Diarios de Futbol
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Bull Bay stürmt ins Halbfinale - Späte Tore, große Emotionen

Wenn 79.500 Zuschauer ihre Sitzschalen in ein wogendes Meer aus Lärm verwandeln, dann weiß man: Hier geht’s um mehr als Fußball. Bull Bay empfing im Viertelfinal-Rückspiel der Copa Libertadores die North York Stars - und gewann 2:0. Ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet klar klingt, aber auf dem Rasen war es ein nervenaufreibendes Stück Drama, gewürzt mit gelben Karten, Schweiß und einem Hauch Theatralik.

Die ersten 45 Minuten erinnerten eher an Schach als an Samba. Beide Teams tasteten sich ab, und obwohl Bull Bay mit 53 Prozent Ballbesitz und zwölf Torschüssen am Ende die aktivere Mannschaft war, wollte der Ball zunächst nicht ins Netz. Schon früh versuchte der kanadische Mittelstürmer Callum Eliot (9.) sein Glück, aber Bull-Bay-Keeper Andrew Gayheart pflückte den Ball mit einer Seelenruhe herunter, als würde er sonntags beim Brunch Croissants reichen. Auf der Gegenseite prüfte Hugo Manu (11.) den Torwart der Stars, Sebastien Frey, der den Schuss spektakulär über die Latte lenkte - und dabei aussah, als wolle er das Cover einer Torwart-Modekampagne zieren.

Nach 14 Minuten zückte der Schiedsrichter zum ersten Mal Gelb: Georges Carter von North York trat seinem Gegenspieler mehr auf den Knöchel als auf den Ball. "Ich bin halt kein Tänzer", grinste Carter später selbstironisch. Auch Bull Bays Innenverteidiger Domingo Vega wurde in der 37. Minute verwarnt - ein Mann, der sonst lieber austeilt als lacht.

Kurz vor der Pause dann der Schockmoment: Marcio Nani, frisch eingewechselt und kaum warmgelaufen, verletzte sich (42.) und musste wieder runter. Trainer Sports Mann kommentierte trocken: "Ein Marathonlauf war’s für ihn nicht."

Die zweite Halbzeit begann, als hätte jemand im Kabinengang den Stromschalter umgelegt. Plötzlich presste Bull Bay aggressiver, kombinierte flüssiger und setzte die Stars unter Dauerdruck. Besonders Ioakim Katranas und Hugo Manu wirbelten über die Flügel, während Lucas Callahan im Mittelfeld die Fäden zog. Doch der Durchbruch ließ auf sich warten - bis ein Mann aus der zweiten Reihe den Turbo zündete.

In der 74. Minute stieg Innenverteidiger Pascal Berthier nach einer Ecke am höchsten und köpfte das 1:0. Ausgerechnet er, der noch eine halbe Stunde zuvor wegen einer kleinen Unsicherheit von der Bank gekommen war. "Ich wollte einfach mal schauen, wie sich Jubeln anfühlt", lachte Berthier später. Das Stadion tobte, während Trainer Mann an der Seitenlinie wild mit den Armen ruderte - irgendwo zwischen Dirigent und Fluglotse.

Nur vier Minuten später dann der endgültige Knockout: Bruno Calvente tankte sich auf links durch, legte quer, und Hugo Manu schob eiskalt zum 2:0 ein (78.). Manu, der schon zuvor mehrfach am glänzend reagierenden Frey gescheitert war, ließ sich diesmal feiern wie ein Rockstar. "Ich hab mir gesagt: Einer muss doch rein. Und dann hab ich’s einfach selbst gemacht", grinste der Stürmer - eine Mischung aus Erleichterung und Übermut.

Die North York Stars mühten sich zwar redlich, kamen aber selten gefährlich vor das Tor. Ihre Konter verpufften, weil Bull Bay die Räume klug zustellte. "Wir wollten offensiv bleiben, aber irgendwie war der Ball allergisch gegen unser Tor", meinte Gästecoach Roberto Carlos (nein, nicht der mit dem legendären Freistoß, aber fast so temperamentvoll). Seine Elf hatte sieben Torschüsse, doch keiner davon zwang Gayheart ernsthaft zum Schwitzen.

Bull Bay zeigte insgesamt das reifere Spiel, auch wenn mitunter der letzte Pass fehlte. Die Statistiken unterstreichen die Dominanz: 12:7 Torschüsse, 53 Prozent Ballbesitz, dazu eine Tacklingquote von über 52 Prozent. Und während die Stars ihre Kurzpass-Taktik mit "Pressing bei Rückstand" nie wirklich zur Entfaltung brachten, blieb Bull Bay seiner ausgewogenen, aber intensiven Spielweise treu - mit aggressivem Zweikampfverhalten und langen Bällen, die oft den Weg in den Rücken der Gästeabwehr fanden.

In der Nachspielzeit (91.) versuchte sich Alexander MacMillan noch einmal mit einem Schuss aus der Distanz - der Ball flog allerdings so weit drüber, dass er vermutlich erst im Hafen von Bull Bay zur Ruhe kam. "Ich wollte nur Zeit von der Uhr nehmen", witzelte MacMillan nach Abpfiff.

Am Ende stand ein verdienter 2:0-Erfolg, der Bull Bay ins Halbfinale katapultiert. Trainer Sports Mann wirkte nach Abpfiff erstaunlich gefasst: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen mit dem Kopf spielen - und zum Glück haben sie das nicht wörtlich genommen."

Ein lauer Abend, zwei späte Tore, ein volles Stadion - Fußball kann manchmal so einfach sein. Und so schön.

Oder, um es mit den Worten eines Fans zu sagen, der beim Verlassen des Stadions noch immer sang: "Heute war Bull Bay einfach Bull Bay." Und das war an diesem Abend mehr als genug.

08.12.643987 22:38
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