Diarios de Futbol
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

**Bull Bay siegt knapp - Once Caldas verteidigt, Bull Bay trifft**

Es war ein Abend, an dem 40.000 Zuschauer in Manizales mehr Nerven als Tore sahen. Once Caldas verlor zum Auftakt der Copa-Libertadores-Qualifikation mit 0:1 gegen Bull Bay - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber auf dem Platz einem Sturmlauf gegen eine Betonmauer glich. Am Ende reichte ein einziger Treffer kurz vor der Pause, um das Schicksal zu besiegeln.

Von Beginn an machte Bull Bay klar, wer hier die Initiative übernehmen wollte. Coach Sports Mann ließ seine Mannschaft offensiv anlaufen, mit aggressivem Vorwärtsdrang und einer bemerkenswerten Schussfreude - ganze 19 Abschlüsse, während Once Caldas gerade einmal vier zustande brachte. "Wir wollten zeigen, dass wir hierhergekommen sind, um zu spielen, nicht um zu gucken", grinste Mann nach dem Spiel, sichtlich zufrieden mit der taktischen Umsetzung seiner Offensivmaxime.

Bereits in der achten Minute prüfte Otto Dahlstrom den gegnerischen Keeper Pedro Semprun mit einem satten Schuss aus der Distanz - der Kolumbianer war aber auf dem Posten. Danach folgten Chancen im Minutentakt: Joao del Rio, der bullige Mittelstürmer der Gäste, beschäftigte die Innenverteidigung von Once Caldas beinahe im Alleingang. "Ich habe Joao irgendwann einfach nur noch laufen sehen", gab Verteidiger Marcel Smith später mit einem gequälten Lächeln zu. "Da denkst du, du hast ihn, und plötzlich ist er wieder weg."

In der 45. Minute fiel dann, fast folgerichtig, das Tor des Abends: Rechtsverteidiger Felix Afzelius marschierte bis zur Grundlinie, flankte präzise in den Strafraum, und del Rio vollendete mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:0. Ein Tor wie gemalt - zumindest aus Sicht der Jamaikaner. Trainer Oliver Herden von Once Caldas raufte sich an der Seitenlinie die Haare. "Ich hatte gerade meinem Co-Trainer gesagt: ’Wenn wir das 0:0 in die Pause retten, wird’s noch was.’ Da fiel das Ding."

Nach dem Seitenwechsel versuchte Caldas, etwas mutiger zu werden, blieb aber in der Defensive verhaftet. Die Statistik spricht Bände: 48 Prozent Ballbesitz, 44 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und kaum Durchschlagskraft im letzten Drittel. Stürmer Agemar Velasco ackerte, suchte Abschlüsse in der 12. und 29. Minute, doch Gästetorwart Andrew Gayheart verlebte insgesamt einen erstaunlich ruhigen Abend. "Ich hatte mehr Angst vor der Höhenluft als vor den Schüssen", witzelte der Keeper hinterher.

Peinlich wurde es kurz vor der Pause, als Jerome DeBrosse von Bull Bay nach einem Zweikampf liegen blieb und verletzt vom Feld musste. Sein Ersatzmann Ioakim Katranas fügte sich nahtlos ein - und schoss in der 59. Minute nur knapp über das Tor. Caldas reagierte mit Umstellungen: Maik Keil kam für den gelbverwarnten Marcel Smith, später ersetzte Samuel Harrington den glücklosen Joseba Arias. Doch auch mit frischem Personal änderte sich das Bild kaum. Die Gastgeber blieben defensiv, zögerten, als müssten sie den Ball erst um Erlaubnis bitten, bevor sie ihn nach vorn spielten.

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch: Igor Sidorenkow zog in der 88. Minute aus 25 Metern ab - Gayheart musste sich strecken, um den Ball über die Latte zu lenken. Das Stadion tobte, aber das Tor blieb aus. Danach schoss Bull Bay noch dreimal aufs Tor, darunter erneut Hugo Manu, der sich mit zwei späten Versuchen in die Statistik eintrug. Doch der Ball wollte kein zweites Mal ins Netz.

Nach Abpfiff applaudierten die Fans trotzdem. "Das war kein schönes Spiel, aber ein ehrliches", sagte Herden auf der Pressekonferenz. "Wir haben zu viel Respekt gehabt, das wird uns nicht noch einmal passieren." Sein Gegenüber Sports Mann grinste breit: "Respekt ist gut. Aber wir nehmen lieber die drei Punkte."

Mit diesem Sieg verschafft sich Bull Bay eine hervorragende Ausgangsposition in der Gruppenrunde. Once Caldas dagegen steht schon nach dem ersten Spieltag unter Druck - und muss im nächsten Match dringend mehr Mut zeigen. Zumindest eines haben sie an diesem Abend gelernt: Beton kann halten, aber er gewinnt keine Spiele.

Und irgendwo in der Kabine summte Joao del Rio leise vor sich hin - vielleicht eine kleine Samba für drei Punkte, vielleicht einfach nur, weil Fußball eben manchmal so einfach ist: Wer trifft, hat recht.

09.06.643990 09:42
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das spricht vielleicht für eine schlechte Vereinskarriere - aber das war ein Höhepunkt meiner Laufbahn!
Jan-Aage Fjörtoft auf die Frage, was ihm der Siegtreffer gegen Bayern München bedeutet
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager