Diarios de Futbol
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Bull Bay stürmt ins Viertelfinale - Manu tanzt, Chetumal taumelt

Wenn 71.550 Zuschauer in der Bull Arena aufstehen, bebt selbst der Beton. Und als Hugo Manu in der 7. Minute den Ball nach feiner Vorarbeit von Otto Dahlström in den Winkel zimmerte, vibrierte das Stadion wie ein startendes Flugzeug. Bull Bay legte mit einem 3:0-Sieg gegen Atletico Chetumal im Achtelfinal-Rückspiel der Amerikaliga einen Auftritt hin, der in seiner Entschlossenheit fast unhöflich wirkte.

Trainer Sports Mann hatte vor dem Spiel noch betont, man wolle "nichts Verrücktes machen, nur Fußball spielen". Nach 90 Minuten und 21 Torschüssen seiner Mannschaft konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Vielleicht war das heute ein bisschen mehr als nur Fußball", sagte er mit einem Augenzwinkern, während Hugo Manu schon mit dem Spielball unter dem Arm verschwand - doppeltorschützend, doppelt glücklich.

Chetumal, das mit leichtem Ballbesitzvorteil (51 Prozent) anreiste, wirkte über weite Strecken wie ein Tourist, der die Sehenswürdigkeiten des gegnerischen Strafraums zwar fotografiert, aber nicht betritt. Vier Torschüsse in 90 Minuten - einer davon in der 93. - sprechen eine deutliche Sprache. "Wir hatten unsere Momente", murmelte Gäste-Coach Bastian Roemmler in der Pressekonferenz, "aber Bull Bay hatte einfach zu viele Beine im Weg."

Und diese Beine liefen, grätschten, kämpften. Schon in Minute 10 sah Karl Andersson Gelb, weil er offenbar das Prinzip "Ball spielen" etwas zu wörtlich nahm. Doch das schien das Heimteam nur anzustacheln. Manu tänzelte, Hoppe zog die Fäden, und vorne lauerte Franck Rochefort mit der Entschlossenheit eines Mannes, der sich vorgenommen hatte, aus jeder Flanke einen Elfmeter zu machen.

Das 2:0 fiel in der 54. Minute - wieder Manu, diesmal nach feinem Doppelpass mit Jannik Hoppe. Elegant, direkt, eiskalt. "Ich hab gar nicht geschossen, ich hab ihn nur nach Hause gebracht", witzelte Manu später. Auf der Bank nickte Coach Mann zufrieden wie jemand, der gerade den perfekten Espresso serviert bekommen hat.

Chetumal versuchte es danach mit kosmetischen Korrekturen: Fricke raus, Millington rein (60.), aber offensiv blieb es ein zaghafter Versuch. Ein paar harmlose Distanzschüsse, ein Kopfball von Dominguez in der 75. Minute - dann war’s das auch schon mit der Aufholjagd.

In der 87. Minute schließlich der endgültige Knockout: Bruno Calvente, der bis dahin vor allem durch seine unermüdlichen Sprints auffiel, schloss eine Vorlage von Rochefort trocken ab. 3:0 - und das Stadion sang, als ginge es um die Meisterschaft. "Da wusste ich: Das ist durch", sagte Calvente später. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn der nicht reingeht, geh ich selbst hinterher."

Kurz darauf noch ein kleiner Wackler: Youngster Dominique Lancaster, erst 19 und gerade eingewechselt, holte sich in der 91. Minute seine erste Gelbe Karte im Profifußball. "Die steck ich mir ein", grinste er, "als Souvenir." Weniger fröhlich: Hugo Manu humpelte kurz darauf vom Feld - eine Blessur, die laut Coach Mann "nicht dramatisch" sei.

Statistisch gesehen war Bull Bay der klare Chef im Ring: 21 Torschüsse zu 4, eine Zweikampfquote von 56 Prozent, und das, obwohl der Ballbesitz knapp an die Gäste ging. Die Gastgeber spielten eben nicht auf Zahlen, sondern auf Wirkung - und die war überwältigend.

Nach dem Abpfiff gönnte sich Sports Mann noch einen kleinen Seitenhieb: "Wir haben heute offensiv gespielt, aggressive Linie, aber immer fair. Manche nennen das Risiko, ich nenne das Spaß." Sein Gegenüber Roemmler nickte höflich - vermutlich aus reiner Erschöpfung.

Bull Bay steht damit im Viertelfinale der Amerikaliga - und die Fans träumen schon vom großen Wurf. Ob Trainer Mann davon etwas hören will? "Träumen dürfen sie", meinte er trocken. "Aber wir bleiben wach."

Ein Satz, der alles über diesen Abend sagt: Bull Bay schlief nie, Chetumal fand nie hinein. Und wer einmal gesehen hat, wie Hugo Manu die Verteidiger schwindlig spielt, der weiß: Hier wächst mehr als nur ein Viertelfinalist heran - hier tobt ein Team, das Spaß daran hat, Fußball wieder nach Stadion riechen zu lassen.

Und während die Lichter in der Bull Arena langsam ausgehen, bleibt nur festzuhalten: Wenn Fußball Kunst wäre, dann war dieser Abend mindestens eine Ausstellung.

23.06.643993 09:50
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