Canadian Soccer
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Bullenpower in Okanagan: 3:2-Sieg gegen die Blues nach frühem Feuerwerk

Es war ein frostiger Abend in Okanagan, aber die 50.766 Fans im Stadion hatten keine Gelegenheit, sich zu beschweren. Schon nach sieben Minuten stand es 0:1 - und mancher Zuschauer hatte da noch nicht einmal den Sitz gefunden. Jaime Mourino, der bullige Mittelstürmer der Quebec Blues, vollendete einen blitzsauberen Angriff über Olivier Krieger, als wollte er den Gastgebern gleich zeigen, wer hier das Eis bricht.

Doch wer dachte, die Bulls würden sich überrennen lassen, irrte gewaltig. Ganze 60 Sekunden später donnerte Jean Bethune den Ball aus halbrechter Position ins Netz - und zwar so kompromisslos, dass selbst der Stadionsprecher überrascht klang. "Ich hab den Schuss kommen sehen, aber nicht glauben wollen", grinste Bulls-Coach Markus Merk später. Der Ausgleich war da, und die Partie nahm Fahrt auf wie ein Rodeo.

Nur zwei Minuten später dann die nächste Wendung: Francisco Butragueno, der flinke Linksaußen der Bulls, nutzte eine defensive Schläfrigkeit der Blues und schob eiskalt zum 2:1 ein. Quebecs Verteidiger Leon Bureau sah in dem Moment eher aus wie ein Tourist, der gerade die Nordlichter sucht.

Das Publikum tobte, die Bulls galoppierten weiter - und in der 20. Minute legte Roberto Ferrer noch einen drauf. Nach einer butterweichen Flanke von Freddie Aubin köpfte Ferrer zum 3:1 ein. Jubel, Rauch, und eine La-Ola, die selbst im Januar Wärme brachte. Ferrer erklärte später lachend: "Ich hab einfach die Augen zugemacht - und gehofft, dass der Ball mich findet. Hat funktioniert."

Die Blues hingegen wirkten nach diesem Doppelschlag wie eingefroren. Zwar hatten sie mit 16 Torschüssen deutlich mehr Abschlüsse als die Bulls (9), aber Präzision war Mangelware. Mourino versuchte es mehrfach, in der 51. und 52. Minute sogar im Doppelpack, doch Bulls-Keeper Marcio Futre pflückte alles herunter, was irgendwie nach Gefahr aussah.

Trainer Lutz Lindemann von Quebec war nach dem Spiel sichtlich bedient. "Wir hatten Chancen für zwei Spiele, aber wir trafen nur einmal das Tor und dreimal den Pfosten - zumindest gefühlt", murrte er. "Man kann eben nicht jedes Mal auf Glück hoffen."

Die Bulls spielten das Ganze dann mit typisch kanadischer Gelassenheit herunter. Ballbesitz? 55 Prozent. Pressing? Eher höflich als aggressiv. "Wir wollten ruhig bleiben", sagte Merk. "Wenn du mit 3:1 führst, ist Pressing so nötig wie ein Schneepflug im Sommer."

In der zweiten Hälfte kamen die Blues zwar energischer aus der Kabine, Lindemann hatte frische Kräfte gebracht - Julio Ordonez und später Barend Veeder sollten für mehr Druck sorgen. Doch es dauerte bis zur 74. Minute, ehe Leon Bureau nach einer Ecke von Daan Bolsius den Ball endlich zum 3:2 über die Linie drückte. Hoffnung keimte auf, doch mehr als ein kollektives Aufraunen sprang nicht heraus.

Die Schlussphase hatte dann wieder mehr Comedy als Klasse: Gelbe Karten für Morgan Desjardins (43.) und Antonio Arrondo (84.), ein paar hektische Wechsel, ein paar verzweifelte Fernschüsse der Blues - und ein souverän abwinkender Futre im Bulls-Tor.

Nach dem Schlusspfiff atmete Okanagan auf. Die Bulls hatten das Spiel, das nach sieben Minuten wie ein Alptraum begann, in eine kleine Heldengeschichte verwandelt. "Ein Sieg des Willens", sagte Butragueno, während er noch mit einem Handtuch winkte. "Und vielleicht des besseren Kaffees in der Kabine."

Für Quebec bleibt dagegen die bittere Erkenntnis, dass Ballbesitz und Schussstatistik keine Punkte garantieren. 16 Schüsse, 2 Tore - das ist eher Bilanzbuchhaltung als Effizienz. Lindemann nahm es sportlich: "Nächstes Mal bringen wir die Schaufel mit. Dann graben wir uns durch."

Die Fans verabschiedeten ihre Bulls mit stehenden Ovationen - und einem Gefühl, das in Okanagan selten ist: winterliche Zufriedenheit. Und während draußen der Schnee fiel, summte der Stadionsprecher: "Das war’s für heute - die Bullen sind heiß, die Blues sind blau."

Ein sarkastischer, aber treffender Schlusssatz eines Abends, der zeigte: Fußball im Januar kann Herzklopfen erzeugen - selbst wenn der Atem gefriert.

26.08.643987 23:12
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Wenn Lothar so weitermacht, wird er Schwierigkeiten haben, für sein Abschiedsspiel gegen die Nationalelf eine Mannschaft zusammenzukriegen.
Mario Basler
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