais nach dem Spiel mit einem Grinsen, das zwischen Stolz und Verlegenheit schwankte. "Aber solche Spiele darf man nicht überbewerten. Wir wissen, dass die Saison noch lang ist."

Währenddessen stapfte Moschke Richtung Kabine, begleitet von einem höflichen Applaus der Heimfans. "Ich bin froh, dass das vorbei ist", seufzte er. "Unsere Spieler sind jung, sie werden daraus lernen. Vielleicht."

Taktisch gesehen war das Spiel ein Paradebeispiel für Kontrolle. Alfaro blieb über 90 Minuten bei einer ausgewogenen, balancierten Ausrichtung, verzichtete auf wildes Pressing und spielte fast schon akademisch sauber. Guanacaste dagegen setzte auf Konter und schwache Aggressivität - was in der Theorie klug klingen mag, in der Praxis aber aussah, als hätten sie den Ball gar nicht bestellt.

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. Ein kleiner Junge auf der Tribüne fasste es wohl am besten zusammen: "Papa, die Weißen dürfen den Ball behalten, oder?"

Ein Satz, der sinnbildlich für diesen 11. Spieltag der 1. Liga Costa Rica steht. CF Alfaro Ruiz war an diesem Abend nicht einfach besser - sie waren in einer anderen Liga.

Und während die Flutlichtmasten langsam erloschen und die Fans in die Nacht hinausströmten, blieb ein Eindruck hängen: Wer Alfaro Ruiz in dieser Form sieht, fragt sich weniger, ob sie Meister werden - sondern nur noch, wie hoch sie gewinnen.

07.03.643994 04:42
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