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Das Achtelfinal-Hinspiel der Copa Libertadores zwischen Bull Bay und Spanish Town bot alles, was ein lauer Fußballabend braucht: fünf Tore, vier Gelbe Karten, eine Verletzung, 79.500 euphorisierte Zuschauer und einen Trainer, der später meinte, "mein Puls war irgendwo zwischen Espresso und Herzinfarkt". Am Ende jubelte Bull Bay über ein 3:2 - ein Ergebnis, das ebenso verdient wie wackelig war. Schon in der 5. Minute bebte das Stadion, als Robert Broderick, der kantige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Presslufthammers, nach Vorlage von Timm Klaus das 1:0 erzielte. Kaum hatte sich die Heimkurve vom Freudenrausch erholt, schlug Spanish Town zurück - und wie! Ricardo Gomes, eigentlich Innenverteidiger, nutzte in Minute 10 eine Unordnung in Bulls Abwehr und drosch den Ball humorlos ins Eck. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gab Bull-Bay-Trainer Sports Mann später zu, "aber scheinbar dachte der Ball das nicht." Mit einem 1:1 ging es in die Pause. Die Statistik sprach leicht für die Gastgeber (53,9 % Ballbesitz, 13:8 Schüsse). Doch die Gäste aus Spanish Town wirkten gefährlicher, wenn sie einmal nach vorne kamen. Trainer Ioannis Exis hatte seine Elf offensiv eingestellt - "Wir wollten Spaß haben", grinste er, "und wenn man zwei Tore kassiert, hat offenbar auch der Gegner Spaß." Direkt nach Wiederanpfiff (47.) erwischte es Bull Bay kalt: Göran Ohlson, der 35-jährige Spielmacher, schlenzte den Ball nach feiner Vorarbeit von Lewis Stanton zum 1:2 ins Netz. Exis ballte die Faust, die Ersatzbank tobte. In der Heimkurve dagegen wurde es kurz still - aber nur kurz. Denn Bull Bay reagierte mit wütenden Angriffen. Stürmer Marcio Nani, dessen rechte Klebe schon manchen Torhüter in den Ruhestand geschickt hat, sorgte in der 64. Minute nach Pass von Verteidiger Domingo Vega für das 2:2. Nani riss die Arme hoch, Vega jubelte, als hätte er selbst getroffen - und Trainer Mann rief Richtung Tribüne: "Ich hab’s euch gesagt, der Junge braucht nur einen Ball und Platz!" Das Spiel schien auf ein Remis zuzusteuern, doch dann kam die 76. Minute. Moritz Jahn, der flinke Rechtsaußen mit der Frisur eines 80er-Jahre-Popstars, donnerte den Ball nach Zuspiel von Rene Couture aus spitzem Winkel ins Netz - 3:2! "Ich wollte eigentlich flanken", sagte Jahn hinterher mit einem Grinsen, "aber das verraten Sie bitte nicht meinem Trainer." Spanish Town warf in der Schlussphase alles nach vorne, brachte mit Didier Valentine frische Beine und versuchte es mit langen Bällen. Doch Bull Bays Defensive hielt stand - wenn auch mit gelber Unterstützung: Moritz Jahn (69.) und Rene Couture (86.) sahen Gelb, ebenso wie gleich drei Gäste (Stanton, Gomes, Gady). "Das war kein Fußball, das war ein farbenfrohes Sammelalbum", witzelte ein Fan auf der Tribüne. Ein Schreckmoment in der 53. Minute: Bullen-Verteidiger Pascal Berthier musste verletzt raus, Vega kam für ihn - und avancierte später noch zum Assistgeber. "Karma ist eben ein Stürmer", meinte Coach Mann nach dem Spiel, "der kommt immer zurück und trifft dich - oder in unserem Fall, er flankt." Spanish Town versuchte bis zur letzten Sekunde, das wichtige Auswärtstor-Plus zu retten, doch Bull Bay verteidigte mit allem, was Beine hatte. Torhüter Henri Carriere wurde selten ernsthaft geprüft, durfte aber in der 93. Minute noch einmal fliegen, als Timm Klaus vorne den Konter vergab und Spanish Towns Philippe Benoi beinahe den Ausgleich erzielte. Nach dem Schlusspfiff atmete das Stadion auf. "Ein Spiel wie eine Achterbahnfahrt ohne Sicherheitsbügel", fasste ein Reporter treffend zusammen. Broderick grinste nur und meinte: "Wir haben drei Tore gemacht, das ist das Einzige, was zählt. Und dass ich jetzt duschen darf." Mit 3:2 verschafft sich Bull Bay eine ordentliche Ausgangsposition fürs Rückspiel - aber sicher ist hier noch gar nichts. Spanish Town hat zweimal bewiesen, dass sie treffen können. Trainer Exis versprach: "Im Rückspiel zeigen wir, warum wir Town heißen - wir bauen eine ganze Stadt im Strafraum des Gegners." Sports Mann dagegen nahm’s sportlich. "Wenn wir so weiterspielen, brauche ich bald einen zweiten Herzschrittmacher. Aber ich nehme das Ergebnis - und vielleicht auch ein Bier." Ein Achtelfinalabend also, an dem Fußball wieder das war, was er sein soll: ein herrlich chaotisches Schauspiel mit Toren, Zittern, Gelb und großen Emotionen. Und irgendwo in der Umkleide summte Broderick leise: "3:2 - klingt gut, fühlt sich besser an." 30.09.643987 12:41 |
Sprücheklopfer
Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
Torsten Legat