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Wenn ein 6:0 beinahe schmeichelhaft klingt, dann war es wohl dieser Abend in der Copa Libertadores. Club General Luque zerlegte die Rampal Juniors in ihre Einzelteile, und die 43.500 Zuschauer im Estadio Municipal erlebten ein Offensivfeuerwerk, das selbst den Grillständen im Stadion Konkurrenz machte. Von der ersten Minute an standen die Zeichen auf Sturm - im wahrsten Sinne des Wortes. Trainer Rolando Rolando schickte seine Elf in gewohnt offensiver Ausrichtung aufs Feld, und schon nach neun Minuten zappelte der Ball im Netz: Michel Capucho, der Mittelstürmer mit der Präzision eines Uhrwerks, verwandelte nach feinem Zuspiel von Alejandro Eximeno zum 1:0. Die Rampal Juniors wirkten zu diesem Zeitpunkt, als hätten sie den Anpfiff verpasst. "Wir wollten eigentlich ruhig anfangen", murmelte Rampal-Kapitän Pablo Yanez später in der Mixed Zone, "aber dann war der Ball schon wieder drin." Die Gastgeber ließen nicht locker. Stephane Caron, der rechte Flügelblitz, tänzelte in der 30. Minute drei Gegenspieler aus, grinste kurz und drosch das Leder unhaltbar ins lange Eck - 2:0. An der Seitenlinie stieß Trainer Rolando seinen Assistenten an: "Siehst du, ich hab’s dir gesagt - Flügelspiel, immer Flügelspiel!" Dabei war der Ballbesitz kurios verteilt. General Luque hatte nur 44,5 Prozent, die Rampal Juniors dagegen über 55 - aber was half das, wenn der Ball nur querlief? Während die Gäste den Ball streichelten, schlugen die Gastgeber zu: 22 Torschüsse zu einem einzigen der Juniors - eine Statistik, die fast an Grausamkeit grenzt. Nach der Pause wurde es dann endgültig ein Schaulaufen. In der 60. Minute erhöhte wieder Capucho, diesmal nach feinem Zuspiel von Vincent Hennessy. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte der Franzose bescheiden, "aber ehrlich gesagt, ich wollte da eigentlich flanken." Neun Minuten später durfte auch Georges Blanqui jubeln, nachdem Joker Billy Onnington über rechts geflankt hatte. 4:0. Die Rampal-Abwehr? Ein Trümmerfeld. Der Ersatzverteidiger Julio Caneira, bereits in der ersten Halbzeit verwarnt, winkte verzweifelt in Richtung Bank - doch Trainer und Ersatzbank blieben reglos. Und weil’s so schön war, legten Capucho (70.) und Blanqui (75.) noch zwei nach. Sechs Tore, sechs verschiedene Vorlagen - und ein Publikum, das längst aufgestanden war. "Ich hab mich irgendwann nur noch gefragt, ob wir wirklich in der Copa Libertadores sind", gestand Rampal-Keeper Paulo Brito, der trotz sechs Gegentoren der beste seines Teams war. Die Gelben Karten, insgesamt fünf, waren eher Ausdruck der Verzweiflung als von Härte. Sven Schaller bei den Gastgebern sah Gelb, weil er sich zu heftig über eine Freistoßentscheidung beschwerte. "Ich wollte nur sagen, dass ich nix gemacht hab", erklärte er später mit einem Grinsen. Trainer Rolando Rolando erschien nach dem Spiel mit einem Kaffee in der Hand zur Pressekonferenz. "Ich hab den Jungs gesagt, wir sollen Spaß haben - und offenbar haben sie das etwas zu wörtlich genommen." Dann zog er an seiner Tasse und fügte hinzu: "Aber gut, wenn Spaß so aussieht, kann ich damit leben." Bei den Rampal Juniors klang es weniger entspannt. "Wir müssen uns schämen", seufzte Mittelfeldspieler Joshua Jung, "wir hatten mehr Ballbesitz, aber weniger Mut. Das ist wie Tanzen ohne Musik." Taktisch war das Ganze eine Lehrstunde: General Luque spielte offensiv, variabel über die Flügel, mit sich steigernder Intensität. Rampal blieb brav im "balanced mode" - als hätte jemand vergessen, den Schalter umzulegen. Der Schlusspfiff kam fast wie eine Erlösung. Einige Rampal-Spieler schauten zu Boden, andere suchten nach ihren Schuhen. Auf der anderen Seite jubelte die Luque-Bank, als wäre gerade der Titel gewonnen. Und vielleicht, wer weiß, war das ja der Abend, an dem aus einer guten Mannschaft eine gefürchtete wurde. Denn wer 6:0 gewinnt, 22 Mal aufs Tor schießt und trotzdem weniger Ballbesitz hat, der hat verstanden, worum es im Fußball wirklich geht: Tore, Tore, Tore. Oder wie Capucho es mit einem Augenzwinkern formulierte: "Ballbesitz ist was für Statistikfreunde. Ich bin eher für Feierbiester." Ein Satz, den man sich in Rampal wohl hinter die Kabinentür hängen wird - als Mahnung, als Motivation oder einfach, um das nächste Mal zu wissen, was passiert, wenn man den Spaß dem Gegner überlässt. 14.05.643987 15:34 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet